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Gemeinsame Gedenkfeier "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe" am 30. November

22.11.2017 Aktuelles
Unter dem Motto "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe" findet am Donnerstag, 30. November, um 18 Uhr auf der Aussichtsplattform Wieland-Wagner-Höhe in der Richard-Wagner-Straße eine gemeinsame Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg statt. Die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, Veronika Kienzle, Staatsminister Klaus-Peter Murawski und Dr. Richard Rudisile als Vertreter der Gemeinschaft Sant'Egidio Stuttgart werden anlässlich des Internationalen Aktionstages "Cities for Life" Worte des Gedenkens sprechen. Die Villa Reitzenstein, die sich in unmittelbarer Nähe zur Aussichtsplattform befindet, wird als Zeichen der Solidarität weithin sichtbar beleuchtet sein.

Um öffentlich ein Zeichen zu setzen, unterstützt die Landeshauptstadt Stuttgart seit 2008 das Anliegen der christlichen Laienbewegung Sant'Egidio, die vollständige Abschaffung der Todesstrafe zu erreichen. Neben der Stadt Stuttgart bekennen sich weltweit rund 2000 Städte auf sechs Kontinenten als "Städte für das Leben", mit mehr als 2000 Veranstaltungen jährlich. Die Städte, alleine in Deutschland fast 200, drücken jedes Jahr durch einen Tag des Gedenkens am 30. November ihren Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe aus.

Vor zehn Jahren, im Dezember 2007, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum ersten Mal in der Geschichte mit großer Mehrheit eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet, die im Dezember 2016 mit noch größerer Zustimmung zum wiederholten Male bestätigt wurde.

Auch in diesem Jahr hat sich einiges auf dem Weg der Abschaffung der Todesstrafe getan. Im Oktober dieses Jahres wurde in Guatemala die Todesstrafe für zivile Vergehen abgeschafft. Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie in der Praxis nicht mehr an, nur eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus.

Leider bleiben aber auch besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens sind im Zusammenhang mit dem Terrorismus steigende Vollstreckungszahlen zu registrieren, in der Türkei wird über eine Wiedereinführung der Todesstrafe nachgedacht. Daher bleibt die Bedeutung dieses globalen Einsatzes für eine Kultur des Lebens bestehen und dringend erforderlich.