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Ehemaliger Erster Bürgermeister Rolf Thieringer wird 90 Jahre alt

19.12.2017 Personalien
Der ehemalige Erste Bürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, Dr. Rolf Thieringer, feiert am Dienstag, 26. Dezember, seinen 90. Geburtstag.
Thieringer wurde in Höchstberg im Kreis Heilbronn geboren. Er wuchs in Stuttgart auf und legte 1947 am Karls-Gymnasium das Abitur ab. Thieringer studierte Staatswissenschaften, Philosophie, Geschichte und Geographie in München, Mainz und Tübingen. 1954 promovierte er zum Doktor der Philosophie.

Dr. Rolf Thieringer war von 1954 bis 1963 für die Arbeitsgemeinschaft der Fremdenverkehrsverbände in Baden-Württemberg tätig, zuletzt als deren Geschäftsführer. 1963 holte ihn der damalige Oberbürgermeister Arnulf Klett als Persönlichen Referenten ins Rathaus. 1970 wählte der Gemeinderat Dr. Thieringer zum Beigeordneten für das Sozial- und Gesundheitsreferat. 1979 wurde er zum Ersten Bürgermeister ernannt. Thieringer war 14 Jahre der ständige Stellvertreter von Oberbürgermeister Manfred Rommel.


Viele Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens tragen Dank Dr. Thieringers großer Sachkenntnis und außerordentlichen Engagements während dreier Jahrzehnte seine Handschrift. Hervorzuheben sind insbesondere seine Verdienste um den städtischen Krankenhausbereich. So entstanden in seiner Amtszeit der Funktionsneubau des Katharinenhospitals und die neue Herzchirurgie, die Frauen- und Kinderkliniken wurden zusammengelegt.

Thieringer war darüber hinaus Mitglied im Vorstand der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft und leitete als Vorsitzender den Verband der Stuttgarter Krankenhäuser, in dem alle Krankenhausträger in Stuttgart  zusammengeschlossen sind. Große Verdienste erwarb er sich auch durch sein Engagement zur Errichtung der Sozialpsychiatrischen Dienste in Stuttgart.


1998 wurde Dr. Thieringer für sein großes Engagement für die christlich-jüdische Verständigung mit der Otto-Hirsch-Medaille ausgezeichnet. Er gestaltete maßgeblich das städtische Einladungsprogramm für die ehemaligen jüdischen Bürger. Als Bürgermeister intensivierte Thieringer den Kontakt zu jüdischen Gemeinden und forcierte die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden im Dritten Reich.

1992 erhielt Dr. Rolf Thieringer das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.