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Vorläufige Bilanz für 2017: Verbesserungen bei Feinstaub und Stickstoffdioxid-Werten - OB Kuhn: "Anstrengungen nicht nachlassen"

02.01.2018 Verkehr/Mobilität
Feinstaub-Werte auf bisherigem Tiefstand: Im Jahr 2017 wurden insgesamt 45 Überschreitungstage an der Messstation Am Neckartor gemessen. 2016 lag die Zahl bei 63, im Jahr 2015 bei 72 Überschreitungen. EU-weit darf der Grenzwert von 50 Mikrogramm allerdings nur an höchstens 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden. Dieser Grenzwert wird inzwischen an allen anderen Messstationen im Stadtgebiet eingehalten. Die Daten aus 2017 beruhen auf vorläufigen Werten der Landesanstalt für Umwelt (LUBW). Die für die Beurteilung der Luftqualität relevanten gravimetrischen Werte liegen etwa in einem Monat vor.
Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte am Dienstag, 2. Januar: "Auch wenn wir noch nicht am Ziel sind, können wir eine klare Tendenz erkennen: Die Luft wird besser in Stuttgart. Vor allem beim Feinstaub, aber auch beim Stickstoffdioxid sind wir im Vergleich zum Vorjahr deutlich besser geworden. Ich danke allen, die durch eine persönliche Änderung ihres Mobilitätsverhaltens dazu beigetragen haben. Wichtig ist, dass wir auch im neuen Jahr nicht nachlassen und alles dafür tun, die Belastung durch Luftschadstoffe weiter zu senken." Ob Stuttgarter Bürger oder Pendler aus der Region, jeder könne seinen Teil dazu beitragen, so der OB. "Wenn bei Feinstaubalarm noch mehr Menschen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen oder Fahrgemeinschaften bilden, haben wir eine Chance, es auch ohne Fahrverbote zu schaffen." Die Stadt Stuttgart jedenfalls schaffe durch massive Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr oder in den Fahrradverkehr wichtige Voraussetzung für den Umstieg, so Kuhn.

Auch beim Stickstoffdioxid (NO2) liegen die Werte für 2017 unter denen des Vorjahres. So wurden in diesem Jahr nur 3 NO2-Überschreitungsstunden am Neckartor gemessen. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 35, 2015 noch 61 Überschreitungsstunden gemessen. Der Grenzwert liegt bei 18 Stunden bei einem Maximalwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Verbesserungen gibt es auch beim kritischen NO2-Jahresmittelwert: Dieser betrug am Neckartor 73 Mikrogramm und liegt damit deutlich unter dem Wert aus 2016 von 82 Mikrogramm. EU-weit erlaubt, ist ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm. 

Feinstaub-Werte am Neujahrstag deutlich unter Grenzwert

Am 1. Januar 2018 gab es an keiner Messstation in Stuttgart Überschreitungen des Feinstaub-Tagesmittelwertes. Am Neckartor wurden lediglich 17 Mikrogramm gemessen, 2017 lag der Wert bei 202 Mikrogramm. N ur in der Zeit von Mitternacht bis zwei Uhr nachts wurden Spitzenwerte verzeichnet. Die höchsten Halbstundenmittelwerte gab es laut LUBW an der Messstation Hauptstätter Straße mit 603 Mikrogramm und am Arnulf-Klett-Platz mit 501 Mikrogramm. Diese Halbstundenmittelwerte werden stark davon beeinflusst, wie viele Feuerwerkskörper in der Nähe der Messstation gezündet werden und wie die Wetterverhältnisse vor Ort sind, so die LUBW. Für die geringen Tagesmittelwerte machen die Experten die ungewöhnlich milde Witterung mit relativ starkem Wind und Niederschlag verantwortlich.

Die Stadt setzt, wie schon im Vorjahr, während der Weihnachtsferien mit dem Feinstaubalarm aus. Hintergrund ist, dass an den Feiertagen und in den Ferien erwartbar weniger Autoverkehr in der Stadt ist. Der erste mögliche Tag mit Feinstaubalarm im neuen Jahr ist Montag, der 8. Januar. Falls es notwendig werden sollte, würde der Alarm am Samstag, 6. Januar, ausgelöst. Die aktuelle Feinstaubalarm-Periode endet am 15. April 2018.