Presse
  •  

Auftaktveranstaltung zu "MeinPlan Stuttgart" mit Schirmherr Dr. Eckart von Hirschhausen

11.01.2018 Gesundheit
Das Projekt "MeinPlan Stuttgart" ist mit einer Auftaktveranstaltung am 11. Januar im Hospitalhof offiziell gestartet. Unter anderem sprachen Werner Wölfle, Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, und der Schirmherr des Projekts, Dr. Eckart von Hirschhausen.
Mit MeinPlan Stuttgart möchte die Landeshauptstadt zu einer sicheren Arzneimittelanwendung beitragen. Wichtigstes Hilfsmittel ist ein Medikationsplan, in dem Patienten alle Medikamente notieren, die sie anwenden.

Bürgermeister Werner Wölfle erklärte dazu: "Mit der Einführung von MeinPlan Stuttgart nimmt das Gesundheitsamt eine wichtige Aufgabe des Öffentlichen Gesundheitsdienstes wahr: Es geht uns um Information und Aufklärung von Einwohnerinnen und Einwohnern sowie um Vernetzung und Qualitätssicherung im Gesundheitswesen in der Stadt."

Auftaktveranstaltung zu 'MeinPlan Stuttgart' mit Schirmherr Dr. Eckart von Hirschhausen'Wissen, positive Erwartung und Eigenverantwortung sind so wirksam wie 'echte' Medikamente', so der Schirmherr von 'MeinPlan Stuttgart', Dr. Eckart von Hirschhausen. Foto: Franziska Kraufmann
Als Schirmherr unterstützt der Arzt, Autor, Fernsehmoderator und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen das Projekt: "Wissen, positive Erwartung und Eigenverantwortung sind so wirksam wie 'echte' Medikamente. Der Medikationsplan ist ein wichtiger Schritt zu einem sinnvollen Umgang mit Arzneimitteln. Gute Kommunikation mit dem Arzt, dem Apotheker, ein kompetenter Patient und eine gemeinsame Entscheidungsfindung gehören unbedingt dazu", sagte er.

Hintergrund von MeinPlan Stuttgart ist, dass jeder vierte Bürger über 65 Jahren derzeit vom Arzt vier oder mehr Arzneimittel verordnet bekommt und für die Mehrheit der Bevölkerung Medikamente fester Bestandteil ihres alltäglichen Lebens sind.  Zusätzlich zu verordneten Medikamenten kommen oftmals nicht-verschreibungspflichtige Präparate aus der Apotheke oder dem Einzelhandel. Nicht nur die Patienten selbst, auch die behandelnden Ärzte kann dies vor Schwierigkeiten stellen. Folge sind oft potenziell vermeidbare, unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Darüber hinaus kann es passieren, dass Arzneimittel nicht richtig wirken, weil sie nicht vorschriftsmäßig eingenommen werden.

Auftaktveranstaltung zu 'MeinPlan Stuttgart' mit Schirmherr Dr. Eckart von HirschhausenAuftakt für 'MeinPlan Stuttgart' im Hospitalhof (v.r.): Schirmherr Dr. Eckart von Hirschhausen mit Werner Wölfle, Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, und Heinz-Peter Ohm, Sachgebietsleiter Strategische Gesundheitsförderung beim Gesundheitsamt. Foto: Franziska Kraufmann
Um da den Überblick zu bewahren, hilft ein Medikationsplan. Dort tragen Patienten alle Medikamente ein, die sie anwenden. In Anlehnung an den bundeseinheitlichen Medikationsplan, der vom Arzt ausgehändigt wird, wird bei MeinPlan Stuttgart ein Medikationsplan stadtweit ausgelegt, der von Patientinnen und Patienten selbst angelegt, geführt und, auch mit Unterstützung des Arztes oder der Apotheke, aktualisiert wird. Wenn Patientinnen und Patienten den Medikationsplan konsequent nutzen, werden sie nicht nur für die Risiken bei der Arzneimittelanwendung sensibilisiert, sondern auch in ihrer Kompetenz als mündige Patienten gestärkt.

Entwickelt wurde das Projekt in Anlehnung an das "Aktionsbündnis Sichere Arzneimittelanwendung" im Rhein-Neckar-Kreis/Stadt Heidelberg. Die Stuttgarter Gesundheitskonferenz führt das Projekt innerhalb des Schwerpunktthemas "Gesundheitsförderung im Alter" durch. Zahlreiche Kooperationspartner sind mit eingebunden wie die Ärzteschaft Stuttgart, die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, der Verband der Krankenhäuser in Stuttgart e.V., die AOK Baden-Württemberg, das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie sowie die Klaus Tschira Stiftung gGmbH. Die Stuttgarter Kommunalpolitik unterstützt MeinPlan ebenfalls.

Für Silke Laubscher, Vizepräsidentin der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, gilt: "Arzneimittel wirken nur, wenn sie richtig angewendet werden. Das Projekt MeinPlan Stuttgart ergänzt die Beratung von Arzt und Apotheker und sorgt hoffentlich dafür, dass Patientinnen und Patienten künftig noch besser über ihre Arzneimitteltherapie informiert sind."

Alfred Bauser von der AOK Stuttgart-Böblingen erklärt, warum die Kasse das Projekt unterstützt: "Wenn unsere Patienten diesen Medikationsplan vollständig und aktuell halten, haben alle behandelnden Ärzte und beratenden Apotheker einen umfassenden Überblick über die aktuelle Arzneimitteltherapie des Patienten. Hausarzt, Fachärzte, Kliniken, Apotheker sowie pflegende Angehörige sehen auf einen Blick, welche Medikamente in welcher Dosis für den Patienten verordnet wurden. Somit kann der Patient bestmöglich versorgt werden."

Und aus Sicht von Greta Schuler von der VdK Patienten- und Wohnberatung verbessert MeinPlan Stuttgart die Situation für die Patienten: "Zur Steigerung der Gesundheitskompetenz sind Kommunikation und Klarheit wichtig: Gute Absprachen und Abstimmungen zwischen allen am Medikationsprozess Beteiligten kann ein Schlüssel zu mehr Patientensicherheit sein. Hierbei sind nicht nur ÄrztInnen, ApothekerInnen, Pflegende und andere Gesundheitsberufe gefordert, sondern auch PatientInnen und deren Angehörige."

Nach der Auftaktveranstaltung soll "MeinPlan Stuttgart" durch zahlreiche Veranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger begleitet werden und so zu einer sicheren Arzneimittelanwendung beitragen. Wünschenswert wäre eine Ausweitung des Projektes auf ganz Baden-Württemberg.

Weitere Informationen: www.stuttgart.de/meinplan

Verwandte Themen