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Der Stuttgarter Büromarkt 2017

26.02.2018 Wirtschaft
Der Büroflächenumsatz in Stuttgart hat gegenüber dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre ein solides Wachstum erreicht. Der Leerstand ist gleichzeitig noch weiter gesunken. Hauptumsatztreiber sind nach wie vor die Industrie und die IT-Branche.

Der Stuttgarter Büromarkt konnte im Jahr 2017 einen Flächenumsatz von 270.000 Quadratmetern verzeichnen. Dies sind rund 38 Prozent weniger als im durch Sondereffekte geprägten Vorjahr, gegenüber dem Zehnjahres-Mittelwert aber eine deutliche Steigerung. Mit lediglich etwa 56.800 Quadratmetern flossen im Vergleich zum Jahr 2016 wesentlich weniger Eigennutzerabschlüsse in das Ergebnis mit ein. Vor allem die Elektromobilität und der Trend zu flexiblem, projektbasierten Arbeiten verursacht Nachfrage nach Büroflächen. Der Leerstand sank weiter auf 2,1 Prozent. Dies geht aus dem aktuellen Stuttgarter Büromarktbericht der E & G Real Estate und der Stuttgarter Wirtschaftsförderung hervor.

Maßgeblich für die Entwicklung ist auch weiterhin die Industrie, die mit 107.000 Quadratmetern fast 40 Prozent des Gesamtvolumens ausmachte. Eine hohe Nachfrage war aber auch branchenübergreifend bei den fertiggestellten Neubauflächen zu verzeichnen. So konnten in den Projekten "Lautenschlager-Areal" und "Theo 9" bereits vor der Fertigstellung große Teile vermietet werden.

"Der Neuorientierungsprozess in der Automobilbranche, der Ausbau der Elektromobilität sowie Entwicklungen im Bereich autonomes Fahren haben die gesamte Zulieferkette einschließlich der IT erfasst. Dies führt zu kürzeren Entwicklungszyklen und einer höheren Nachfrage nach flexibler Gewerbeflächennutzung", erläutert Ines Aufrecht, die die städtische Wirtschaftsförderung leitet. "Die benötigte Flexibilität im Bürosektor wird teilweise über vorhandene Co-Working-Flächenanbieter abgebildet. Ausreichend ist das derzeitige Angebot aber nicht. Es fehlen die dazu notwenigen Flächen im urbanen Umfeld. Seitens der Wirtschaft wird der Leerstand von 2,1 Prozent als kritisch beschrieben", so Ulrich Nestel, Leiter Bürovermietung bei E & G Real Estate.

Spitzenmiete steigt auf 24,30 Euro

Im allen Preissegmenten zogen die Mieten aufgrund der Angebotsknappheit erneut deutlich an. Die Spitzenmiete legte um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, die Durchschnittsmiete im gesamten Stadtgebiet inklusive Leinfelden-Echterdingen erhöhte sich mit einem Preis von 13,70 Euro pro Quadratmeter sogar um 6,2 Prozent. Ein weiterer Grund für die Steigerung sind umfangreiche Modernisierungen. Im Preissegment bis 10 Euro wurden rund 61 Prozent weniger Abschlüsse getätigt als im Vorjahr; in der Innenstadt sind inzwischen kaum noch Mietflächen in dieser Preisklasse zu bekommen.

Leinfelden-Echterdingen und Vaihingen/Möhringen liegen vorn

Das stärkste Teilgebiet bildete mit einem Flächenumsatz von rund 61.300 Quadratmetern der Standort Leinfelden-Echterdingen. Mit 50.000 Quadratmetern für ihren "Truck Campus" in Leinfelden-Echterdingen war die Daimler AG für den größten Einzelumsatz verantwortlich. Auch im zweitgrößten Teilmarkt Vaihingen/Möhringen ist der Hauptanteil der 52.000 Quadratmeter Bürofläche auf die Daimler AG zurückzuführen. Es folgt knapp die Stuttgarter City mit 51.600 Quadratmetern. Neben der Anmietung der Anwaltskanzlei CMS Hasche Siegle von 11.300 Quadratmetern Bürofläche flossen zwei größere Mietverträge mit der Stadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg in das Ergebnis ein.

Leerstand sinkt weiter

Mit etwa 2,1 Prozent hat die Leerstandsquote einen der niedrigsten Werte seit langer Zeit erreicht. Insgesamt standen nur noch 167.000 Quadratmeter Bürofläche zum kurzfristigen Bezug zur Verfügung. Dies betrifft nicht nur die City, sondern auch die Peripherie. Um rund 43,6 Prozent auf gerade einmal 21.900 Quadratmeter hat sich Auswahl an Büroflächen in der Innenstadt reduziert; zusammenhängende Flächen gibt es kaum noch. Ines Aufrecht prognostiziert: "Bei Großgesuchen werden deshalb die Randlagen im Laufe der nächsten zwei Jahre in den Vordergrund rücken." Und Ulrich Nestel erläutert diesbezüglich: "In der City und der Innenstadt ist in diesem Zeitraum keine große Ausdehnung des knappen Flächenangebots zu erwarten. In diesen Lagen wird es erst wieder nach 2020 zu einer Entspannung kommen."

Den aktuellen Büromarktbericht können Sie hier downloaden: www.eug-realestate.de/bmb2017