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Monatsheft 3/2018 vom Statistischen Amt erschienen

21.03.2018 Aktuelles
Ein Hauptbeitrag zum Wahlverhalten im aktuell erschienenen Monatshefts Nummer 3, herausgegeben vom Statistischen Amt, untersucht die Unterschiede von Männern und Frauen bei der Wahlbeteiligung, der Stimmabgabe, der politisch-ideologischen Orientierung und der Parteitreue am Beispiel der Bundestagswahlen in Stuttgart.
Zusammenfassend lässt sich dazu feststellen: Einige tradierte Unterschiede im Wahlverhalten zwischen Frauen und Männern haben sich bis in die heutige Zeit erhalten oder wurden, wie der Frauenbonus bei der CDU, reaktiviert.

Politisch-ideologisch ordnen sich Frauen eher weiter links auf der Links-Rechts-Skala ein als Männer - das gilt verstärkt für Wählerinnen der CDU, der FDP und der AfD. Frauen sind zudem parteitreuer, ihre Parteiwechselbereitschaft ist eindeutig geringer ausgeprägt als die der Männer. Bei der Wahlbeteiligung sind die Unterschiede freilich nicht nur auf ein Minimum (zuletzt 0,7 Prozentpunkte) zusammengeschrumpft. Dass überhaupt noch ein Wahlbeteiligungsdefizit bei Frauen vorliegt, hat seinen Grund darin, dass sich Frauen im fortgeschrittenen Alter (meist nach dem Tod des Partners) verstärkt aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Sonst wäre die Partizipation der Frauen bei Wahlen höher als die der Männer.

Der zweite Hauptbeitrag des Monatshefts berichtet über das Projekt "Öffentlichkeitsarbeit" des Kulturamts, mit dem im Rahmen des preisgekrönten Vorhabens "Zukunftslabor Kultur" langfristige Strategien zur Zukunft einzelner Kultursparten entwickelt werden. Das Projekt wurde mit Studenten des Studiengangs "Kulturwissenschaft und Kulturmanagement" des Instituts für Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Statistischen Amt durchgeführt. Insgesamt gab es drei Befragungsmuster: die von Kultureinrichtungen, Besucherbefragungen von Veranstaltungen, sowie Online-Befragungen des Kulturpublikums. Damit sollten die Qualität der Öffentlichkeitsarbeit bei den Kultureinrichtungen ermittelt und Erkenntnisse über das Medienverhalten des Kulturpublikums der Zukunft gewonnen werden.

Das Stuttgarter Kulturpublikum informiert sich demzufolge vor allem analog über die Veranstaltungen der einzelnen Häuser, wobei die Medienarbeit und die Direktkommunikation der Einrichtungen die wichtigsten Quellen sind. Je enger die Bindung zu einem bestimmten Kulturanbieter ausgeprägt ist, desto relevanter wird die persönliche Ansprache. Dessen sind sich viele Kulturbetriebe bewusst, weshalb sie ihren Stammbesuchern häufig Veranstaltungen in direkter Ansprache anbieten. Dementsprechend wichtig ist für Kultureinrichtungen ein Informationsweg, den sie nur indirekt beeinflussen können: die Mundpropaganda durch Bekannte, Freunde oder Verwandte. In diesem "Inner Circle" der Stammbesucher und Kulturnutzer spielen digitale Medien kaum eine Rolle.

Sollte die Zukunft der Public Relation der Stuttgarter Kultureinrichtungen im Digitalen gesucht werden, fühlten sich den Ergebnissen dieser Befragung zufolge Stammbesucher und Intensivnutzer von Kunst und Kultur weniger angesprochen. Diese sind meist etwas älter, kommen aus mittlerem bis gehobenem sozialen Umfeld und sind je nach Kunstsparte und Einzelinteressen eher traditionell oder modern orientiert. Möglicherweise ergibt sich für sie durch Nutzung digitaler Medien kein Vorteil oder einzelne Kultureinrichtungen verfügen nicht über sie. Auf Grundlage der erhobenen Daten scheint es derzeit noch so, als sei den Kultureinrichtungen mit "Hilfe zur Selbsthilfe" für den eigenen Auftritt und Vertrieb mehr geholfen, wenn es um die Bindung von Stammbesuchern und Intensivnutzern geht.

Das Monatsheft Nr. 03/2018 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de sowie unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem erhältlich. Es kostet vier Euro.