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Meilenstein für das Klinikum Stuttgart: Neubau des Katharinenhospitals als größte Baumaßnahme der Landeshauptstadt eingeleitet

22.03.2018 Gesundheit
Das Katharinenhospital des Klinikums Stuttgart soll in den nächsten zehn Jahren als Maximalversorger zukunftsfähig ausgebaut werden. Große Teile des heutigen Katharinenhospitals stammen noch aus der Phase des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. Der Gemeinderat der Landeshauptstadt hat am Donnerstag, 22. März, mit großer Mehrheit die Weiterentwicklung des Standorts beschlossen. Für den Neubau des Katharinenhospitals investiert die Stadt rund 750 Millionen Euro.
Der Erste Bürgermeister Michael Föll sagte: "Das Klinikum Stuttgart ist das größte Krankenhaus Baden-Württembergs. Schon heute werden hier jährlich 90.000 Patienten stationär und 500.000 Patienten ambulant versorgt und über 50.000 Operationen durchgeführt. Mit der nun anstehenden größten Investition der Landeshauptstadt wird ein wichtiger Schritt getan, die medizinische Versorgung in der Metropolenregion auf höchstem Niveau sicherzustellen und attraktive Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal und Ärzte bereitzustellen."  

Die bisherigen Planungen für den Neubau des Katharinenhospitals wurden überprüft und erweitert: Die Investitionen steigen daher von ursprünglich 430 Millionen Euro auf rund 750 Millionen Euro. Die wichtigste Änderung gegenüber den alten Planungen betrifft den aus den 1950er Jahren stammenden achtstöckigen Hochhausriegel (Häuser A und B), der das Areal parallel zur Kriegsbergstraße durchtrennt. Bisher war vorgesehen, diesen Bettenbau mit Hubschrauberlandeplatz zu sanieren. Die Überprüfung der Planungen zeigte aber, dass eine Sanierung im laufenden Betrieb mit hohen technischen und Kostenrisiken sowie Belastungen für Patienten und Personal verbunden wäre. Gleichzeitig entsprächen die Grundrisse nicht den heutigen funktionalen Anforderungen an Krankenhausprozesse. Der Gemeinderat hat deshalb einen Neubau befürwortet, der vor allem Operationssäle, Intensivstationen und einen vergrößerten Hubschrauberlandeplatz in optimaler Anordnung umfasst. Die Gesamtkosten für diesen Neubau werden voraussichtlich 263 Millionen Euro betragen.  

Neben dem Ersatz des alten Hochhausriegels soll auch der schon länger vorgesehene Neubau für den Katharinenhof (Haus E) dem Nachbargebäude (Haus F) als "städtebaulicher Zwilling" angeglichen werden. Durch die größere und organisatorisch vorteilhaftere Variante dieses Neubaus gelingt es, dezentrale Gebäude freizuziehen und damit die im Bebauungsplan vorgesehene Grünverbindung im Zentrum des Campus - die sogenannte Grünfuge - zwischen der Sattlerstraße und der Kriegsbergstraße zu realisieren. Dies war dem Gemeinderat mit Blick auf das Stadtklima sehr wichtig.

Der 2017 neben dem bisherigen Katharinenhof begonnene Bau des zentralen Gebäudes (Haus F) kommt gut voran. Hier wird sich künftig der Haupteingang des Katharinenhospitals mit zentraler Aufnahme, Intensivstationen und internistischen Kliniken befinden. Das Richtfest wird im Juni 2018 gefeiert. 2019 startet die Errichtung eines Zentrums für Nuklearmedizin und Strahlentherapie auf dem benachbarten Baufeld Ecke Kriegsbergstraße/Herdweg, das wichtige Aufgaben an der Schnittstelle von ambulanter und stationärer Therapie erfüllt (Haus G). Die Stadträtinnen und Stadträte haben dem aktualisierten Raum- und Funktionsprogramm sowie der Fortschreibung des Budgets auf rund 67 Millionen Euro zugestimmt. Zugleich wurde das Klinikum ermächtigt, die Weiterplanung und Ausschreibung des Neubaus von Haus G bis zum Bau- und Vergabebeschluss vorzunehmen.

Das Klinikum Stuttgart umfasst das Krankenhaus Bad Cannstatt und am Standort Mitte das Olgahospital und das Katharinenhospital. Die bauliche Modernisierung des Maximalversorgers wurde mit dem Neubau des Olgahospitals - Deutschlands größter Kinderklinik - eingeleitet. Der jetzt beschlossene nächste große Schritt stärkt nun das Katharinenhospital.