Presse
  •  

Elternbefragung zum Bildungs- und Betreuungsbedarf

17.04.2018 Kinder/Jugend
Das neue Monatsheft Nummer 4 des Statistischen Amts stellt die ersten Ergebnisse einer "Bedarfs- und Qualitätsanalyse zu Ganztagesgrundschulen in Stuttgart" vor.

In der Landeshauptstadt wurde mit dem Rahmenkonzept zum Ausbau der Grundschulen zu Ganztagesschulen 2013 die Grundlage gelegt, um Familien und Kindern ganztägige Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten anzubieten.

Vor diesem Hintergrund hat das Referat Jugend und Bildung das Projekt angestoßen, um den tatsächlichen Bildungs- und Betreuungsbedarf der Eltern von künftigen Grundschulkindern zu erheben und die bisherigen Erfahrungen und Bewertungen in den bestehenden Ganztagesgrundschulen bei den verschiedenen Akteuren zu ermitteln.

Zentraler Baustein der Bedarfsanalyse war die schriftliche Befragung der Eltern durch das Statistische Amt. Die Erhebung erfolgte zwischen dem 19. Juni und dem 4. August 2017. Alle in Stuttgart lebenden Eltern (Stichtag: 23.05.2017), deren Kinder zwischen dem 1.10.2010 und dem 30.09.2012 geboren sind und somit regulär zu den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 eingeschult werden, wurden postalisch angeschrieben. Dies entspricht einer Grundgesamtheit von 10.120 angeschriebenen Eltern. 52 Prozent der Eltern beteiligten sich an der Befragung.

Die Befragung hat deutlich gemacht, dass ein sehr großer Teil bereits recht klare Vorstellungen von dem Betreuungsbedarf der Kinder im Grundschulalter hat. Ein anderer Teil der Eltern - rund ein Fünftel der Befragten - will oder kann sich jedoch noch nicht festlegen, welche Bedarfe bestehen.

Großteil der Eltern wünscht sich ganztägige Betreuung

Um den Bedarf für die einzelnen Bildungs- und Betreuungsarten abschätzen zu können, wurden verschiedene Szenarien entwickelt, wie sich die Eltern mit aktuell noch unklarem Bildungs- und Betreuungswunsch auf die Betreuungstypen aufteilen könnten. Insgesamt ergibt sich folgende Aufteilung des Bildungs- und Betreuungsbedarfs: ganztägig 46 bis 65 Prozent, halbtägig 21 bis 39 Prozent, flexibel 12 bis 17 Prozent.

Damit wird deutlich, dass knapp die Hälfte bis zwei Drittel der Eltern den Bedarf einer ganztägigen Betreuung haben. Dieser Wunsch ist bei Eltern mit hohem Haushaltsnettoeinkommen etwas stärker ausgeprägt als in Haushalten mit niedrigerem Einkommen, macht jedoch in allen Einkommensgruppen rund 50 Prozent aus. Die andere Hälfte der Eltern (33 bis 56 Prozent) wünscht sich keine ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für ihre Kinder. Der größere Teil hiervon ist mit halbtägigen Angeboten bis 14 Uhr zufrieden, ein kleinerer Teil wünscht sich zusätzlich zu Halbtagesangeboten auch flexible Bildungs- und Betreuungsangebote an einzelnen Tagen über 14 Uhr hinaus. Bei dieser Gruppe handelt es sich zum Großteil um Haushalte mit mittlerem oder höherem Einkommen.

Im neuen Monatsheft gibt es zusätzliche Beiträge zur Kindeswohlgefährdung in Stuttgart sowie zur Entwicklung der Verkehrsmittelwahl zur Arbeit oder Ausbildung.

Das Monatsheft Nr. 04/2018 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de sowie unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem erhältlich. Es kostet vier Euro.