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Stadt stellt Artenschutzkonzept vor - BM Pätzold: "Maßnahmenkatalog, um die Artenvielfalt in Stuttgart zu bewahren"

18.04.2018 Umwelt
Die Landeshauptstadt hat ein detailliertes Artenschutzkonzept entwickelt. Es ist eines der ersten seiner Art in Deutschland und soll als Leitfaden für den Arten- und Naturschutz in Stuttgart dienen. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, hat das Konzept am Mittwoch, 18. April, vorgestellt. Bis 2022 will die Stadt über 900.000 Euro in Flächen investieren, die für den Artenschutz wertvoll sind.
LHS Stadt stellt Artenschutzkonzept vorVergrößernStellten das Artenschutzkonzept vor (von links): Hans Christian Stotzem (Amt für Umweltschutz), Dr. Hans-Wolf Zirkwitz (Leiter Amt für Umweltschutz), Bürgermeister Peter Pätzold. Foto: Thomas HörnerStellten das Artenschutzkonzept vor (von links): Hans Christian Stotzem (Amt für Umweltschutz), Dr. Hans-Wolf Zirkwitz (Leiter Amt für Umweltschutz), Bürgermeister Peter Pätzold. Foto: Thomas Hörner
Bürgermeister Pätzold sagte: "Das Artensterben findet auch in Stuttgart statt. In Zeiten von Klimawandel und intensiver Landwirtschaft ist es wichtiger denn je, Maßnahmen für den Artenschutz zu ergreifen." Der Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten sei eine große Herausforderung, aber extrem wichtig, so der Bürgermeister. Pätzold weiter: "Mit dem Artenschutzkonzept haben wir jetzt einen Maßnahmenkatalog, um die Artenvielfalt in Stuttgart zu bewahren."

Das 360-Seiten starke Konzept wurde in den vergangenen drei Jahren vom Amt für Umweltschutz entwickelt. Es ist eine Reaktion auf das globale Artensterben, dass sich auch in Stuttgart bemerkbar macht. So sind mittlerweile einige Tier- und Pflanzenarten aus dem Stadtgebiet verschwunden. Häufig sind es Arten, deren Verschwinden auf den ersten Blick nicht auffällt, wie beispielsweise der Kleine Heidegrashüpfer oder die Samthummel. Aber auch größere Arten wie die Wechselkröte, der Laubfrosch oder der Flussregenpfeifer sind in Stuttgart nicht mehr heimisch.

Durch den Schutz sogenannter "Zielarten" soll die Artenvielfalt in Stuttgart bewahrt werden. Insgesamt sind im Artenschutzkonzept 96 Tier- und 93 Pflanzenarten aufgelistet, die stellvertretend für die Artenvielfalt Stuttgarts stehen. Die Experten vom Amt für Umweltschutz wissen, dass ein wirksamer Artenschutz nur über den Schutz der Lebensräume dieser Tiere und Pflanzen möglich ist. Deshalb nennt das Konzept Flächen und Biotope, die durch Pflegemaßnahmen geschützt und aufgewertet werden sollen. Darunter sind die Magerrasen der Egelseer Heide in Stuttgart-Rotenberg, der Waldrand am Lemberg in Stuttgart-Feuerbach und der Probstsee in Stuttgart-Möhringen. Die Pflegemaßnahmen beginnen teilweise schon in diesem Jahr.

Wie in jedem Jahr finden auch 2018 wieder die Tage der Artenvielfalt statt. Organisator ist das Amt für Umweltschutz. 2018 stehen die Tage der Artenvielfalt ganz im Zeichen des Artenschutzkonzepts. Vom 21. April bis zum 6. Mai können die Bürgerinnen und Bürger faszinierende Einblicke in die Stuttgarter Natur und ihre Tier- und Pflanzenwelt erhalten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich unter der Rufnummer 0711 216-88600 für verschiedene Veranstaltungen und Führungen anmelden. Das Angebot reicht von der Erforschung von Kleintieren in Bächen, über die nächtliche Beobachtung von Fledermäusen am Max-Eyth-See bis zu einer geführten naturkundlichen Wanderung durch den Rot- und Schwarzwildpark.

Das Artenschutzkonzept ist online einsehbar unter: www.stuttgart.de/artenschutzkonzept