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Gesundheitslotsen für Migrantinnen und Migranten

24.04.2018 Gesundheit
Das Projekt "Gesundheitslotsen für Migrantinnen und Migranten in Stuttgart" geht dank der gemeinsamen trägerübergreifenden Förderung der gesetzlichen Krankenkassen sowie der Unfallkasse Baden-Württemberg mit über 200.000 Euro an den Start. Mit der konkreten Umsetzung der Förderung wurde die Stiftung für gesundheitliche Prävention des Landes Baden-Württemberg beauftragt. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und zielt darauf ab, dass gut integrierte Migrantinnen und Migranten zu sogenannten Gesundheitslotsen ausgebildet werden, um ihre Landsleute an Themen zur Prävention und Gesundheitsförderung heranzuführen und über das deutsche Gesundheitssystem zu informieren.

45 Prozent der Stuttgarter Einwohner haben einen Migrationshintergrund und stammen aus 180 verschiedenen Nationen. So unterschiedlich wie die Herkunft der Menschen in Stuttgart ist, so unterschiedlich sind auch die Einstellungen zum Thema Gesundheit und Krankheit und das Wissen über das Gesundheitssystem. Studien zur Gesundheit von Migrantinnen und Migranten in Deutschland weisen einen Zusammenhang zwischen dem Migrationsstatus und der gesundheitlichen Lage im Sinne eines schlechteren allgemeinen Gesundheitszustands auf.

"Wichtig ist es, Migrantinnen und Migranten über das deutsche Gesundheitssystem zu informieren und über Gesundheitsthemen, insbesondere zur Prävention und Gesundheitsförderung aufzuklären", sagt Ministerialdirektor Prof. Dr. Wolf-Dietrich Hammann, Vorsitzender des Koordinierungsausschusses der Stiftung gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg, der über die Projektförderungen entscheidet. "Die Herausforderung liegt darin, an die Zielgruppe heranzukommen, eine Vermittlung dieser Informationen kann am besten gelingen, wenn sie von Personen überbracht werden, die sowohl die gleiche Sprache sprechen als auch den kulturellen Hintergrund verstehen."

Gesundheitslotsen als interkulturelle Brückenbauer

Bürgermeister Werner Wölfe sieht in dem Projekt die Chance, Gesundheitslotsen als interkulturelle Brückenbauer einzusetzen. "Wir brauchen für diese Zielgruppe Ansprechpartner vor Ort, das heißt, im Quartier oder in den einzelnen Communities", erklärt er.

Die Durchführung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit allen für die Zielgruppe relevanten Ämtern und Institutionen, wie die Abteilung Integrationspolitik, Migrantenvereine und weitere mehr. Das bereits bestehende Netzwerk soll gemeinsam mit den am Projekt Beteiligten weiterentwickelt werden.

"Im Rahmen unseres Bündnisses für Integration können wir in Stuttgart bereits auf zahlreiche Institutionen zurückgreifen, die zu einer Verbesserung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen. Diese vorhandenen Strukturen sollen genutzt und in das Projekt eingebunden werden. So kann es auch einen Beitrag dazu leisten, Gesundheitsthemen noch intensiver in der Integrationspolitik unserer Stadt zu verankern", so Wölfle.

Das Besondere ist, dass sowohl die Lotsen als auch die Zielgruppe im Sinne der Partizipation in die Entwicklung des Projekts eingebunden werden. Hierzu zählen sowohl die Auswahl der relevanten Themen als auch die Weiterentwicklung und Anpassung von Materialien mit dem Ziel, den individuellen Bedürfnissen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu entsprechen.

Das Projekt ist am 23. April im Sozial- und Gesundheitsausschuss vorgestellt worden. Ansprechpartner ist das Gesundheitsamt Stuttgart, Projektkoordinatorin Simone Schmidt-Goretzky, Telefonnummer 216-59415, E-Mail simone.schmidt-goretzky@stuttgart.de.