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Schutz von Wildbienen im Naturschutzgebiet - Stadt sucht Lösung mit Imkern in Plieningen

04.05.2018 Umwelt
Der Erhalt der Artenvielfalt ist der Stadt Stuttgart sehr wichtig. Dies gilt vor allem für Naturschutzgebiete, wie dem Weidach-Zettachwald in Stuttgart-Plieningen. Hier leben mehrere Arten von Wildbienen, deren Schutz rechtlich streng festgeschrieben ist.
Die Wildbienen sind auf spezielle Nahrung und Biotope angewiesen. Häufig sind für die bedrohten Tiere Naturschutzgebiete die einzige Rückzugsmöglichkeit. Honigbienen konkurrieren mit ihnen manchmal in diesem Raum. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, erklärte am Freitag, 4. Mai: "Die Konkurrenzsituation, insbesondere bei der Nahrung, müssen wir entschärfen. Deswegen müssen die Kästen der Honigbienen, die im Weidach-Zettachwald bislang an fünf Standorten standen, entfernt werden. Dies hat auch rechtliche Gründe. Ich bedauere es, wenn es hier im Verfahren zu Misstönen gekommen ist."

Das Amt für Umweltschutz hatte die fünf betroffenen Grundstücksbesitzer auf die rechtliche Situation hingewiesen und eine erste Frist zur Versetzung der Bienenkästen gesetzt. Zwei Imker sind der Aufforderung bereits nachgekommen. Mit den drei verbliebenen wird die Stadt am Montag sprechen, um eine gemeinsame Lösung zu suchen. Die Stadt wird zur Umsetzung der jeweiligen Lösung die dafür notwendige Zeit einräumen. "Ich bin gewiss: Wir werden mit den Imkern schnellstmöglich eine Lösung finden, die allen Belangen gerecht wird", so Pätzold.

Der Bürgermeister weiter: "Wir wollen Wildbienen und Honigbienen gleichermaßen schützen und pflegen. Deswegen diskutieren wir mit dem Regierungspräsidium und der Landesanstalt für Bienenkunde, wie das Nahrungsangebot für Bienen insgesamt verbessert werden kann." Die Stadt kann im Rahmen des Programms "Grüne Infrastruktur" Geld auch für die Artenvielfalt oder für Blumenwiesen investieren.

Pätzold abschließend: "Es ist schön, dass sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger für Bienen und das Imkern begeistern. Sollten daraus Konflikte mit anderen Tieren und Pflanzen entstehen, werden wir nachhaltige Lösungen suchen und finden."