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Gemeinsam für starke Kinder in Stuttgart - Symposium gegen Kinderarmut am 13. Juni im Rathaus Stuttgart

13.06.2018 Kinder/Jugend
Die Kinderbeauftragte der Stadt Stuttgart, Maria Haller-Kindler, hatte gemeinsam mit der Bürgerstiftung Stuttgart und dem Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart zum Symposium gegen Kinderarmut "Gemeinsam für starke Kinder in Stuttgart" eingeladen. Werner Wölfle, Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, hat die erste gemeinsame Veranstaltung der drei Kooperationspartner am 13. Juni im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses eröffnet.
Bürgermeister Wölfle sagte: "Teilhabe und Chancengerechtigkeit von Kindern aus finanziell schlechter gestellten Familien sind ein zentraler Aspekt einer kinderfreundlichen Stadt. Ich begrüße es ausdrücklich und bin dankbar dafür, dass heute Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammen mit Mitarbeitenden aus Verwaltung und Einrichtungen zusammenkommen, um gemeinsam konkrete Lösungsansätze für Problemfelder zu finden, um die Armutsfolgen bei Kindern in Stuttgart ganz konkret zu minimieren."

Gerda Holz vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik hat in ihrem Fachvortrag "Armut(sfolgen) bei Kindern - Ansatzpunkte zur gemeinsamen Prävention" deutlich gemacht: "Allen Kindern ein Aufwachsen im Wohlergehen zu ermöglichen und die Folgen von Armut bei jungen Menschen zu verhindern beziehungsweise zu vermindern, ist Ansatz der Armutsprävention. Dazu bedarf es hoher Armutssensibilität in unserer Gesellschaft und vor allem bei all den Institutionen und Menschen, die für Kinder und Jugendliche relevant sind."

Kinder aus den Schülerhäusern der Wilhelm-Hauff und der Schwabschule haben im Anschluss eigene Vorschläge zu mehr Chancengerechtigkeit gemacht und ihre Ideen wie eine Urlaubs-Tauschbörse vorgestellt.

Bürgermeister Wölfle hat anschließend in seinem Input betont, dass "die Stadt Stuttgart schon viel tut, um allen Kindern in Stuttgart gute Startchancen ins Leben zu ermöglichen. Sei es die bundesweit einmalige Bonuscard, die ab diesem Jahr deutlich aufgewertete Familiencard oder durch die Unterstützungen durch das Jobcenter mit dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) in Höhe von 9,8 Millionen Euro. Als Vorbereitung für die kommendes Jahr stattfindende Armutskonferenz sind mehrere stadtteilbezogene Treffen mit Bonuscard-Inhabern geplant, um direkt mit den von Armut Betroffenen über weitere Verbesserungen nachzudenken." Teilhabe zu ermöglichen, sei aber mehr als materielle Unterstützung. "Mit Familienzentren und Generationentreffs in allen Stadtteilen wollen wir Orte der Begegnungen schaffen, in denen sich alle Schichten der Gesellschaft treffen und sich gegenseitig unterstützen können", so Bürgermeister Wölfle weiter.

Am Nachmittag wurden in Arbeitsgruppen Lösungen für ganz konkrete Probleme entwickelt zu den fünf Themenfeldern "Wohnumfeld - Räume für Familien nutzbar machen", "Ernährung - Versorgung bis zum Monatsende", "Entspannung - Kraftschöpfen in finanziell angespannter Situation", "Orientierung und Information - Zugänge zu bestehenden Angeboten" sowie "Übergang weiterführende Schulen - Begleitung und Ausstattung".

Nicole Scholl, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, sagte zusammenfassend: "Kinderarmut kann nur bekämpft werden, wenn Staat, Zivilgesellschaft und Unternehmen gemeinsam konkrete Lösungen entwickeln und umsetzen. Wir als Bürgerstiftung Stuttgart fördern deswegen solche gemeinsamen Formate, in denen Haupt- und Ehrenamtliche auf Augenhöhe zusammenarbeiten."

Dr. Stephanie Mair-Huydts, Vorstandsmitglied des Fördervereins Kinderfreundliches Stuttgart, sagte abschließend: "Es freut uns sehr, dass es uns mit dem Symposium gelungen ist, gemeinsam mit dem Kinderbüro und der Bürgerstiftung nach konkreten Lösungsansätzen zu suchen. Nun sind neben Verwaltung und Politik auch wir als Zivilgesellschaft gefragt, die Ansätze weiterzuverfolgen, um die Kinder unserer Stadt zu stärken."