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70 Jahre Städtepartnerschaft: Zahlreiche Stuttgarter reisen nach St. Helens

03.07.2018 Internationales
Sie ist die erste Partnerstadt Stuttgarts und eine der ersten zehn Städtepartnerschaften weltweit: Seit 1948 pflegt Stuttgart eine Freundschaft mit der englischen Stadt St. Helens. Dieses Jahr feiert sie ihr 70-jähriges Bestehen. Zur Feier reist eine Delegation vom 6. bis 8. Juli nach St. Helens. Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, leitet sie, wie die Stadt am 3. Juli bekannt gab.

Schairer erklärte: "Die Partnerschaft mit St. Helens ist Stuttgarts älteste Städtepartnerschaft. Sie entstand drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, zu einer Zeit, in der viele Briten nicht gut zu sprechen waren auf Deutschland. Walter Marshall besuchte dennoch als erster englischer Bürgermeister mit einer Delegation Stuttgart und bot seine Unterstützung beim Wiederaufbau der Stadt an." Seither pflegten die Städte eine enge Freundschaft. Schairer weiter: "Heute bestehen fünf aktive Schulpartnerschaften, Kulturvereine organisieren Konzerte und Theaterprojekte und Sportlerinnen und Sportler nehmen gegenseitig an Wettkämpfen teil, wie dem Stuttgart-Lauf. Bis heute treten Läufer aus der englischen Partnerstadt regelmäßig an, so war es auch dieses Jahr."

Die Teilnehmer - Mitglieder der Gemeinderatsfraktionen und Vertreter der Verwaltung - treffen auf Repräsentanten der Stadt St. Helens, pflegen politischen Austausch, besuchen Stadtentwicklungsprojekte, Partnerschulen, ein Partnerschafts-Fußballspiel und treffen zahlreiche Stuttgarter.

Vertreter des Städtisches Weinguts, des Internationalen Bunds und Ehrenamtliche präsentieren Stuttgarter Wein und schwäbische Spezialitäten auf dem "Internationalen Food & Drink Festival". Zu einem Austausch ebenfalls vor Ort sind Schülerinnen und Schüler des Ferdinand-Porsche- und Leibniz-Gymnasiums, ein Team der Kaufmännischen Schule Nr.1, Studierende und Dozenten der Universität Stuttgart, Spieler und Betreuer des TSV Uhlbach sowie eine Duale Studentin bei der Landeshauptstadt Stuttgart, die ein Praktikum bei der Stadtverwaltung St. Helens absolviert.

Neues Fensterglas für Stuttgart

Das Verdienst am Zustandekommen der Städtepartnerschaft gebührt den beiden damaligen Bürgermeistern Dr. Arnulf Klett und Walter Marshall. Klett bemühte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges früh, Kontakte mit einer britischen Stadt herzustellen. Stuttgart und St. Helens hatten zu dieser Zeit eine ähnliche Gesamtwohnfläche und vergleichbare Einwohnerzahlen. Beide Städte waren Industriezentren, die nach Kriegsende dieselben gewerbliche Interessen teilten und vergleichbare Probleme zu bewältigen hatten.

Durch die Freundschaft zu einer Unternehmer-Familie aus Stuttgart gelang es Klett, sein Ziel zu erreichen. Marshall, damaliger Bürgermeister der Stadt St. Helens erfuhr von dem Anliegen und begeisterte sich für die Idee Kletts, interkommunale Beziehungen aufzubauen.

Vom 27. August bis zum 4. September 1948 besuchte Marshall als erster englischer Bürgermeister mit einer Delegation Deutschland und das zerbombte Stuttgart. Von der Zerstörung der Stadt zutiefst betroffen, bot er an, für die Reparaturen Fensterglas aus St. Helens zu liefern, dem damaligen europäischen Zentrum der Glasproduktion. Mit dieser Geste unterstützte Marshall den Wiederaufbau der Stadt Stuttgart und leistete einen ganz besonderen Beitrag, um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu normalisieren.

Jubiläumsjahr 2018

Neben St. Helens pflegt Stuttgart Partnerschaften zu neun weiteren Städten. Dieses Jahr stehen gleich drei runde Geburtstage an - St. Helens (70 Jahre), Mumbai (50 Jahre) und Lodz (30 Jahre) - das macht 2018 zum Jahr der Partnerstädte. Mehr über die Städtepartnerschaften und die Aktionen im Jubiläumsjahr unter: www.stuttgart.de/staedtepartnerschaftsjahr2018.

Die Jubiläums-Broschüre zur Partnerschaft mit St. Helens können Sie hier herunterladen: