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Bürgermeister Werner Wölfle entrollt Flagge des Bündnisses "Mayors for Peace"

04.07.2018 Soziales
Als Vertreter der Landeshauptstadt Stuttgart entrollt der Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, Werner Wölfle, am Montag, 9. Juli, um 13 Uhr die Flagge des Bündnisses "Mayors for Peace" vom Balkon des Stuttgarter Rathauses.
Die Flagge symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes "Mayors for Peace" für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. In diesem Jahr appellieren die "Bürgermeister für den Frieden" mit der Aktion zudem an die Atommächte und weiteren Staaten der Weltgemeinschaft, den im Juli 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen.

Bürgermeister Wölfle erklärt: "Es ist das große Anliegen der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, der Hibakushas, die Atommächte und weitere Staaten aufzufordern, dem Vertragswerk beizutreten. Wir, die 'Bürgermeister für den Frieden', unterstützen mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge diesen Wunsch."

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri schätzt, dass die neun Staaten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea aktuell zusammen 14.465 Atomwaffen besitzen. Das sind zwar 470 weniger als im Vorjahr, doch alle Staaten, die über Atomwaffen verfügen, haben entweder begonnen, sie zu modernisieren oder langfristige Programme dafür angekündigt, so das Institut. "Trotz einer Reduzierung der atomaren Sprengköpfe ist eine deutliche nukleare Abrüstung nicht in Sicht. Wir werden uns daher auch in diesem Jahr mit Nachdruck für das Ziel einer atomwaffenfreien Welt einsetzen", so Wölfle weiter.

Vor dem Entrollen der Flagge findet ab 11 Uhr auf dem Marktplatz die von der Friedenswerkstatt Mutlangen und den Stuttgarter Friedensgruppen organisierte Kunstaktion "#3DnukeMissile - Atomwaffen an die Kette legen" statt. Das von Joe Hill für das World Future Council geschaffene Kunstwerk erweckt die Illusion, dass eine Atomrakete startbereit aus dem Untergrund ragt. In einer gemeinsamen Aktion wird diese an die Kette gelegt. Inzwischen nehmen mehr als 270 Städte an der deutschlandweiten Aktion teil.

Der Flaggentag erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag, das Hauptrechtssprechungsorgan der Vereinten Nationen, das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Der IGH sagte einstimmig, dass die Atomwaffenstaaten verpflichtet sind, nach Artikel 6 des 1968 geschlossenen Nichtverbreitungsvertrags (NPT) in redlicher Absicht Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen zu führen und die Atomwaffen auch tatsächlich abzuschaffen.