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Ergebnisse der zweiten Testphase des Projekts "Straßenreinigung Feinstaub" vorgestellt

17.07.2018 Aktuelles
Im Ausschuss für Umwelt und Technik sind am Dienstag, 17. Juli, die Ergebnisse der zweiten Testphase des Projekts "Straßenreinigung Feinstaub" vorgestellt worden. Spezialfahrzeuge haben während der letzten Feinstaubalarm-Periode die Fahrspuren und Gehwege rund um das Neckartor gereinigt. Wie schon im letzten Jahr koordinierte DEKRA den Testversuch.

Um herauszufinden, ob sich der Einfluss der Reinigungsarbeiten belegen lässt, hat DEKRA unterschiedliche Auswertungen der Messwerte durchgeführt. Die Untersuchungen haben ergeben, dass es an der Messstation Am Neckartor einen Unterschied bei den Feinstaub-Werten an Reinigungstagen und Nicht-Reinigungstagen gibt. Ob dies vornehmlich der Reinigung oder der meteorologischen Situation geschuldet ist, lässt sich nicht zweifelsfrei klären.

Zwei von drei Vergleichsstationen in Stuttgart (Arnulf-Klett-Platz und Schlossgarten) stützen die DEKRA-These eines positiven Reinigungseffekts, eine andere Station (Heilmannstraße) dagegen nicht. Eine eindeutige Identifikation der Ursachen für die positive Entwicklung der Feinstaubwerte bleibt deshalb offen.

DEKRA-Vorstandsmitglied Clemens Klinke sagte: "Die Feinstaubwerte im Herbst/Winter 2017/18 waren besser als je zuvor. Die Überschreitungstage konnten um 65 Prozent reduziert werden. Eine eindeutig quantifizierbare Ursachenanalyse wird durch die günstige meteorologische Situation im Blick auf Luftaustausch, Regenhäufigkeit und Temperaturverlauf erschwert. Angesichts der Datenvergleiche, die unsere Experten in einer Vielzahl von Auswertungen erarbeitet haben, sind wir jedoch überzeugt, dass die Reinigungsmaßnahmen am Neckartor entsprechend der Zielsetzung wirksam sind."

Ob die Straßenreinigung fortgesetzt wird, wird der Gemeinderat nach der Sommerpause entscheiden.

Hintergrund Testprojekt "Straßenreinigung Feinstaub"

Zwischen dem 16. Oktober 2017 und dem 15. April 2018 wurden die Fahrbahnen in einer Kombination aus Wasserdruck und Absaugung gereinigt, die Gehwege mit einer mechanischen Reinigung. Konkret handelte es sich dabei um Abschnitte der Willy-Brandt-Straße und Cannstatter Straße zwischen dem Gebhard-Müller-Platz und der Heinrich-Baumann-Straße. Die Reinigungsfahrten wurden von den Firmen Reuther und Oberheiden durchgeführt. Sie fanden an fünf Tagen die Woche von Sonntag bis Freitag in der Zeit von 22 bis 5 Uhr statt. Insgesamt gab es 89 Reinigungs-Tage. Witterungsbedingt musste vor allem im Februar öfters mit der Straßenreinigung ausgesetzt werden. DEKRA leitete die Testkoordination und organisierte die Messtechnik sowie die Analytik. Die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), das Amt für Umweltschutz und die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) unterstützten DEKRA bei der Durchführung des Projekts.

Nach einer ersten Testphase von 1. März bis 6. April 2017 hat der Ausschuss für Umwelt und Technik im Juli 2017 mit breiter Mehrheit die Fortsetzung des "Testprojekts Straßenreinigung Feinstaub" beschlossen. Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde DEKRA beauftragt zum Start der neuen Feinstaubalarm-Periode eine zweite Testphase durchzuführen. Für die Fortführung der Straßenreinigung wurden im Doppelhaushalt 2018/2019 rund 655.000 Euro eingestellt.

Präsentation: Ergebnisse 2. Testphase "Straßenreinigung Feinstaub" (PDF)