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Durchschlag am Tunnel Feuerbach - Alle vier Röhren am Nordkopf von Stuttgart 21 angekommen

17.07.2018 Stuttgart 21
Nur noch eine dünne Wand trennt den Eingang des Tunnels Feuerbach am künftigen Nordkopf des neuen unterirdischen Hauptbahnhofs Stuttgart 21 von der kilometerlangen, dahinterliegenden Röhre. Dann wird auch dieser Rest von den erfahrenen Mineuren mit schwerem Gerät durchgeschlagen - vor den Augen zahlreicher Gäste, die mit der Bahn zusammen den Tunneldurchschlag am 17. Juli feierten.

Durchschlag Tunnel Feuerbach mit OB KuhnVergrößernDurchschlag Tunnel Feuerbach am 17. Juli (v.l.): Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Claude-Patrick Jeutter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Baresel GmbH, Selma Kreutzer, Patin des Tunnels und Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn. Foto: Leif PiechowskiDurchschlag Tunnel Feuerbach am 17. Juli (v.l.): Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Claude-Patrick Jeutter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Baresel GmbH, Selma Kreutzer, Patin des Tunnels und Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn. Foto: Leif PiechowskiDamit ist nun auch die letzte von insgesamt vier Tunnelröhren am Nordkopf des zukünftigen Hauptbahnhofs angekommen. Mit dem Durchschlag sind nun rund 41 Kilometer Tunnelröhren und damit über 70 Prozent der Tunnel des Projekts Stuttgart 21 vorgetrieben.

"Stuttgart 21 wird erheblich dazu beitragen, mehr Reisende auf die Schiene zu bringen. Ich freue mich darauf, dass Millionen Fahrgäste von kürzeren Reisezeiten, neuen Direktverbindungen und mehr Zügen profitieren werden", sagte Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sprach den am Projekt beteiligten Mineuren seinen Respekt aus und wünschte allen "Glück auf". "Der heutige Tunneldurchschlag ist ein bedeutender Tag auf dem Weg zur Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21. Der erfolgreiche Tunneldurchschlag ist wichtig, weil wir als Stadt ein großes Interesse daran haben, dass das Projekt zügig voranschreitet. Deshalb sage ich: Bauen Sie schnell und bauen Sie sicher," betonte Kuhn.

"Denn wir wollen Stuttgart städtebaulich rasch weiterentwickeln und dazu benötigen wir das freiwerdende Gleisgelände, unter anderem, um dort über 7 000 Wohnungen zu bauen", so der OB weiter. An den Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur, Steffen Bilger, gewandt, forderte Kuhn den Bund auf, stärkere Verantwortung bei den Kosten von Stuttgart 21 zu übernehmen. Bilger hatte erklärt, Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur seien für die Bundesregierung von höchster Priorität.

Stuttgart 21 werde als hochmoderne Infrastrukturanbindung den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg attraktiver machen und den Menschen in der Region auf Jahrzehnte hinaus gute Dienste leisten, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg.

Begonnen haben die Bauarbeiten an dem nun durchgeschlagenen Teil des Tunnels Feuerbach im Juni 2015. Der Durchschlag der ersten Röhre folgte dann im März 2018. Die gesamte Tunnelbauleistung beträgt über sechs Kilometer. Mit dem Bau war 2012 eine Arbeitsgemeinschaft aus den Unternehmen Baresel GmbH und Alfred Kunz Untertagebau München sowie der Walo Bertschinger AG aus der Schweiz beauftragt worden.

Der Tunnel Feuerbach beginnt im Bahnhof Feuerbach und führt von dort auf direktem Weg zum zukünftigen Hauptbahnhof. Er verläuft weitgehend in zwei voneinander getrennten, eingleisigen, jedoch durch Rettungsstollen verbundenen Röhren. In der Zukunft sollen durch diesen Tunnel Züge aus und in Richtung Paris, Mannheim und Karlsruhe zum neuen Hauptbahnhof fahren.

Der Tunnelquerschnitt im Bereich der eingleisigen Röhren liegt bei rund zehn Metern. Der größte Querschnitt mit rund 22 Metern befindet sich in den jeweils zweigleisigen Tunnelbereichen zwischen Hauptbahnhof und dem Verzweigungsbauwerk im Kriegsberg, in dem sich die Bahnstrecken nach Feuerbach und Bad Cannstatt trennen.

Mit Stuttgart 21 will die Bahn den Bahnknoten Stuttgart komplett neu ordnen. Gebaut werden vier neue Bahnhöfe, 57 Kilometer neue Schienenwege - die mit bis zu 250 Kilometern pro Stunde befahren werden können - 59 Kilometer Tunnelröhren, 16 Tunnel und Durchlässe sowie 18 Brücken. Die neue Infrastruktur soll dazu beitragen, die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr erheblich zu verkürzen und soll auch die S-Bahnen entlasten.