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1000. Einsatz der interkulturellen Brückenbauer

14.08.2018 Soziales
Stuttgart ist eine bunte Stadt. Viele Menschen wandern neu zu. Wichtig ist, dass das Zusammenleben gut gelingt. Dabei helfen die interkulturellen Brückenbauerinnen und Brückenbauer. Aktuell haben sie ihren 1000. Einsatz bestritten. Das Angebot wurde im September 2015 in Untertürkheim als Projekt gestartet. Seit Herbst 2017 wird es zudem in Wangen und Obertürkheim erprobt. Diese Erprobung läuft noch bis Ende 2019 und wird derzeit nach wissenschaftlichen Standards bewertet.

Stuttgart ist eine bunte Stadt. Viele Menschen wandern neu zu. Wichtig ist, dass das Zusammenleben gut gelingt. Dabei helfen die interkulturellen Brückenbauerinnen und Brückenbauer. Aktuell haben sie ihren 1000. Einsatz bestritten. Das Angebot wurde im September 2015 in Untertürkheim als Projekt gestartet. Seit Herbst 2017 wird es zudem in Wangen und Obertürkheim erprobt. Diese Erprobung läuft noch bis Ende 2019 und wird derzeit nach wissenschaftlichen Standards bewertet.

Die Brückenbauer unterstützen niederschwellig und kultursensibel örtliche Institutionen wie Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen sowie Familien bei der Lösung alltäglicher Bildungs- und Erziehungsfragen. Sie bauen eine Brücke zwischen den Kulturen, indem sie den Austausch über gemeinsame Bildungsziele und Entwicklungswege zwischen den Einrichtungen und den Eltern begleiten. Ebenso helfen sie Familien bei der Orientierung im deutschen Bildungssystem.

"Es ist mir wichtig, dass alle Kinder in Stuttgart einen guten Zugang zur Bildung finden und dass die Partnerschaft zwischen Eltern und Bildungsinstitution mit Leben erfüllt wird. Die interkulturellen Brückenbauerinnen und Brückenbauer leisten dazu einen wichtigen niederschwelligen Beitrag. Dafür herzlichen Dank!", sagt die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer.

Folgende fiktive Geschichte illustriert die Arbeit der Brückenbauer. "Selma geht gerne in die Schule. Dort hat sie viele Freunde gefunden und schon viel von der deutschen Sprache gelernt. Mit ihren sieben Jahren ist die Grundschule in Untertürkheim bereits die zweite Schule, die sie besucht, denn Selma ist vor vier Monaten nach Deutschland gekommen. Bislang war sie in Kroatien zuhause. Ihre Mutter ist Pflegekraft in einem Krankenhaus in Stuttgart, ihr Vater arbeitet in der Automobilindustrie. Für die Eltern war der Einstieg ihrer Tochter in das deutsche Bildungssystem zunächst schwierig. Wer sind meine Ansprechpartner? Was passiert an Elternabenden? Welche Unterstützung wird von mir als Mutter oder Vater erwartet? Was bedeutet Ganztag und für was ist er gut? Bei solchen und vielen weiteren Fragen konnte eine Brückenbauerin weiterhelfen, die selbst vor 25 Jahren aus dem zerfallenden Jugoslawien geflohen und längst in beiden Kulturen beheimatet ist. In der Schule kam der Kontakt zustande. Seither haben Selmas Eltern sich zweimal mit der Brückenbauerin und der Klassenlehrerin getroffen. Der Austausch findet auf Kroatisch und Deutsch statt."

Den richtigen Ansprechpartner finden

Die Stärke der Interkulturellen Brückenbauer ist ihre Kenntnis unterschiedlicher Kulturen sowie ihre Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Sie kennen sich gut aus in den Projektstadtteilen Obertürkheim, Untertürkheim und Wangen und sie wissen, wer wo der richtige Ansprechpartner ist. Die 26 engagierten Brückenbauer sprechen 17 Sprachen.

Idee und die Konzeption des Projekts entstanden im Arbeitskreis Kinder, Jugend und Familie in Untertürkheim. Umgesetzt wird das Angebot im Rahmen des Programms Bildungsregion Stuttgart. Dieses wird von der Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft sowie dem Städtischen Elternseminar des Jugendamts verantwortet. Ansprechpartner beim Städtischen Elternseminar ist Theoklis Chimonidis unter der Telefonnummer 216-80353. Ansprechpartnerin bei der Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft ist Stefanie Ender unter der Telefonnummer 216-98531.

Die Koordinationsstelle für Qualifizierung und Vermittlung der interkulturellen Brückenbauer ist beim Städtischen Elternseminar angesiedelt. Als Ansprechpartner sind Sayima Ergün-Pick, Nicole Lohbeck und Dorothee Hartmann-Seybold erreichbar unter der Telefonnummer 216-57567, mobil 0173/9741175.