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Rekordsommer nicht nur beim Wetter: Borkenkäfer machen den Fichten zu schaffen

31.08.2018 Umwelt
Der heiße und trockene Sommer 2018 bietet für Borkenkäfer ideale Bedingungen. Auch in den Stuttgarter Wäldern fallen ihm zahlreiche Fichten zum Opfer. Die Forstleute sind nun stark gefordert, um die Ausbreitung der Borkenkäfer einzudämmen.

Die Fichte ist mit wenigen Prozenten Anteil eine eher seltene Baumart in den Waldgebieten der Landeshauptstadt. Durch den Klimawandel mit heißeren und trockeneren Sommern und vermehrten Stürmen kommt sie immer mehr unter Druck.

Borkenkäfer machen den Fichten zu schaffenVergrößernDie einzige Chance, den Schaden an noch gesunden Fichten gering zu halten, ist es, befallene Bäume schnell zu fällen. Symbolfoto: Sabine/www.fotolia.deDie einzige Chance, den Schaden an noch gesunden Fichten gering zu halten, ist es, befallene Bäume schnell zu fällen. Symbolfoto: Sabine/www.fotolia.de
Das Sturmtief Burglind hat Anfang Januar auch unter den Fichten im Stuttgarter Wald gewütet. Zwar haben die Forstleute vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt schnell reagiert und die  größeren Schadflächen aufgeräumt. Aber auch noch stehende Bäume können ihre Widerstandskräfte verlieren, wenn sie einmal vom Sturm "angeschoben" sind. Im Lauf des anschließenden Rekordsommers 2018 haben die bereits geschwächten Bäume, aber auch ihre gesunden Nachbarn, zunehmend unter Trockenstress gelitten.

"Das macht sie zu einer leichten Beute für Borkenkäfer", erklärt Fabian Schulmeyer, Leiter der Dienststelle Stadtwald und untere Forstbehörde. Die Käfer bohren sich durch die Rinde ein. Abwehrreaktionen, wie vermehrter Harzfluss, sind nur bei guter Wasserversorgung erfolgreich. Durch den Fraß der Larven wird der Saftstrom unterbrochen, und der Baum stirbt ab.

Ideales Jahr für den Borkenkäfer

"Die Borkenkäfer profitieren aktuell von den optimalen Fortpflanzungsbedingungen und vermehren sich rasant." Aus Sicht des Borkenkäfers also ein ideales Jahr. "Wir Forstleute müssen uns auf viel Arbeit einstellen - und die  Waldbesucherinnen und Waldbesucher müssen damit rechnen, jetzt öfter bereits im Sommer auf Waldarbeiter und Forsttraktoren zu treffen", erklärt Schulmeyer. Denn die einzige Chance, den Schaden an den noch gesunden Fichten gering zu halten, ist, befallene Bäume schnell zu fällen - "Und zwar möglichst bevor die neue Käfergeneration ausfliegt."

Zwar ist die Fichte in Stuttgart keine Hauptbaumart - in den Wäldern in denen sie gehäuft vorkommt, ist der Schaden aber tatsächlich erheblich. Fichten finden sich gehäuft in den Waldgebieten auf den gesamten Fildern, um Büsnau und im Mahdental sowie im Schwarzwildpark. "In diesen Bereichen müssen wir in den folgenden Jahren darauf achten, dass sich schnell eine neue Waldgeneration einstellt, die möglichst aus Baumarten besteht, die mit warmen und trockenen Sommern besser zurechtkommen als die Fichte. Hier ist vor allem die Eiche zu nennen, die wir dann auch in vielen Bereichen pflanzen", erläutert Schulmeyer die Aufgaben, die sich für die Forstverwaltung ergeben.

Wie viele Fichten in diesem Sommer dem Käfer zum Opfer fallen werden, kann noch nicht genau abgeschätzt werden. Auch die privaten Waldbesitzer sind gefragt: Sie sind für die Kontrolle auf Borkenkäferbefall und für das Entfernen befallener Bäume auf ihrem Grundstück verantwortlich.