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Projekt "Sport bewegt Vielfalt" endet für Stuttgart mit positiver Bilanz

07.09.2018 Aktuelles
Stuttgart ist eine von zwei Pilotkommunen, in der der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Stiftung "Lebendige Städte" das Projekt "Sport bewegt Vielfalt - Stadtentwicklung gemeinsam aktiv gestalten" ins Leben gerufen haben. Nach eineinhalb Jahren Projektlaufzeit kann die Landeshauptstadt auf eine stolze Bilanz blicken. Seit Beginn des Projekts im Anfang 2017 haben das Amt für Sport und Bewegung (AfSB) und der Sportkreis Stuttgart zahlreiche Maßnahmen zur Bewegungsförderung umgesetzt, um die Einbindung des Sports in die kommunale Stadtentwicklung zu erproben. Stuttgart hat dabei mit seinem ganzheitlichen Ansatz überzeugt und Fördermittel in Höhe von 40.000 Euro erhalten.
Im Mittelpunkt des Projekts in Stuttgart standen Aktivitäten zur Förderung von Sport und Bewegung für unterschiedliche Zielgruppen. So erfuhren beispielsweise Erzieherinnen und Erzieher in Fortbildungen, wie sie ihren Schützlingen mehr Spaß an Bewegung vermitteln. Für Kinder der Neckarvorstadt wurden in Bad Cannstatt neue Sport- und Bewegungsangebote geschaffen: von Februar bis April dieses Jahres konnten sie sich an mehreren Sonntagen im "Winterspielplatz" austoben. Durch die Zusammenarbeit von Kitas und Sportvereinen lernten viele Kinder tanzen und nahmen an Kursen zur Wassergewöhnung teil. 

Sportwissenschaftler Andi Mündörfer vom AfSB ist dankbar für die Unterstützung zur Erprobung neuer Kooperationen: "Der Winterspielplatz ermöglicht Kindern aus allen sozialen Schichten, sich auch bei schlechtem Wetter in einer Turnhalle einmal richtig auszutoben. Sportfachkräfte des Turnerbunds Bad Cannstatt unterstützten uns tatkräftig bei der Betreuung. Viele Kinder kamen an vier Winter-Sonntagen in die Turnhalle der Jahn-Realschule, um zu rennen, zu klettern und zu hüpfen. Das Angebot war kostenfrei und unverbindlich und lockte viele Familien aus der Nachbarschaft an."

Im Rahmen des Projekts wirkte das AfSB auch maßgeblich bei der Ausgestaltung des Bewegungsgartens "Marabu" in Neugereut mit. Hier errichtete die Stadt im März dieses Jahres Bewegungsgeräte für ältere Bürgerinnen und Bürger; einmal pro Woche bietet der TSV Steinhaldenfeld ein kostenloses und unverbindliches Gerätetraining an.
 
Durch die finanzielle Unterstützung konnte der Sportkreis Stuttgart mit dem sogenannten "Sportpool" ein neues Mitgliedermodell schaffen, in dem sich zunächst in Bad Cannstatt elf Vereine mit 74 Angeboten zusammengeschlossen haben. Interessierte Erwachsene können für zehn Euro im Monat, Kinder für acht Euro, verschiedene Sportarten ausprobieren. Diplomsportpädagoge Dominik Hermet vom Sportkreis Stuttgart ist überzeugt, dass Vereine neue Wege einschlagen müssen, um ihre Mitgliederzahlen konstant zu halten oder neue Mitglieder zu gewinnen: "Der Sportpool ermöglicht den Stuttgarterinnen und Stuttgartern einen einfachen, unverbindlichen Einstieg in die Sportvereine. Er verknüpft viele Einzelangebote und lädt Interessierte ein, in verschiedene Sportarten reinzuschnuppern."

Auch einige kleinere Maßnahmen konnten im Rahmen des Projekts umgesetzt werden: So lud der Stuttgarter Sportkreis im Frühjahr Frauen mit Migrationshintergrund ein, Fahrradfahren zu lernen. Außerdem gab es Schwimmkurse für Frauen, die sich großer Beliebtheit erfreuten.
 
Mit dem Projekt wollten der DOSB und die Stiftung "Lebendige Stadt" Expertisen entwickeln, wie Sport und Bewegung mit einer aktiven Stadtentwicklung verknüpft werden kann. Dafür sollten vor Ort neue Kooperationsformen durch die gemeinsame Initiative von Kommunen und Sportvereinen entstehen. Dass dieses Ziel in Stuttgart erreicht wurde, bestätigt Dominik Hermet: "Wir haben ein stabiles Netzwerk geschaffen, in dem die Sportverwaltung und der Sportkreis mit Schulen, Kitas, Universitäten, der Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und weiteren Institutionen zusammenarbeiten. Das Projekt 'Sport bewegt Vielfalt' ermöglichte uns, Sport zum festen Bestandteil der Stadtentwicklung zu machen."