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Zehn Jahre Stadtteilmanagement in der Landeshauptstadt Stuttgart

12.09.2018 Wirtschaft
Vor mehr als zehn Jahren war die Landeshauptstadt Stuttgart eine der ersten europäischen Städte, die zur Entwicklung ihrer Stadtbezirke ein sogenanntes Stadtteilmanagement eingeführt hat. Dieses Jubiläum wurde am 12. September in Anwesenheit von Oberbürgermeister Fritz Kuhn gemeinsam mit der Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, Ines Aufrecht, den Handels- und Gewerbevereinen, Bezirksvorsteherinnen, Bezirksvorstehern, Stadträtinnen und Stadträten sowie vielen weiteren Gästen im Stuttgarter Rathaus gefeiert. Die Stadtteilmanager Mareike Merx und Torsten von Appen präsentierten ihre Arbeit der vergangenen Dekade. Als Keynotespeaker referierte Professor Götz Werner, Gründer und jetzt Aufsichtsratsmitglied des Unternehmens dm-drogerie markt, zum Thema "Wirtschaft ist für die Menschen da".

Zehn Jahre Stadtteilmanagement in der Landeshauptstadt StuttgartVergrößernFeierten mit vielen Gästen '10 Jahre Stadtteilmanagement' (v. li.): die Stadtteilmanager Mareike Merx und Torsten von Appen, Professor Götz Werner, Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt, Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Ines Aufrecht, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung. Foto: Leif Piechowski/LHSFeierten mit vielen Gästen '10 Jahre Stadtteilmanagement' (v. li.): die Stadtteilmanager Mareike Merx und Torsten von Appen, Professor Götz Werner, Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt, Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Ines Aufrecht, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung. Foto: Leif Piechowski/LHS
Anlass für den 2007 erfolgten Gemeinderatsbeschluss, ein Stadtteilmanagement bei der städtischen Wirtschaftsförderung zu etablieren, war eine veränderte Situation in den Stadtteilzentren. Durch die zunehmende Mobilität der Bevölkerung und die Etablierung großer Shoppingcenter "auf der grünen Wiese" war dort eine Schwächung des klassischen Einzelhandels zu erkennen, teilweise sogar die Grund- und Nahversorgung für die Bevölkerung gefährdet. Gleichzeitig wurde von den Handels- und Gewerbevereinen eine stärkere städtische Initiative in den Stadtbezirken gefordert.

Mit dem Stadtteilmanagement wurde daraufhin eine Anlaufstelle geschaffen, die als Lotse zwischen den Interessen der Gewerbetreibenden in den Stadtbezirken und der Stadtverwaltung fungiert. 2015 wurde eine weitere Vollzeitstelle vom Gemeinderat bewilligt. Ziel des Stadtteilmanagements ist, die lokale Kaufkraft in den 23 Stuttgarter Stadtbezirken zu stärken und auszubauen, die Nahversorgung in den Stadtteilen zu sichern und die Akteure vor Ort nachhaltig zu unterstützen.

Äußerst wichtiges Instrument

Oberbürgermeister Fritz Kuhn: "Seit Beginn meiner Amtszeit habe ich deutlich gemacht, dass ich ein Oberbürgermeister für die ganze Stadt bin und großen Wert auf die individuelle Entwicklung sowie Förderung aller Stuttgarter Stadtbezirke lege. Das Stadtteilmanagement ist hierfür ein äußerst wichtiges Instrument. Es trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung der Stadtteilzentren bei. Dies ist nicht nur von wirtschaftlicher, sondern auch von gesellschaftlicher Relevanz für unsere Stadt. Denn Gewerbe, Dienstleistung, Handel, Handwerk und Vereine tragen mit ihren Angeboten zur Attraktivität und Individualität der Stuttgarter Stadtteilzentren bei. Diese sind als Versorgungs- und Kulturzentrum ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens."
 
Zu den Services des Stadtteilmanagements gehören beispielsweise unterstützende Maßnahmen bei der Etablierung von Wochen- und "BONUS"-Märkten in Stadtbezirken mit Nahversorgungsdefizit. Ein beachtlicher Erfolg war zudem die Initiierung von Quartiersentwicklungen durch Immobilieneigentümer in Einkaufsstraßen. Der Verein "Untertürkheim.Mittendrin" war 2016 der erste in Baden-Württemberg, der sich auf Grundlage des Gesetzes zur Stärkung der Quartiersentwicklung durch Privatinitiative (GQP) zur attraktiven Entwicklung seines Quartiers gründete.

Enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit

Das Stadtteilmanagement hat zudem ein gut funktionierendes Netzwerk zwischen den 30 Handels- und Gewerbevereinen, Werbegemeinschaften und Initiativen der Stadt aufgebaut. Im Rahmen dieses Netzwerkes lädt die Wirtschaftsförderung vierteljährlich zum gemeinsamen Austausch ein. Außerdem finden regelmäßige Jour-Fixe-Termine mit den Bezirksvorstehern und den Vorsitzenden der Handels- und Gewerbevereine statt. Es wurden diverse Veranstaltungen mitkonzipiert und unterstützt, darunter der Abendmarkt in Bad Cannstatt, Foodmärkte und verkaufsoffene Sonntage. Auch unzählige Einzelmaßnahmen wie Baustellenmarketingkonzepte, eine digitale Immobilienbörse für leerstehende Flächen sowie Marketingmaßnahmen wie neue Websites und Corporate Designs für Handels- und Gewerbevereine wurden erfolgreich umgesetzt. Im Rahmen von städtischen Initiativen wie "Nahversorgung konkret" wurden ebenfalls verschiedene Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung realisiert.
 
Zu den jüngsten Projekten des Stadtteilmanagements zählen ein digitales Branchenbuch für Stuttgart sowie eine kostenfreie Online-Beratung insbesondere für kleine Stuttgarter Unternehmen. Ein Projekt der nahen Zukunft ist die Einführung und Etablierung eines nachhaltigen Pfandbechersystems für den "Coffee to go" in der Landeshauptstadt.

"Der Erfolg unseres Stadtteilmanagements beruht insbesondere auf einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort, allen voran den Stuttgarter Handels- und Gewerbevereinen. Für deren Engagement und das entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich auch im Namen der Stadtteilmanager Mareike Merx und Torsten von Appen herzlich bedanken. Als Wirtschaftsförderung werden wir uns weiterhin für Unternehmen in den Stadtteilzentren stark machen und sie im Rahmen der vielen strukturellen, gesellschaftlichen und technischen Veränderungen nachhaltig unterstützen", sagte Ines Aufrecht.

Weitere Informationen zum Stadtteilmanagement finden Sie unter www.stuttgart.de/stadtteilmanagement.