Presse
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Erste Erfolge bei Naturschutzmaßnahmen im Eichenhain

01.10.2018 Umwelt
Das Arten- und Insektensterben ist in der Öffentlichkeit bekannt. Magerrasen und Trockensäume in Verzahnung mit lichten Gehölzen spielen als Lebensräume für Tiere und Pflanzen eine sehr wichtige Rolle, aber diese Flächen sind bedroht.
HeidegrashüpferDer Große Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus) ist von einigen wenigen Exemplaren im Jahr 2016 wieder auf eine Population von über 150 Individuen angewachsen. Bild: Amt für Umweltschutz/ Stadt StuttgartSie sind in Stuttgart durch Intensivierung und Überbauung, aber auch Zuwachsen mit Gehölzen infolge mangelnder Pflege bereits fast vollständig verschwunden. Der größte Rest dieses Lebensraumtyps befindet sich im Naturschutzgebiet (NSG) Eichenhain. Aber auch hier wuchsen die offenen Flächen in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu. Die deshalb im letzten Winter durchgeführten, großflächigen Gehölz- und Baumrodungen zur Wiederherstellung von besonnten Magerrasen zeigen bereits erste Erfolge bei seltenen Tier- und Pflanzenarten. Der Große Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus), eine Heuschreckenart, die in Stuttgart ihren letzten Fundpunkt im NSG Eichenhain aufweist, ist von einigen wenigen Exemplaren im Jahr 2016 wieder auf eine Population von über 150 Individuen angewachsen. In einer zuletzt verbuschten Fläche kam im Frühjahr, nun besonnt, eine seltene Orchideenart (Helm-Knabenkraut) wieder zur Blüte. Viele andere seltene Pflanzen, teils mit landesweiter Bedeutung, konnten ebenfalls profitieren.

Auch der Gedenkstein für Elly-Heuss-Knapp erstrahlt in neuem Glanz, und von den Spazierwegen aus eröffnen sich wieder weite Ausblicke durch die knorrigen Alteichen hindurch, wie sie Theodor Heuss noch 1954 bewunderte, als er den Eichenhain als Standort für den Gedenkstein seiner Frau auswählte.


Ab Oktober finden weitere Arbeiten statt. In den Magerrasen werden die seit der Fällung der Bäume verbliebenen Baumstümpfe gefräst, so dass die jährliche Mahd nach der Beweidung soweit wie möglich maschinell stattfinden kann. Gefällt wird hingegen nur am oberen Rand zwischen Hauptweg und Eichenparkstraße, hier werden im Gehölzstreifen am Ostrand nicht-heimische oder nicht standortgerechte Bäume und Sträucher entfernt und erste Abschnitte zur Verjüngung "auf den Stock gesetzt". Dies ist notwendig, um die für viele Insekten und Vögel wichtige, schlehenreiche Hecke langfristig zu erhalten. Alte Eichen sind nicht von den Maßnahmen betroffen.