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50 Jahre 1968: Was fasziniert? Was bleibt?

Im Rahmen der Reihe "Geschichte im Rathaus" referiert die Historikerin Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey am Dienstag, 6. November, um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal, drittes Obergeschoss des Rathauses, zum Thema "1968 aus heutiger Sicht. Leitideen, Mobilisierungsdynamik und Wirkungsmacht".
1968 war der Höhepunkt einer Protestwelle, die fast alle westlichen Industrieländer erfasste. "Lettre Internationale", die europäische Kulturzeitung, nannte im Frühjahrsheft 2018 den Mai 1968 "Die Zeit des Möglichen". Die Berliner Tageszeitung "taz" titelte in einem Essay zum 50. Jubiläum der 68er-Bewegung mit "Die Magie der Träume". Die Perspektive auf "68" verändert sich. Das Urteil über die Protestbewegung "kulturell erfolgreich, politisch gescheitert" zu sein, bisweilen ergänzt durch "glücklich gescheitert" oder "Wir haben verloren, Gott sei Dank", wird überlagert von einem neuen Blick auf das Politische und sozial Imaginäre von 1968.

Zum 50. Jahrestag der Revolution setzt sich Deutschlands führende deutsche 68er-Forscherin, Dr. Gilcher-Holtey, mit den Fragen auseinander: Was fasziniert, was bleibt von 1968, was wirkt langfristig und könnte die Zukunft gestalten?

Dr. Ingrid Gilcher-Holtey ist Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld. Sie studierte von 1971 bis 1976 Geschichte, Politische Wissenschaft und Romanistik an den Universitäten Marburg und Heidelberg. 1985 promovierte sie an der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg. Die Habilitation 1994 im Fach Neuere und Neueste Geschichte erlangte sie an der Universität Freiburg mit der Habilitationsschrift: "Die Phantasie an die Macht. Mai 68 in Frankreich". Nach Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Mannheim und Heidelberg wurde Dr. Gilcher-Holtey 1985 Lehrbeauftragte für politische Theorie an der Universität Heidelberg. Ab 1989 war sie Hochschulassistentin am Historischen Seminar der Universität Freiburg bis sie 1994 zur Professorin an die Universität Bielefeld berufen wurde. Dr. Gilcher-Holtey hat zahlreiche Bücher, Monografien und Aufsätze verfasst. Sie gab das Standardwerk "1968 - vom Ereignis zum Mythos" heraus.

Die Reihe "Geschichte im Rathaus" wird seit mehr als 30 Jahren gemeinsam mit dem Historischen Institut der Universität Stuttgart und der Landeshauptstadt Stuttgart organisiert. In den Vorträgen erläutern bedeutende Historikerinnen und Historiker wichtige geschichtswissenschaftliche Fragestellungen und Ereignisse sowie deren Bedeutung für unsere heutige Zeit.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.