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Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge beginnt

31.10.2018 Aktuelles
Der offizielle Auftakt für die landesweite Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zugunsten der Kriegsgräberstätten startet am Mittwoch, 7. November, um 12.15 Uhr auf dem Stuttgarter Marktplatz.
Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann beteiligen sich an der Auftaktsammlung zahlreiche Unterstützer der Arbeit des Volksbundes, darunter die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, der Bezirksvorsitzende des Volksbundes, der Winnender Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, Vertreter der Bundeswehr, des Landtages, des Gemeinderates der Stadt Stuttgart und weitere Freiwillige. Das Heeresmusikkorps Koblenz spielt ab 12 Uhr vor dem Rathaus zur Unterstützung der Sammlerinnen und Sammler. Für den guten Zweck verkauft die Bundeswehr auf dem Marktplatz von 11 bis 15 Uhr Erbseneintopf aus der Feldküche.


Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten


Die Unterstützer wollen dazu beitragen, dass der Volksbund die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten sicherstellen kann. Denn zu zwei Dritteln finanziert der Volksbund seine Arbeit aus Spenden der Bürgerinnen und Bürger.

Auch 73 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge weiter aktuell und in vollem Gange. Sie geht weit über die bloße Pflege der deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland hinaus.

Der gemeinnützige Verein, der seit 1954 im Auftrag der Bundesregierung handelt, betreut derzeit die Gräber von zirka 2,7 Millionen Kriegstoten auf 832 Soldatenfriedhöfen in 46 Ländern. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs konnte der Volksbund auch in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion tätig werden, wo im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen deutsche Soldaten ums Leben kamen, mehr als doppelt so viele, wie auf den Kriegsgräberstätten im Westen ruhen.

27.000 Umbettungen im letzten Jahr


Dort, im Osten und Südosten Europas, liegt seit 1991 der Schwerpunkt der Bergungs- und Umbettungsarbeiten des Volksbundes. 331 Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges und 188 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg richtete er wieder her oder legte sie neu an. Insgesamt konnten seither über 900.000 Kriegstote in Osteuropa geborgen, identifiziert und in einem würdigen Grab auf einer Kriegsgräberstätte beigesetzt werden. Alleine im letzten Jahr hat der Volksbund über 27.000 Umbettungen vorgenommen.

Ziel der laufenden Aktivitäten in Osteuropa ist die Bergung von so vielen Kriegstoten wie noch möglich, ihre Bestattung auf endgültigen Friedhöfen, ihre Identifizierung und - wenn dies zweifelsfrei gelungen ist - die Benachrichtigung der Angehörigen. Denn für sie ist es auch nach sieben Jahrzehnten immer noch wichtig zu wissen, ob und wo der im Krieg Gebliebene ein Grab auf einem Friedhof gefunden hat.

"Kriegsgräber sind Mahnung und Auftrag zugleich."


"Jedes dieser Gräber ist ein Mahnmal gegen den Krieg. Alle diese Gräber rufen uns einzeln dazu auf, aktiv für den Frieden zu arbeiten und gegen das Vergessen anzugehen. Kriegsgräber sind Mahnung und Auftrag zugleich, sich für Völkerverständigung, Versöhnung und Frieden einzusetzen", sagt Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Er ruft dazu auf, die Aktion zu unterstützen.

Angesichts des Endes des Zweiten Weltkrieges vor über siebzig Jahren und dem Ende des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren zeigt sich, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer neu gestiftet werden muss. Vor diesem Hintergrund versteht der Volksbund die Sorge für die Kriegsgräber auch als Auftrag für eine umfassende Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit. Er führt dabei junge Menschen auf die Kriegsgräberstätten, behandelt die Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt und macht den Wert von mehr als 70 Jahren Frieden in unserem Land und in einem geeinten, demokratischen Europa bewusst.