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Aktionstag "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe"

22.11.2018 Aktuelles
Anlässlich des Aktionstags "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe" findet die Gedenkveranstaltung am Freitag, 30. November, um 17 Uhr in der Dorotheenstraße vor dem Hotel Silber statt. Es sprechen Veronika Kienzle, Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, und Dr. Richard Rudisile von Sant'Egidio. Auch das Land Baden-Württemberg ist in diesem Jahr wieder Kooperationspartner und beteiligt sich an der Aktion. Die Villa Reitzenstein wird als Zeichen der Solidarität beleuchtet.
Um öffentlich ein Zeichen zu setzen, unterstützt die Landeshauptstadt Stuttgart seit 2008 das Anliegen der christlichen Laienbewegung Sant'Egidio, die vollständige Abschaffung der Todesstrafe zu erreichen. Das Land Baden- Württemberg ist seit 2011 dabei. 250 Städte in Deutschland bekunden jedes Jahr durch den Tag des Gedenkens am 30.November an Orten, die historisch in Verbindung mit dem Thema Todesstrafe stehen, ihren Protest gegen deren Unmenschlichkeit.

Immer noch behalten 58 Länder der Welt die Praxis der Todesstrafe bei. Aber vieles hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren getan. Die Zahl der Länder, die die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft haben oder in der Praxis nicht mehr anwenden, ist auf 140 gestiegen. Europa ist der erste Kontinent ohne Todesstrafe. Ein wichtiges Signal gab 2018 Papst Franziskus mit der Änderung des Katechismus durch die Formulierung, dass die Todesstrafe im Licht des Evangeliums "unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt". Auch aus Deutschland kommt ein positives Signal, bei der Abstimmung über die Verfassungsreform in Hessen am 28. Oktober wurde die Todesstrafe endgültig außer Kraft gesetzt.

Doch insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens sind im Zusammenhang mit dem Terrorismus steigende Vollstreckungszahlen zu registrieren, in der Türkei wird weiterhin die Wiedereinführung der Todesstrafe in Erwägung gezogen. Deshalb bleibt die Bedeutung des globalen Einsatzes für eine Kultur des Lebens bestehen und weiterhin erforderlich.