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Gleich dreifach würdigt Stuttgart seinen ehemaligen Oberbürgermeister Manfred Rommel

13.12.2018 Aktuelles
Am 13. Dezember kam es im StadtPalais zu einer Trilogie: Das Museum eröffnete die Sonderausstellung "Manfred Rommel", die Stadt verlieh das erste Manfred-Rommel-Stipendium und der Manfred-Rommel-Platz wurde symbolisch getauft.

Am 24. Dezember 2018 wäre der Stuttgarter Alt-OB 90 Jahre alt geworden. Diesen Geburtstag nimmt das StadtPalais zum Anlass, dem früheren Oberbürgermeister eine biografische Sonderausstellung zu widmen. Die Ausstellung zeigt mit Exponaten und Geschichten aus dem Hause Rommel die Facetten eines ganz besonderen Oberbürgermeisters. Dabei nimmt das StadtPalais das Wirken Manfred Rommels für und in Stuttgart in den Blick.

Der Festakt vor 250 Gästen im Stadtpalais begannt mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer und Verletzten des Anschlags in der Partnerstadt Straßburg vom 11. Dezember.

"Ganz Stuttgart trauert mit unseren Partnern und Freunden in Straßburg", sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Der OB erzählte, dass bei seinem Besuch im März in Straßburg sein Amtskollege Roland Ries "innerhalb einer Minute seine glasklare Zustimmung" signalisiert hatte für die Umbenennung des Straßburger Platzes in Manfred-Rommel-Platz.

Kuhn weiter: "Rommel war bekannt für seine Weltoffenheit, Integrationsleistung, Sparsamkeit und die Lust am Humor. Sein Sprachwitz und seine Sprüche lassen uns noch heute lachen." Dies zeige auch die Ausstellung im Stadtpalais. "Es ist eine leichte Ausstellung; eine, die viele Besucher finden wird, weil sie zeigt, was die Menschen mit Rommel verbinden."

Manfred Rommel hat in der Landeshauptstadt, deren Geschicke er von 1974 bis 1996 leitete, über die Stadtgrenzen hinaus nachhaltige Spuren hinterlassen. Für viele Bürger steht der beliebte CDU-Politiker auch heute für so aktuelle Werte wie Demokratie, Toleranz und Integration. In diesem Sinne hatte die Landeshauptstadt Stuttgart in diesem Jahr erstmals das mit bis zu 35.000 Euro dotierte Manfred-Rommel-Stipendium ausgeschrieben. Es richtet sich an junge Wissenschaftler aus allen Bereichen, deren Arbeiten von gesellschaftspolitischer Relevanz im Sinne Manfred Rommels sind.

Am Abend überreichte Fritz Kuhn, Vorsitzender der Jury, den Preis an Dr. Felix Heidenreich, Wissenschaftlicher Koordinator am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart (IZKT). Fritz Kuhn sagte: "Wie lässt sich der Graben zwischen Bürgerinnen

und Bürgern einerseits und politischen Verantwortungsträgern andererseits überbrücken? Dies ist die Ausgangsfrage der Arbeit von Dr. Felix Heidenreich. Das Forschungsvorhaben setzt an der Voraussetzung für Demokratie an: Bei den Demokratinnen und Demokraten." Man könne durchaus fragen, was Manfred Rommel zu den "Gelbwesten" gesagt hätte. Kuhn wörtlich: "Er hätte vermutlich besorgt von einem Angriff auf den Rechtsstaat gesprochen, einem Angriff auf das, was unsere Demokratie ausmacht. Rommel hätte aber auch bei aller Kritik gefragt, was diese Demonstrationen in Frankreich ausdrücken sollen. Das ist letztlich auch der Geist des Stipendiums, das Antworten auf Gegenwart- und Zukunftsfragen liefern soll."

Der dritte feierliche Akt zur Würdigung Rommels war die symbolische Taufe des Manfred-Rommel-Platzes. "Manfred Rommel hat als Oberbürgermeister das Bild von Stuttgart in Deutschland und der Welt positiv geprägt und entscheidende Weichen für die gedeihliche Entwicklung Stuttgarts gestellt. Nach der Benennung des Flughafens nach Manfred Rommel und der Einführung eines Stipendiums, das seinen Namen trägt, bin ich glücklich, dass wir seine Verdienste von nun an zusätzlich durch den Manfred-Rommel-Platz würdigen", so Kulturbürgermeister Dr. Fabian Mayer.

Das Straßenschild kann voraussichtlich erst 2025 an seinen richtigen Platz gesetzt werden. Denn erst dann wird der jetzt noch nach Stuttgarts Partnerstadt Straßburg benannte Platz über dem neuen Hauptbahnhof fertig gestellt sein.

"Manfred Rommel ist nicht nur in Stuttgart nach wie vor als ebenso gewiefter wie kluger Politiker bekannt. Für viele Menschen ist er der Stadtvater mit den markigen Sprüchen, der liberale Politiker mit großer Toleranz, aber auch harten Grenzen", sagte Dr. Torben Giese, Direktor des StadtPalais.  "Am 24. Dezember 2018 wäre der Stuttgarter Alt-OB 90 Jahre alt geworden. Ich freue mich sehr, dass wir diesen Geburtstag im StadtPalais feiern. Die Stuttgarterinnen und Stuttgarter sind eingeladen, ihren Manfred Rommel in den kommenden Monaten in der Ausstellung aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder neu zu entdecken", so Giese weiter.  

Ob Manfred Rommel der Abend zu seinen Ehren im StadtPalais, bei dem auch seine Witwe Liselotte Rommel anwesend war, gefallen hätte? Er wurde jedenfalls bereits zu Lebzeiten geehrt und mit Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden überschüttet. Dazu kommentierte der Politiker einst in seiner typisch trockenen Art: "Die Zahl der Titel will nicht enden. Am Grabstein stehet: Bitte wenden."

Über die Sonderausstellung "Manfred Rommel"

Am 24. Dezember 2018 wäre der Stuttgarter Alt-OB 90 Jahre alt geworden. Diesen Geburtstag nimmt das StadtPalais zum Anlass, dem früheren Oberbürgermeister vom 14. Dezember 2018 bis zum 12. Mai 2019 eine biografische Sonderausstellung zu widmen

Die Ausstellung zeigt unter anderem Seiten aus Rommels Notizheften. Darin finden sich Zitate aus der Bibel und von weltbekannten Literaten sowie einzelne Rede-Manuskripte voller Anmerkungen, die wohl nur Rommel selber entziffern konnte. "Manfred Rommel war ein eloquenter Redner, der nie um einen Scherz verlegen war", sagt Ausstellungs-Kurator Frank Lang. "Er brachte seine Sprüche und Witze, aber auch seine politische Weitsicht und biografischen Anekdoten in Lesungen und Vorträgen unter die Leute - und veröffentlichte zahlreiche Bücher."

Die Vielseitigkeit des ehemaligen Stadtoberhaupts wird auch in den mehr als 30 Sendungsausschnitten des SWR deutlich, die in der Ausstellung zu sehen sind. Sie zeigen zum einen die Bandbreite an politischen Umwälzungen in Stuttgart unter der Ära Rommel und zum anderen die Eloquenz eines Politikers, der selten einer Frage aus dem Weg ging.

Dass Rommel nicht nur ein Mann von Welt, sondern auch ein sparsamer Schwabe war, belegt sein Auto, das in der Ausstellung zu sehen ist: Ein einfacher Mercedes 190. Zu diesem Fahrzeug konnte sich der OB erst nach Überzeugungsarbeit des damaligen Daimler-Vorstands Werner Niefer durchringen. Aus technischer Sicht dürfte das Fahrzeug dennoch interessant sein: Daimler lieferte Rommel einen der ersten Wagen der damals neuen Baureihe W 201.

Manfred Rommel wurde bereits zu Lebzeiten geehrt und mit Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden überschüttet. Dazu kommentierte der Politiker in seiner typisch trockenen Art: "Die Zahl der Titel will nicht enden. Am Grabstein stehet: Bitte wenden."

Sonderausstellung "Manfred Rommel"
14.12.2018 - 12.05 2019, Di bis So 10 bis 18 Uhr, 2. OG, StadtPalais - Museum für Stuttgart, Eintritt Erwachsene: 6,50 Euro, ermäßigt: 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: frei

Über das Manfred-Rommel-Stipendium

Dr. Felix Heidenreich, Wissenschaftlicher Koordinator am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart (IZKT), erhält das mit 35.000 Euro dotierte Manfred-Rommel-Stipendium. Eine Fachjury unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Fritz Kuhn wählte die Arbeit mit dem Titel "Der Anspruch der Demokratie. Neue Antworten auf die Krise der repräsentativen Demokratie" aus über 20 Einreichungen aus.

Die Landeshauptstadt Stuttgart lobte 2018 erstmals das Manfred-Rommel-Stipendium aus. Sie rief junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu auf, gesellschaftliche Fragen zu erörtern, die das Denken von Alt-Bürgermeister Prof. Manfred Rommel geprägt haben.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist Vorsitzender der Jury, die über die Vergabe des Stipendiums entschieden hat. Die Fachjuroren waren:

  • Detlef Esslinger, stellvertretender Ressortleiter Innenpolitik, Süddeutsche Zeitung
  • Prof. Dr. Cathleen Kantner, Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart
  • Prof. Dr. Christian Maercker, Rektor der Hochschule Esslingen, für die Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V.
  • Dr. Ulrich Raulff, Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen
  • für den Gemeinderat: Jürgen Sauer, CDU, Dr. Christine Lehmann, Bündnis 90 / Die Grünen, Dejan Perc, SPD

Von 1974 bis 1996 leitete Manfred Rommel als Oberbürgermeister die Geschicke der Landeshauptstadt. Sein Wirken hat in Stuttgart und weit über die Stadtgrenzen hinaus nachhaltige Spuren hinterlassen. Rommel ist bei vielen Bürgerinnen und Bürgern beliebt. Er steht für Werte wie Demokratie, Toleranz und Integration, die gerade jetzt aktuell sind. Seine großen kommunalpolitischen Verdienste sowie sein gesellschaftliches und humanistisches Engagement würdigt dieses Stipendium.

Das Stipendium ist mit bis zu 35.000 Euro dotiert. Gefördert werden zielgerichtete Arbeiten über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Voraussetzung ist, dass sie vor nicht mehr als zwei Jahren begonnen wurden und noch unveröffentlicht sind.

Das im zweijährigen Turnus ausgeschriebene Stipendium soll im Wechsel folgende Bereiche abdecken: Völkerverständigung und internationale Aussöhnung, Integration und Toleranz, kommunale Selbstverwaltung sowie solide Finanzen. Das diesjährige Thema lautet "Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt".

Entscheidende Kriterien für die Verleihung des Manfred-Rommel-Stipendiums sind der unmittelbare Bezug zum gewählten Themenschwerpunkt, die gesellschaftspolitische Relevanz des Vorhabens und die Stärke und Richtung des zu erwartenden Impulses für den aktuellen kommunalpolitischen Diskurs.