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Neues Monatsheft des Statistischen Amtes erschienen

20.12.2018 Aktuelles
Das neue Monatsheft des Statistischen Amts befasst sich noch einmal, wie bereits die Ausgabe davor, mit dem Thema "Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg 2010 bis 2017" - dieses Mal unter der Themenstellung der Wahlbeteiligung.
Im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2017 betrug die Wahlbeteiligung bei Bürgermeisterwahlen im Land 44,4 Prozent. Der längerfristige Vergleich mit den Ergebnissen früherer Studien, die sich auf die vorangegangenen Dekaden beziehen, zeigt eindeutig einen Abnahmetrend des Beteiligungsinteresses bei Bürgermeisterwahlen im Land. Gleichwohl ist in der Betrachtungsspanne 2010 bis 2017 keine weitere Abnahmetendenz zu erkennen, das Beteiligungslevel hat sich bei rund 44 Prozent aktuell stabilisiert.

Die Höhe der Wahlbeteiligung unterliegt beträchtlichen Schwankungen, je nachdem, wo und unter welchen Rahmenbedingungen eine Bürgermeisterwahl stattfindet. Die Wahlbeteiligung sinkt grundsätzlich mit steigender Gemeindegrößenklasse. Die Bandbreite bewegt sich zwischen 63 Prozent in Gemeinden unter 2000 Einwohner und 36,1 Prozent in Städten von 100.000 bis 500.000 Einwohnern. Während in Gemeinden bis 5000 Einwohner mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten bei Bürgermeisterwahlen mobilisiert werden können, sind es in den Gemeinden bis 20.000 Einwohner mehr oder weniger knapp die Hälfte und in den Städten ab 20.000 Einwohner nicht wesentlich mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten.

Die Wahlbeteiligung fällt in einer Größenordnung von zwölf Prozentpunkten höher aus, wenn der Amtsinhaber nicht mehr antritt. Ein enger Zusammenhang ist auch zwischen der Höhe der Wahlbeteiligung und der Bewerberzahl nachweisbar. Erreichen Bürgermeisterwahlen bei nur einem Bewerber (dann in der Regel der Amtsinhaber) eine Wahlbeteiligung von nur 35,3 Prozent, steigert sich diese kontinuierlich bis zu einer Anzahl von sechs Bewerbern auf 57,3 Prozent, um dann bei noch größeren Bewerberzahlen wieder etwas abzuflachen.

Erwartungsgemäß sind die Wahlbeteiligungswerte der Bürgermeisterwahlen, bei denen der Amtsinhaber das erste Mal kandidiert, mit 51,8 Prozent überdurchschnittlich. Kandidiert der Amtsinhaber zu seiner zweiten Amtszeit, dann sinkt die Wahlbeteiligung deutlich ab auf durchschnittlich 37,7 Prozent. Erst bei den Wahlen zu weiteren Amtszeiten des Bürgermeisters scheint die Spannungskurve wieder anzusteigen. Die Beteiligungsquoten bewegen sich nun zwischen 41 und 43 Prozent.

Lassen sich schon bei der Frage, ob die gewählten Bürgermeister einer Partei oder Wählervereinigung angehören oder nicht, tradierte typische badische und württembergische Traditionen bis in die heutige Zeit feststellen, ist auch bei der Wahlbeteiligung ein, wenn auch moderates Gefälle zwischen Baden und Württemberg vorhanden: Im badischen Landesteil werden Bürgermeisterwahlen etwas stärker frequentiert als im württembergischen Teil.

Der Beitrag im Monatsheft wird ergänzt durch eine Betrachtung der Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl 2012 in Stuttgart.

Weitere interessante Artikel in diesem Monatsheft widmen sich den Themen "Familien in Stuttgart" und "Entwicklung des Fahrradverkehrs in Stuttgart". Außerdem wird mit der "Erreichbarkeitsanalyse von Haltestellen des ÖPNV in Stuttgart" ein neuer methodischer Ansatz zur Einschätzung der fußläufigen Erreichbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet und in den Stadtbezirken vorgestellt. Das Ergebnis: Praktisch alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter können in maximal zehn Minuten von zuhause aus zu Fuß eine ÖPNV-Haltestelle erreichen, 96 Prozent schaffen dies sogar in nur fünf Minuten.

Das Monatsheft Nr. 12/2018 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, unter stuttgart.de/statistik-infosystem oder per E-Mail an komunis@stuttgart.de zum Preis von 4 Euro erhältlich.