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Bündnis für Wohnen trifft sich im Rathaus - Förderprogramme zur Schaffung von Wohnungen vorgestellt

22.02.2019 Aktuelles
Das Stuttgarter Bündnis für Wohnen ist am Freitag, 22. Februar, im Rathaus zusammengekommen. Gut 40 Vertreterinnen und Vertreter von Wohnungsbauunternehmen und Interessensverbänden sprachen über die Lage und die Entwicklung am Stuttgarter Wohnungsmarkt. Gemeinsames Ziel aller Teilnehmer ist es, attraktiven und bezahlbaren Wohnraum in Stuttgart zu erhalten oder zu schaffen, um Familien mit Kindern und Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen Wohnraum anzubieten.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn führte zu Beginn aus, dass Stuttgart als "Schwarmstadt" immer mehr Menschen anziehe. Das Statistische Amt rechnet damit, dass Stuttgart 38.000 weitere Einwohner bis 2030 zählen könnte. Kuhn wörtlich: "Um diesen kontinuierlichen Zuzug zu bewältigen, brauchen wir jährlich rund 2.000 neue Wohnungen. Hier sind wir auf Kurs." Kuhn verwies auf große städtische Entwicklungsflächen wie den NeckarPark oder das Rosensteinviertel. "Wir setzen auf Nachverdichtung in der Stadt und wollen nicht auf den Acker gehen. Die knappen Flächen sind das Problem, mit dem wir uns alle auseinandersetzen. Wir gehen realistisch und abgestimmt mit den Mitgliedern des Bündnisses diese Herausforderung an." Für ihn stehe fest, "jeder hat einen Beitrag zu leisten bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und gerade der Sozialwohnungsbau ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe".

Der Erste Bürgermeister Michael Föll - für den es die letzte Sitzung des Bündnisses war - schilderte die aktuelle Entwicklung der Grundstücke für die Partner im Bündnis, vor allem das Baufeld Q5 im NeckarPark, in der Böckinger Straße (Zuffenhausen), Langenäcker-Wiesert (Stammheim), das Bürgerhospital mit AWS Gelände (Nord), das Areal Rote Wand (Nord) und das Quartier am Wiener Platz (Feuerbach). Des weiteren unterstrichen die Bündnispartner und die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) ihre Bemühungen Sozialmietwohnungen zu schaffen und zu erhalten. So wurden in den vergangenen drei Jahren rund 340 Sozialwohnungen zusätzlich bereitgestellt Fertiggestellt wurden in dieser Zeit in Stuttgart 565 Sozialmietwohnungen, darunter 155 mietpreis- und belegungsgebundene Sozialmietwohnungen ohne Landesmittel im Rahmen des Bündnisses für Wohnen.

Der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold, erläuterte, warum das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) mit der Verpflichtung von 20 Prozent gefördertem Wohnungsbau sich als Erfolgsmodell bewährt hat. So wurden seit 2011 15 Verfahren abgeschlossen, 28 laufen aktuell und 11 werden vorbereitet. Vereinbart wurde, über 2.200 Wohnungen zu erstellen, darunter 709 Sozialmietwohnungen, 252 Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher und 167 Wohnungen in preiswerten Wohneigentum. Das Modell sei, so Pätzold, von vielen Städten aufgegriffen worden. Es soll hier in Stuttgart fortgeschrieben und ausgeweitet werden. Die Verwaltung schlägt eine Erhöhung der Quote von 20 auf 30 Prozent vor. Der Gemeinderat entscheidet im März darüber.

Förderprogramm "Schaffung von Wohnraum zur Miete"

Alexander Pazerat, Leiter der Abteilung Wohnungswesen, stellte das neue Förderprogramm "Schaffung von Wohnraum zur Miete" vor, das der Gemeinderat am Vortag beschlossen hatte. Die Stadt will durch eine Förderung von insgesamt 2,4 Millionen Euro Vermieter anregen, bestehende Räume wie etwa Ladengeschäfte oder Dachgeschosse zu Wohnungen umzugestalten. Die Verwaltung erhofft sich so 40 weitere Wohnungen pro Jahr. Simone Fischer, Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung, schilderte das "Förderprogramm für behinderten- und altersgerechtes Wohnen". Die Stadt stellt eine Million Euro bereit, damit Barrieren in Wohnungen und Häuser entfernt werden können. Das Programm hat sich bewährt und soll laut OB Kuhn auch fortgeführt werden. Samir Sidgi, Vorsitzender der Geschäftsführung, stellte außerdem das Wohnungstauschprogramm der SWSG: "Aus groß mach' passend" vor. Hier können Senioren ihre möglicherweise zu groß gewordene Wohnung in eine altersgerechte eintauschen.

Das Bündnis für Wohnen wurde 2016 geschlossen. Die Partner vereinbarten ihre Zusammenarbeit für fünf Jahre. Ihre Arbeit setzen sie in den beiden Arbeitsgruppen fort ("Bebauungspläne, Baurecht, Baugenehmigungsverfahren, Mobilisierung von Grundstücken" bzw. "Wohnbauförderung, Erhalt der Belegungsbindungen sowie Wohnungsbelegungen, weitere Finanzierungsmodelle").