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Stadtarchiv nimmt an "Coding da Vinci" Süd teil

01.04.2019 Aktuelles
Das Stadtarchiv Stuttgart nimmt an "Coding da Vinci" Süd teil und stellt für den Hackathon am Samstag, 6., und Sonntag, 7. April, in der Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig Pläne, Fotos und Texte digital zur Verfügung.
Der Kultur-Hackathon "Coding da Vinci" vernetzt die Kultur- und Technikwelt miteinander und zeigt, welches Potenzial in offenen Kulturdaten steckt. 2019 kommt "Coding da Vinci" zum ersten Mal in den Süden der Republik. Beim Kick-Off in München kommen Kreative aus den Bereichen Entwicklung, Design, Grafik, Kunst, Spieleentwicklung sowie Hackerinnen und Hacker und Makerinnen und Maker mit Kulturinstitutionen aus Bayern und Baden-Württemberg zusammen, um gemeinsam den Zugang zum digitalen Kulturerbe neu zu gestalten. 30 Kulturinstitutionen stellen Daten und Inhalte zur Verfügung, aus denen innovative Ideen wie Apps, Websites, interaktive Installationen, Datenvisualisierungen und ähnliches entstehen sollen. Bei der öffentlichen Präsentation und Preisverleihung am 18. Mai werden in Nürnberg die Gewinner gekürt.

Das Stadtarchiv Stuttgart beteiligt sich als einziges kommunales Archiv aus dem Südwesten am Kultur-Hackathon. Pläne, Fotos und Texte, die die Schäden in der Stadt durch die alliierten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg dokumentieren, wurden digital zur Verfügung gestellt. Die Pläne entstammen der Überlieferung des Stadtmessungsamts Stuttgart. Das seit 1912 bestehende Amt beschäftigt sich mit der Vermessung und Kartographie des Stadtgebiets und dokumentierte während des Zweiten Weltkrieges die baulichen Schäden nach jedem Luftangriff.

Auf einzelnen Luftangriffsplänen sind Hinweise auf eine genaue Schadensaufnahme zu finden, die nach folgendem Muster durchgeführt wurden: Unmittelbar nach einem Luftangriff gingen die "Schätzer" in "Schätzergruppen" durch den von Bombentreffern geschädigten Stadtteil, trugen die Schäden auf den Karten ein und erstellten ein Protokoll. Anschließend wurden die Eintragungen überprüft, wobei einzelne Schätzer namentlich am Rand zeichneten. Die Pläne wurden dann gezeichnet, insbesondere wenn es sich um eine überschaubare Anzahl von Schadenseinträgen handelte. Vereinzelt sind auch Fotos von zerstörten Gebäuden und Berichte über die Luftangriffe dokumentiert.