Presse
  •  

Stadt zeichnet Sportpioniere und Sportler aus - Stuttgarter Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2018 gewählt

01.04.2019 Sport
Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, hat im Rahmen der Sportlerehrung im Kursaal Bad Cannstatt vier Sportpioniere ernannt und die Stuttgarter Sportlerin, den Stuttgarter Sportler und die Stuttgarter Mannschaft des Jahres 2018 ausgezeichnet.

"Die Sportlerehrung ist immer ein besonderes Ereignis im sportlichen Kalender der Landeshauptstadt, da sie den Stuttgarter Spitzensport ins Rampenlicht stellt", sagt Sportbürgermeister Dr. Martin Schairer. "Die Auszeichnung der Stuttgarter Sportlerin, des Stuttgarter Sportlers und der Stuttgarter Mannschaft des Jahres 2018 rückt die Sportlerehrung als Plattform für den Stuttgarter Spitzensport zusätzlich in den Fokus", so Martin Schairer weiter. "Besonders dabei ist, dass die Gäste, das heißt die Sportlerinnen und Sportler selbst, ihre Trainerinnen und Trainer und ihre Heimatvereine in die Wahl einbezogen werden."

Stadt zeichnet Sportpioniere und Sportler ausVergrößernSportbürgermeister Dr. Martin Schairer (vorne links) mit Mitgliedern der Auswahlkommission und den Nominierten zur Wahl des Stuttgarter Sportlers, der Stuttgarter Sportlerin und der Stuttgarter Mannschaft des Jahres 2018. Foto: KD Busch/Stadt StuttgartSportbürgermeister Dr. Martin Schairer (vorne links) mit Mitgliedern der Auswahlkommission und den Nominierten zur Wahl des Stuttgarter Sportlers, der Stuttgarter Sportlerin und der Stuttgarter Mannschaft des Jahres 2018. Foto: KD Busch/Stadt Stuttgart

Sportlerehrung für 325 Sportlerinnen und Sportler

Stuttgarter Sportlerin des Jahres 2018 ist die Turnerin Elisabeth Seitz vom MTV Stuttgart. Sportler des Jahres 2018 ist der Ruderer Florian Roller von der Stuttgarter Rudergesellschaft. Die Stuttgarter Mannschaft des Jahres 2018 sind die MTV Stuttgart Blindenfußballer.

Insgesamt wurden im Rahmen der Sportlerehrung 325 Sportlerinnen und Sportler für ihre Erfolge im Jahr 2018 ausgezeichnet - 82 Frauen und Mädchen und 243 Männer und Jungen. Die Geehrten kommen aus 45 Stuttgarter Sportvereinen und sporttreibenden Institutionen sowie dem Olympiastützpunkt Stuttgart. Sie haben das Jahr 2018 bei nationalen oder internationalen Wettbewerben mindestens mit einem Deutschen Meistertitel abgeschlossen und waren in insgesamt 44 Sportarten von Badminton bis Wasserball erfolgreich.

Die neuen Sportpioniere sind Gunter H. Fahrion (Rasenkraftsport), Rolf Feichtenbeiner (Tischtennis), Peter Kotacka (Tennis) sowie Thomas Strohm (Leichtathletik). Die Auszeichnung wurde Anfang Dezember vergangenen Jahres vom Sportausschuss des Gemeinderats beschlossen.

Die nominierten Sportler

Elisabeth Seitz (Gerätturnen, MTV Stuttgart): Die Turnerin des MTV Stuttgart gehört seit Jahren zur Weltelite. Bei den Turn-Weltmeisterschaften 2018 in Doha, Katar, konnte sie mit der Bronzemedaille am Stufenbarren ihren bisherigen Karrierehöhepunkt feiern.

Marie-Laurence Jungfleisch (Leichtathletik, VfB Stuttgart): Auch 2018 war für die sechsmalige deutsche Hochsprungmeisterin Marie-Laurence Jungfleisch ein erfolgreiches Jahr. Bei den Europameisterschaften in Berlin gewann die Leichtathletin des VfB Stuttgart die Bronzemedaille.

Iris Schwarzhaupt (Kunstradfahren, SportKultur Stuttgart): Für die Kunstradfahrerin der SportKultur Stuttgart war 2018 ein herausragendes Jahr. Mit dem Weltmeistertitel, den Iris Schwarzhaupt in Lüttich gewann, gelang ihr der Durchbruch in die Weltspitze des Kunstradfahrens.

Alexander Czysch (Leichtathletik, VfB Stuttgart): Der Sprinter des VfB Stuttgart ist 2018 im 200-m-Lauf U-18-Europameister geworden. Ihm gelang dadurch eine kleine Sensation; nun ist er die Zukunftshoffnung des deutschen Sprints.

Fabian Heinle (Leichtathletik, VfB Stuttgart): Der deutsche Meister im Weitsprung schaffte es 2018 auch bei den Europameisterschaften aufs Treppchen: Die Silbermedaille war sein bislang größter Erfolg, den der für den VfB Stuttgart startende Leichtathlet in Berlin feiern konnte.

Florian Roller (Rudern, Stuttgarter Rudergesellschaft): Alle guten Dinge sind drei: Erneut schaffte es Florian Roller mit seinen Ruderkollegen souverän auf Platz eins bei den Weltmeisterschaften im Leichtgewicht-Doppelvierer. Der Ruderer ist damit der ganze Stolz der Stuttgarter Rudergesellschaft.

MTV Stuttgart Blindenfußballer: Der Rekordmeister des MTV Stuttgart hat 2018 den sechsten Meistertitel im Blindenfußball geholt. Die Freude nach dem spannenden Finale gegen FC St. Pauli war bei den Sportlern groß.

MTV Stuttgart Turnerinnen: Zum siebten Mal in Folge und insgesamt zum zehnten Mal wurden die MTV-Turnerinnen um Kapitänin Kim Bui Deutsche Mannschaftsmeisterinnen, ein Rekord in der Deutschen Turnliga.

Beachvolleyballerinnen Chantal Laboureur/Julia Sude (Olympiastützpunkt Stuttgart): Die beiden Spitzenvolleyballerinnen des Olympiastützpunkts Stuttgart waren 2018 erneut erfolgreich: Bei den Europameisterschaften in den Niederlanden und bei dem FIVB World Tour Finale in Hamburg erreichten sie jeweils Platz 5. Nicht zuletzt dadurch sicherten sie sich einen Spitzenplatz in der Weltrangliste.

Eine Auswahlkommission mit Vertretern von Olympiastützpunkt, Sportkreis, Sportkreisjugend, der Landeshauptstadt Stuttgart sowie ehemals aktiven Sportlerinnen und Sportlern hatte eine Vorauswahl von je drei Personen/Mannschaften pro Kategorie getroffen. Die eingeladenen Sportlerinnen, Sportler sowie alle anderen Gäste wie Trainer und Vorsitzende der Sportvereine haben dann aus dieser Vorauswahl für ihren persönlichen Favoriten gestimmt.

Die Vorauswahl erfolgte anhand unterschiedlicher zuvor festgelegter Kriterien. Für die Expertenkommission wichtig war zum Beispiel, dass sich der zugrundeliegende Erfolg deutlich von anderen oder vorherigen Leistungen abhebt und überregionale Strahlkraft besitzt. Oder auch, dass sich der Sportler, die Sportlerin oder die Mannschaft in besonderer Weise für den Sport in Stuttgart einsetzt und einer Vorbildfunktion nachkommt.

Die diesjährigen Sportpioniere

Gunter H. Fahrion wurde wegen seines großen Engagements für den Sport in unterschiedlichen Bereichen zum Sportpionier ernannt. Seit 1964 hatte er zahlreiche Ehrenämter auf Kreis-, Landes- und Bundesebene inne, unter anderem war er Vorstandsmitglied im Schwäbischen Turnerbund und Sportkreis Esslingen. In verschiedenen Gremien des Württembergischen Landessportbundes (WLSB), zum Beispiel als Mitglied des Vorstands, ist Gunter H. Fahrion seit 1976 aktiv. Von 2013 bis 2015 bekleidete er das Amt des Vizepräsidenten im WLSB. Von 1980 bis 2017 war er in verschiedenen Gremien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aktiv. Bis 2014 fungierte er als Mitglied im Präsidialausschuss Leistungssport im DOSB. Bis 2014 war er Sprecher der nichtolympischen Verbände im DOSB und Beauftragter für die "World Games". Bei diesem Pendant der nichtolympischen Sportarten zu den Olympischen Spielen begleitete er die Delegationen als "Chef de Mission" von 2005 bis 2009. 1996 war er Mitbegründer der SportRegion Stuttgart und zudem Geschäftsführer bis 2006. Seit 2013 ist er stellvertretender Vorsitzender der SportRegion Stuttgart. Seit 1975 ist er auch Vorsitzender des Württembergischen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verbandes. Dieses Amt hat er bis heute inne. Von 1999 bis 2017 wirkte er als Präsident des Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verbandes auf Bundesebene mit.

In weiteren Tätigkeiten im und für den Sport, etwa als Pressesprecher des Deutschen Turnfestes 1972, Mitglied in zahlreichen Organisationskomitees von internationalen Sportveranstaltungen, so auch als Generalsekretär bei den Rad-Weltmeisterschaften Bahn und Straße 1991, hat er sich insbesondere um den Sport in Stuttgart verdient gemacht. Von 1987 bis 1991 und 2000 bis 2001 war er Leiter des Olympia Büros der Stadt Stuttgart, 2002 bis 2003 dann stellvertretender Geschäftsführer der Stuttgart 2012 GmbH. Für seine Verdienste um den Sport wurde Gunter H. Fahrion 1985 mit der WLSB-Ehrennadel in Silber und 1995 in Gold ausgezeichnet. 2011 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. 2017 folgte die Ehrennadel des Deutschen Olympischen Sportbundes. Zum Ehrenpräsident des Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verbandes wurde er 2018 ernannt.

Rolf Feichtenbeiner

Rolf Feichtenbeiner wurde zum Sportpionier der Stadt ernannt, weil er sich seit vielen Jahren für den Tischtennissport einsetzt. Begonnen hat er seine sportliche Laufbahn 1955 als Mitglied und Mitbegründer der Deutschen Jugendkraft Sportgruppe Stuttgart-Süd. Seit 1959 ist er Kassenwart bei der DJK Stuttgart-Süd. Im Diözesansportverband Rottenburg-Stuttgart bekleidete er von 1955 bis 1975 das Amt des Fachwarts Tischtennis. 1956 bis 1973 war er zudem Diözesanjugendleiter. 1975 wechselte er in den Vorstand und war bis 1997 Vorsitzender des Diözesansportverbandes Rottenburg-Stuttgart. Seit 1997 ist er Ehrenvorsitzender der DJK. Auf Bundesebene war Rolf Feichtenbeiner von 1972 bis 2015 Mitglied im Finanzausschuss und über 40 Jahre lang (1972-2017) Mitglied im Rechts- und Satzungsausschuss der DJK.

Für seine vielfältigen Verdienste um den Tischtennissport erhielt Rolf Feichtenbeiner diverse Auszeichnungen: 1983 das Carl Mosterts Relief des DJK-Bundesverbandes, 1997 die Martinusmedaille der Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie 1998 den Linus Roth Gedächtnispreis der DJK Rottenburg-Stuttgart. 1992 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Es folgten Auszeichnungen des Württembergischen Landessportbundes: 1997 erhielt Rolf Feichtenbeiner die WLSB-Ehrennadel in Gold, 2002 ernannte ihn der WLBS zum Ehrenmitglied.

Peter Kotacka

Peter Kotacka wurde zum Sportpionier für seine vielfältigen Verdienste um den Tennissport ernannt. Er begann seine Funktionen im Verein mit der Übernahme des Veranstaltungswartes der Tennisabteilung des SKV Freiberg-Mönchfeld. Dieses Amt bekleidete er fünf Jahre (1976-1981), bevor er 1981 erst stellvertretender Abteilungsleiter und ein Jahr später dann Abteilungsleiter der Tennisabteilung wurde. 1985 erfolgte die Abtrennung der Tennisabteilung vom Hauptverein SKV Freiberg-Mönchfeld und Neugründung des Tennisclubs Freiberg-Mönchfeld. Als Gründungsmitglied nahm er den Vorsitz des neu gegründeten Vereins wahr. Dieses Amt hatte Peter Kotacka bis 1997 inne. Seit 2013 ist er Präsidiumsmitglied des TC Freiberg-Mönchfeld mit den Zuständigkeiten Mitglieder, Verwaltung, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Hallenvermietung.

Auch in der Verbandsarbeit war er sehr aktiv. 1997 bis 1998 war er stellvertretender Vorsitzender des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB) Bezirk Stuttgart-Rems-Murr, dann bis 2013 Vorsitzender. Die gesamte Zeit (1998-2013) war er ebenfalls Mitglied im Ausschuss der Fachverbände der Sportkreise Rems-Murr und Stuttgart. 2007 bis 2010 war er Vorstandsmitglied im Stadtverband für Sport in Remseck und von 2007 bis 2012 Verbandsratsvorsitzender und Präsidiumsmitglied im WTB. In seinen sonstigen Funktionen für den Sport war er fast zwanzig Jahre Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Sportfachverbände im Sportkreis Stuttgart (1999-2017). Vier Jahre war Peter Kotacka zudem Mitglied im Sportkreisrat des Sportkreises Stuttgart (2014-2018).

Im Sportkreis Rems-Murr ist er seit 1998 Mitglied im Ausschuss der Fachverbände und im Sportkreisrat. Außerdem Präsidiumsmitglied und Vize-Präsident von 2012 bis 2018. Seit 2009 ist er als sachkundiger Einwohner Mitglied im Sportausschuss der Landeshauptstadt Stuttgart. Vielfältige Auszeichnungen belegen die unterschiedlichen Wirkungskreise von Peter Kotacka. Der Württembergische Tennis-Bund verlieh ihm die Bronzene Ehrennadel (1991), die Bronzene Ehrennadel versilbert (2002) sowie die Silberne Ehrennadel vergoldet (2013). Der TC Freiberg-Mönchfeld ernannte ihn 1997 zum Ehrenmitglied. Vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) erhielt er die Bronzene Ehrennadel (1991), Silberne Ehrennadel (2007) und die Goldene Ehrennadel (2013). 2006 verlieh ihm der Sportkreis Rems-Murr die Goldene Ehrennadel und 2016 die Goldene Ehrennadel mit Diamant.

Thomas Strohm

Thomas Strohm wurde zum Sportpionier ernannt, weil er sich über viele Jahrzehnte für den Sport, insbesondere die Leichtathletik eingesetzt hat. Als Leichtathletik-Übungsleiter war er seit 1974 über vierzig Jahre tätig (1974-2017). Als Leiter des Leichtathletik-Meetings beim Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (WBRS) war er ebenfalls vier Jahrzehnte (1977-2017) aktiv. Von 1973 bis 1979 engagierte sich Thomas Strohm zudem als Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes bei Sportveranstaltungen. 1979 und 2010 bis 2018 war er Trainer im Behindertensport. 2014 bis 2018 übernahm er zudem die Öffentlichkeitsarbeit im WBRS. Ebenso als Kampfrichter (1982-2017) und Technischer Leiter der Leichtathletik (1987-1992) engagierte sich Thomas Strohm. 1978 bis 1981 bekleidete er das Amt des Sozialreferenten im Sportkreis Stuttgart.

Bei verschiedenen Veranstaltungen fungierte er in unterschiedlichen Funktionen. Ob als Attaché bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1993, Mannschafts-Coach der Senioren beim Deutschen Leichtathletik-Verband (2000-2003), Technischer Leiter bei der 1. Senioren-Weltmeisterschaft im Winterwurf (2004) oder Stadionsprecher (2008-2012, 2017), Thomas Strom engagierte sich. Auch als Übungsleiter oder Trainer im Ski Alpin, Kinderturnen oder Leichtathletik übernahm er diverse sportpraktische Tätigkeiten: Skiübungsleiter Alpin (1973-1983), Kinder Skilehrer Alpin (1973-1979), Skiübungsleiter Langlauf (1974-1982), Übungsleiter Kinderturnen (1976-2010), Leichtathletik B-Trainer Wurf (1977-2017), Leichtathletik Bezirkstrainer (1977-1979), Landestrainer Leichtathletik im Württembergischen Leichtathletik-Verband und Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (1979-1981, 2014-2017), Leichtathletik A-Trainer Wurf (1980-2004), Leichtathletik Senioren-Trainer (2006-2018).