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Initiative "Lass es blühen! - Gemeinsam für Insektenvielfalt" startet mit Auftakt in der Riedseeschule - OB Kuhn: "Jeder kann handeln!"

03.04.2019 Umwelt
Zum Schutz bedrohter Insekten hat die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam mit zahlreichen Partnern die Initiative "Lass es blühen! Gemeinsam für Insektenvielfalt" ins Leben gerufen. Das ganze Jahr über soll es dazu verschiedene Veranstaltungen geben.

Schirmherr der Initiative ist Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 3. April, hat der OB im Schulgarten der Riedseeschule in Möhringen gemeinsam mit Schulkindern Samen eingesät.

Initiative 'Lass es blühen! - Gemeinsam für Insektenvielfalt' startet mit Auftakt in der Riedseeschule - OB Kuhn: 'Jeder kann handeln!'VergrößernOberbürgermeister Fritz Kuhn (Mitte) streut gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler der Garten-AG der Riedseeschule im dortigen Schulgarten Wildblumensamen aus. Mit auf dem Foto sind (von links): Kerstin Vogel-Hinrichs, Dekanin der Evangelischen Kirche in Degerloch, Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, und Alexandra Beyer, Schulleiterin der Riedseeschule. Foto: Leif Piechowski/Stadt StuttgartOberbürgermeister Fritz Kuhn (Mitte) streut gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler der Garten-AG der Riedseeschule im dortigen Schulgarten Wildblumensamen aus. Mit auf dem Foto sind (von links): Kerstin Vogel-Hinrichs, Dekanin der Evangelischen Kirche in Degerloch, Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, und Alexandra Beyer, Schulleiterin der Riedseeschule. Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart
Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: "Insekten sind ganz wesentlicher Bestandteil unseres Ökosystems. Sie bestäuben unsere Pflanzen, sorgen für fruchtbare Böden oder tragen zur Reinigung unserer Gewässer bei. Sie sind Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere - zum Beispiel für Vögel, kleine Säugetiere, Reptilien, Amphibien und Fische. Eine Welt ohne Insekten ist für den Menschen undenkbar."

Insektensterben hat ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen

Sowohl die Gesamtzahl der Insekten als auch die Vielfalt bei den Insektenarten haben in Deutschland in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen. Dies belegen zahlreiche Untersuchungen. Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer sind von diesem Rückgang betroffen, wie unter anderem eine Studie des Entomologischen Vereins Krefeld aus dem Jahre 2017 belegt. Dabei geht es um mehr als nur den Verlust von einigen bunten Schmetterlingen am Blumenkasten: Neben den ökologischen Auswirkungen drohen auch wirtschaftliche Verluste im Obst- oder Gemüseanbau.

Um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen und dem Insektensterben entgegenzuwirken, hat das Amt für Umweltschutz gemeinsam mit weiteren städtischen Ämtern, mehreren Naturschutzverbänden, wie dem NABU und dem BUND, sowie Vertretern der Wissenschaft die Initiative "Lass es blühen! - Gemeinsam für Insektenvielfalt" gegründet. Bis zum Herbst gibt es allerlei Programmpunkte. Mit Vorträgen und Führungen soll die Stuttgarter Bevölkerung auf die Auswirkungen des Insektensterbens aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig sollen die Bürgerinnen und Bürger Anregungen erhalten, wie sie selbst zum Schutz von Wildbienen und Co. beitragen können.

Schulen setzen das Thema "Natur" bei der Ganztagsbetreuung um

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildete am Mittwoch die jährliche Blumensamenaktion unter Federführung des Amts für Umweltschutz. Die Aktion fand dieses Jahr wieder in Kooperation mit dem Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche in Württemberg statt. Die Schülerinnen und Schüler der Garten-AG der Riedseeschule hatten als Erste die Gelegenheit, die Wildblumensamen im Schulgarten auszubringen. Hilfe bekamen sie dabei von Oberbürgermeister Fritz Kuhn, dem Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, und Kerstin Vogel-Hinrichs, Dekanin der Evangelischen Kirche in Degerloch.

Die Riedseeschule ist eine von vier Pilot-Schulen, die sich am Projekt "Naturzeiten im Ganztag" der Abteilung Bildungspartnerschaften der Stadt Stuttgart beteiligen. Künftig sollen mehr Stuttgarter Schulen im Rahmen der Ganztagsbetreuung das Thema "Natur" in die Nachmittagsbetreuung integrieren.

OB Kuhn betonte bei der Arbeit im Schulgarten der Riedseeschule: "Wenn wir das Sterben der Insekten stoppen wollen, müssen wir dringend handeln. Jeder kann auf seinem Balkon oder im eigenen Garten den Anfang machen." Er dankte allen Partnern der Initiative für ihren Einsatz und wies darauf hin, dass die Stadt künftig auf eigenen Flächen mehr Blühwiesen anlegen und damit das Nahrungsangebot insbesondere für Wildbienen vergrößern werde.

5.000 Tütchen mit Wildblumensamen werden kostenlos verteilt

Das Amt für Umweltschutz wird in den nächsten Wochen insgesamt 5.000 Tütchen mit Wildblumensamen kostenlos an Stuttgarterinnen und Stuttgarter verteilen. Die Samentütchen liegen ab Donnerstag, 4. April, zusammen mit einem Informationsblatt in den Bürgerbüros und Bezirksrathäusern sowie der Infothek im Rathaus aus.

Das Programmheft mit allen Veranstaltungen der Initiative "Lass es blühen! Gemeinsam für Insektenvielfalt" ist bei der Umweltberatung der Stadt Stuttgart erhältlich (Telefon: +49 711 216-88600 oder E-Mail: umweltberatung@stuttgart.de).

Weitere Infos: www.stuttgart.de/insektenvielfalt