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Statistisches Amt stellt detaillierte Darstellung der demografischen Entwicklung in den Stuttgarter Stadtbezirken bis 2030 vor

15.04.2019 Aktuelles
Ein ausführlicher Bericht zur Entwicklung der Bevölkerungsstruktur aller 23 Stuttgarter Stadtbezirke liegt im neuen Monatsheft 3/2019 des Statistischen Amts vor. Darin wird die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sowie die der Senioren in den Bezirken aufgezeigt. Zudem sind in diesem Bericht für jeden Bezirk Grafiken zur Altersstrukturentwicklung, Einwohnertabellen nach elf Altersgruppen sowie Bevölkerungspyramiden abgebildet.

Die Zahl der Stuttgarter Einwohner wird unter Berücksichtigung des Wohnraumangebots unter den Annahmen der Mittleren Angebotsvariante bis zum Jahr 2030 weiter deutlich ansteigen, wobei das stärkste Wachstum in den Jahren 2020 bis 2024 zu erwarten ist. Insgesamt ist von einem Anstieg der Bevölkerungszahl von 6,1 Prozent zwischen 2017 und 2030 auszugehen.

Einwohnerzahl steigt insbesondere in Gebieten mit Neubautätigkeit

Differenzierte Altersstrukturen, Zu- und Fortzugsmuster sowie insbesondere die berücksichtigte Neubautätigkeit führen dazu, dass die Einwohnerentwicklung zwischen den einzelnen Stadtbezirken unterschiedlich ausfällt (vgl. Abbildung 1). Hohe Zuwachsraten werden in Bezirken mit reger Neubautätigkeit erwartet, die vor allem die bis dahin zur Verfügung stehenden ehemaligen Bahnflächen des Projekts Stuttgart 21 betreffen.

Entsprechend steigt die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 insbesondere im Stadtbezirk Nord um knapp 18 Prozent sowie in den Bezirken Mitte und Mühlhausen um 11 Prozent an. Zuffenhausen liegt zwar in Bezug auf den angenommenen Einwohnergewinn durch neue Wohnungen relativ zu seiner Einwohnergröße nur im oberen Mittelfeld, erreicht aber durch eine vergleichsweise günstige Altersstruktur und relativ hohe natürliche Zuwächse auch einen Einwohneranstieg von fast 12 Prozent. Dagegen sinkt die Einwohnerzahl in vier Stadtbezirken ohne nennenswerte Bautätigkeit. Dabei handelt es sich um Plieningen und Sillenbuch mit minus 1,7 Prozent sowie Möhringen (- 0,8 Prozent) und Degerloch (- 0,1 Prozent). Möhringen liegt zwar in Bezug auf die zukünftig vermutete Bautätigkeit im unteren Mittelfeld, verliert aber aufgrund seiner vergleichsweise ungünstigen Altersstruktur weiterhin Einwohner.

Hohe Kinderzahlen verdecken Alterung

Laut dem Statistischen Amt wird sich die demografische Alterung im Prognosezeitraum insgesamt nur leicht bemerkbar machen. Bemerkenswert ist die Zunahme von Kindern und Jugendlichen, die vielerorts zusammen mit dem Zuzug jüngerer Bevölkerungsgruppen die zu erwartende deutliche Zunahme älterer Bevölkerungsgruppen mittelfristig überdeckt.

Bei der vergleichenden Betrachtung der Altersstruktur zeigt sich, dass das Durchschnittsalter zukünftig am stärksten in Münster, Nord und Birkach ansteigt, während es in Mühlhausen, Botnang und Wangen am deutlichsten sinkt.

Stuttgart-Nord ist der Bezirk, in dem die Zahl der 65-Jährigen und Älteren zukünftig am stärksten zunimmt. Anteilsmäßig steigt der Seniorenanteil hingegen am deutlichsten in Münster, wobei Sillenbuch der Bezirk mit dem höchsten Anteil der 65-Jährigen und Älteren bleibt.

Die Zahl der unter 15-Jährigen nimmt wahrscheinlich am stärksten in Stuttgart-Mitte zu. Trotzdem wird der Stadtbezirk auch 2030 den geringsten Anteil von Kinder- und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung aufweisen. Der Anteil an unter 15-Jährigen steigt im Betrachtungszeitraum am stärksten in Mühlhausen. Im Jahr 2030 ist dann voraussichtlich Zuffenhausen, statt heute Weilimdorf, der Bezirk mit dem höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen.

Methodische Anmerkungen

Die Einwohnervorausberechnung erfolgt auf der Basis des sogenannten SIKURS-Prognosemodells des KOSIS-Verbunds. Das Stuttgarter Statistische Amtes hat sich maßgeblich an der (Weiter-)Entwicklung des Programms beteiligt. Es wird inzwischen von über 100 Städten, Kreisen und Statistischen Landesämtern eingesetzt.

Der Bericht zur zukünftigen Entwicklung der Altersstruktur in den Stuttgarter Stadtbezirken sowie detaillierte Grafiken und Tabellen zu jedem Stadtbezirk ist als Monatsheft Nr. 3 des Statistischen Amtes erschienen. Es ist zum Preis von 4 Euro erhältlich beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, im Internet unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem oder per E-Mail an komunis@stuttgart.de.