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Die Stadt Stuttgart überrascht mit Graffiti, Body-Painting und Instagram-Hashtags

17.04.2019 Wahlen
Body-Painting in Tattoo-Manier, Graffiti mitten in der Stadt, Hashtags auf Instagram, Interviews mit Erstwählerinnen und Erstwählern - bei der Kampagne für die Kommunalwahl 2019 geht die Stadt Stuttgart ungewöhnliche Wege. "Bei unserer Kampagne zur Gemeinderatswahl setzen wir neben den klassischen Instrumenten der Öffentlichkeitsarbeit wie Plakaten bewusst Stilmittel ein, die überraschen und auch ein junges Publikum ansprechen", sagt dazu Andreas Scharf, Leiter der Abteilung Kommunikation der Landeshauptstadt.

So hat die Stadt fünf öffentliche Flächen an Orten, die auch stark von jungen Leuten frequentiert werden, für Graffiti freigegeben. "Wir haben die Flächen ganz nach unseren Vorstellungen ohne Einschränkungen gestalten können. Einzige Vorgabe: Das Thema Kommunalwahl und die Integration des Kampagnen-Claims", erklärt Sprayer Philipp Becker. Zusammen mit Graffiti-Künstler Georg Waibel hat er Entwürfe für zwei Flächen entwickelt, die ohne Änderungen umgesetzt wurden. "Das ist bei Auftragsarbeiten ganz selten. Oft müssen wir mehrere Entwürfe vorlegen. Mit der Stadt war das ganz unkompliziert. Und die meisten Passanten finden das toll, was wir hier machen", sagt Philipp Becker.

Das ist nicht immer der Fall. Bei der Sprayaktion von Steffen Matuschowitz mitten in der Stadt kam gleich mehrfach die Polizei. Aber, so Matuschowitz, die Beamten seien immer sehr entspannt gewesen. Und nachdem er seine Genehmigung gezeigt habe, hätten sich die Gemüter beruhigt. "Manche Passanten haben verdutzt nachgefragt und fanden es im Gespräch gut, dass die Stadt sowas ermöglicht", sagt er.

Für Aufmerksamkeit sorgt auch ein Plakat mit einem Body-Painting in Tattoo-Manier: ein männlicher Rücken mit Stuttgart-Motiven und dem Fernsehturm am Horizont. Die Idee für das Bild kam über den Kontakt zu Instagrammern. Für den Bilderpool auf der eigens für die Öffentlichkeitskampagne zur Kommunalwahl erstellten Website www.meine-stimme-fuer-stuttgart.de hatte die Stadt Instagrammer angefragt.

Die Überlegung war, mit frischen, unverbrauchten Stuttgart-Motiven auf die Wahl zum Gemeinderat aufmerksam zu machen und zum Wählengehen zu motivieren. Im Bilderpool haben die Besucher der Seite die Möglichkeit, aus einem reichen Fundus an Bildmotiven und Slogans ihren ganz persönlichen Wahl-Post zu erstellen und in den Social-Media-Kanälen zu teilen. Die Stadt hat sich durch ein Tattoo-Foto inspirieren lassen und in Zusammenarbeit mit Fotografin Verena Müller für die Kampagne Stuttgart-Motive als Body-Painting umgesetzt.

Unterschiedliche Mentalitäten und Altersgruppen ansprechen

Die vom Gemeinderat der Stadt initiierte Kampagne wendet sich an alle wahlberechtigten Stuttgarterinnen und Stuttgarter. In den sogenannten "Out-of-Home-Medien" wie Infoscreens, City-Light-Poster, Brückenbanner, Gehwegabschrankungen oder CityCards sollen über verschiedene Bildmotive und Slogans rund um die Kernbotschaft "Meine Stimme für Stuttgart" im öffentlichen Raum unterschiedliche Mentalitäten und Altersgruppen angesprochen werden.

Vier emotionale Aussagen sind mit der Kernaussage der Kampagne kombiniert: "Denn das Morgen zählt schon heute", "Weil Stuttgart für mich Heimat ist", "Damit meine Ideen eine Chance haben" und "Weil es auf mich ankommt". Die Textplakate treten mit kräftigen Signalfarben in Erscheinung. Sie werden durch ausdrucksstarke Fotos in ihrer Aussage unterstützt. Die Bildmotive, professionell in Szene gesetzt, sind inspiriert von Instagrammern, die Fotos von Stuttgart posten. Das Motiv mit dem Rathaus im Hintergrund ist ein Original-Instagram-Foto.

Über die Sozialen Medien sollen vor allem jüngere Zielgruppen angesprochen werden. So wird ergänzend zur Website auf dem städtischen YouTube-Kanal eine Playlist zur Kommunalwahl eingerichtet. Die Playlist wird sukzessive mit Videos und Clips rund um das Thema Kommunalwahl gefüllt. Ein Film ermuntert - mit einem Augenzwinkern - unter dem Kampagnen-Motto "Meine Stimme für Stuttgart" zur Teilnahme an der Gemeinderatswahl. Weitere Video-Clips mit Erstwählerinnen und Erstwählern oder Straßenumfragen werden sukzessive bis zum Wahltag am 26. Mai eingestellt.

Parallel bespielt die Stadt über den Hashtag #meinestimmefürstuttgart Instagram und hält über Facebook und Twitter Kontakt zu den Internetnutzern. Ergänzend dazu erscheinen in den städtischen Medien seit März wöchentlich Porträts von Erstwählerinnen und Erstwählern sowie Instagrammern, die sich zur Bedeutung der Kommunalwahl, über die Arbeit des Gemeinderats sowie über Stuttgart äußern.