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Stadt Stuttgart empfängt internationale Delegierte der Gemeinwohl-Ökonomie im Rathaus

30.04.2019 Wirtschaft
Die Landeshauptstadt Stuttgart empfängt am Freitag, 3. Mai, die internationale Delegiertenversammlung der Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung (GWÖ) im Rathaus. Die rund 100 Delegierten treffen sich zu einer dreitägigen Konferenz in Stuttgart.
Die Bewegung setzt sich für ein ethisches Wirtschaftsmodell ein, bei dem das Wohl von Mensch und Umwelt das oberste Ziel ist. Ökonomische Faktoren wie Gewinn und Verlust spielen bei ihnen keine Rolle, stattdessen messen sie Unternehmen an ihrem Nutzen für die Gemeinschaft.

Im vergangenen Jahr hatten sich die GWÖ-Delegierten bei ihrem Gipfel in Lissabon entschieden, ihr nächstes Treffen in Stuttgart abzuhalten. Damit sollen die Bemühungen der Landeshauptstadt rund um das Thema Nachhaltigkeit gewürdigt werden.

Stuttgart gilt als Vorreiter bei der Umsetzung der GWÖ-Ziele: Mit der Hafen Stuttgart GmbH, der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH, der Stadtentwässerung Stuttgart und dem Eigenbetrieb leben&wohnen haben bereits vier städtischen Betriebe auf Initiative des Gemeinderats verschiedene Prozesse der Gemeinwohlbilanzierung durchlaufen - eine in diesen Dimensionen deutschlandweit einzigartige Maßnahme. Für die Bilanz der Unternehmen wurden keine klassischen Wirtschaftsfaktoren wie Umsatz und Gewinn herangezogen, sondern Faktoren der Nachhaltigkeit wie beispielsweise der Umgang mit Mitarbeitern, Herkunft des Essens in der Kantine oder die Versorgung mit regenerativen Energien.

Damit auch private Unternehmen das Wohl von Mensch und Umwelt zum obersten Ziel des Wirtschaftens erklären, hat die Stadt das Förderprogramm "Nachhaltig fit für morgen mit dem Gemeinwohl-Kompakt-Bericht" aufgelegt. Es soll Unternehmen den Einstieg in die Gemeinwohl-Ökonomie erleichtern. Unterstützt wird das Förderprogramm durch die neugeschaffene Stelle der "Projektmanagerin Nachhaltigkeit - Gemeinwohl". Seit dem 1. April 2018 begleitet die Projektmanagerin Stuttgarter Unternehmen dabei, eine Gemeinwohl-Erstbilanz zu erstellen, sich zu vernetzen und das Nachhaltigkeitsmanagement zu stärken.

Die GWÖ-Idee breitete sich von Österreich über Deutschland, die Schweiz, Italien und Spanien bis in die Benelux-Staaten und anschließend nach Großbritannien, Skandinavien und in osteuropäische Länder aus. Mittlerweile ist sie auch in Lateinamerika, den USA und in Afrika angekommen.