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Wassersäcke am Karlsplatz

02.05.2019 Umwelt
Mitte Mai beginnt das Garten-, Friedhof- und Forstamt, an verschiedenen ausgewählten Plätzen im Stadtgebiet ein neues Bewässerungssystem zu testen. Auf dem Karlsplatz werden zunächst an 26 Kastanien und in verschiedenen Straßen an rund 30 Jungbäumen Wassersäcke angebracht.
Der grüne Sack fasst 75 bis 100 Liter, wird an den Stamm gelegt und fixiert. Wassersäcke bieten den Vorteil, dass sie das Wasser langsam durch den perforierten Boden über sechs bis acht Stunden an das Erdreich abgeben. Die Wurzeln können die kontinuierliche Feuchtigkeit besser aufnehmen als bei der kurzzeitigen Wässerung durch Gießen. Die Wassersäcke werden über den Sommer, abhängig von den tatsächlichen Niederschlagsmengen, alle zwei bis drei Wochen von den Wasserfahrern der Abfallwirtschaft Stuttgart AWS befüllt.

Die zunehmend heißen und niederschlagsarmen Sommer führten bei den Stadtbäumen zu erheblichem Trockenstress. Sie können dem versiegelten Boden kaum Wasser entziehen. Besonders Jungbäume, die noch kein ausgeprägtes Wurzelwachstum besitzen, sind auf zusätzliche Bewässerung angewiesen.

Die Kastanien am Karlsplatz stehen an einem extremen Standort: stark verdichteter Wurzelraum, Abstrahlungswärme durch hohe Gebäude von drei Seiten und starke Bodenerwärmung über die rundum asphaltierte Fläche. Zunächst erhält nur ein Teil der dort wachsenden Kastanien Wassersäcke, um die Handhabung zu testen.

Das neue Bewässerungssystem läuft als Pilotprojekt. Bewähren sich die Wassersäcke in der Handhabung, werden sich in den folgenden Jahren mehr von den grünen Gieß-Helfern an Bäumen in der Stadt finden.