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Nachhaltig fit für morgen mit Gemeinwohl-Kompakt-Bericht: Erste Runde mit fünf Unternehmen erfolgreich beendet

16.05.2019 Wirtschaft
Der erste Konvoi hat seine Arbeit mit Erfolg abgeschlossen: Fünf Stuttgarter Unternehmen haben ihren Gemeinwohl-Kompaktbericht in moderierten Workshops mit Individualbetreuung durch einen zertifizierten Berater erstellt.

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat das Projekt im Rahmen ihres vom Gemeinderat initiierten Förderprogramms "Nachhaltig fit für morgen mit dem Gemeinwohl-Kompaktbericht' mit 50 Prozent der Beratungskosten gefördert. Eine Teilnahme am letzten Konvoi des Programms ist noch möglich.

Das Programm will Unternehmen aus der Landeshauptstadt auf dem Weg zu ihrem ersten Gemeinwohl-Kompakt-Bericht fördern und diesen den Einstieg in die Gemeinwohlökonomie erleichtern. Die Gemeinwohlbilanz, Herzstück der Gemeinwohlökonomie, will ein ethisches Wirtschaftsmodell zum Wohle von Mensch und Umwelt etablieren.

Ines Aufrecht, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, sagt: "Ich freue mich, dass fünf Unternehmen aus verschiedenen Branchen ihre Gemeinwohl-Kompaktberichte gemeinsam erstellt haben. Das Konzept der Landeshauptstadt, das Teamarbeit in Konvois mit Individualbetreuung durch Berater kombiniert, hat sich ausgezahlt. Wer noch von dem Angebot profitieren möchte, kann sich bis Ende Mai anmelden.'

Programm und Teilnahmeunterlagen mit Details zum Förderprogramm sind erhältlich unter: www.stuttgart.de/wirtschaftsfoerderung/nachhaltig-fit

Nachhaltig fit für morgen mit Gemeinwohl-Kompakt-Bericht: Erste Runde erfolgreich beendetVergrößernDer erste Konvoi hat seine Arbeit mit Erfolg abgeschlossen (1. Reihe von links): Brigitte Göltz, Geschäftsführerin Wohnanlage Fasanenhof gGmbH; Pia Hesselschwerdt, Leitung Netzwerke & Kooperationen, Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH; Naemi Zoe Keuler, Präsidentin Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.; Claus Schlosser, Geschäftsführer Ecofit Biofruchtimport GmbH, (2. Reihe von links): Stefan Böhm, Geschäftsführer Blattwerk Gartengestaltung GmbH; Nils Wittke, Inhaber nw consulting; Marcus Joos, Vizepräsident und Künstlerischer Leiter Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.; Angela Zachara, Wohnanlage Fasanenhof gGmbH, (3. Reihe): Eric Raasch, Gesellschafter und Abteilungsleiter Blattwerk Gartengestaltung GmbH. Foto: Stadt StuttgartDer erste Konvoi hat seine Arbeit mit Erfolg abgeschlossen (1. Reihe von links): Brigitte Göltz, Geschäftsführerin Wohnanlage Fasanenhof gGmbH; Pia Hesselschwerdt, Leitung Netzwerke & Kooperationen, Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH; Naemi Zoe Keuler, Präsidentin Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.; Claus Schlosser, Geschäftsführer Ecofit Biofruchtimport GmbH, (2. Reihe von links): Stefan Böhm, Geschäftsführer Blattwerk Gartengestaltung GmbH; Nils Wittke, Inhaber nw consulting; Marcus Joos, Vizepräsident und Künstlerischer Leiter Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.; Angela Zachara, Wohnanlage Fasanenhof gGmbH, (3. Reihe): Eric Raasch, Gesellschafter und Abteilungsleiter Blattwerk Gartengestaltung GmbH. Foto: Stadt Stuttgart

Umsetzung mit dem ganzen Team

Unter dem Motto "Gärtner aus Leidenschaft' arbeiten die Beschäftigten bei der Blattwerk Gartengestaltung GmbH. Unternehmensinhalt ist das Planen, Gestalten, Bauen, Pflanzen und Pflegen von Gärten.

"Die Gemeinwohlökonomie setzt sich mit Themen auseinander, die künftig noch sehr viel wichtiger werden. Die intensive Beschäftigung mit Ökologie, Gerechtigkeit, Transparenz und Menschenwürde passt sehr gut zu unserer Firmenphilosophie und ist eine echte Investition in die Zukunft', so Geschäftsführer Stefan Böhm. "Selbst in Bereichen, in denen wir uns gut aufgestellt wähnten, können wir uns weiter verbessern. Vieles lässt sich einfach umsetzen und erzeugt so positiven Elan. Um nachhaltige Veränderungen zu erzielen, binden wir das ganze Team ein. Das gelingt durch Transparenz und Kommunikation.'

Ideen mit anderen Betrieben entwickeln

Die Ecofit Biofruchtimport GmbH ist ein Großhändler für Obst und Gemüse aus kontrolliert biologischem Anbau. Das Unternehmen mit Verbindungen zu Erzeugern und Bio-Schaffenden engagiert sich für menschliche Werte.

"Unternehmen haben eine entscheidende Verantwortung für die Art und Weise, wie wir in unserer Gesellschaft wirtschaften. Die Gemeinwohl-Bilanz stellt soziale, ökologische und ethische Werte, die uns als Betrieb wichtig sind, in den Mittelpunkt. Die übersichtliche Matrix gefällt uns als Instrument sehr gut', erläutert Geschäftsführer Claus Schlosser. "Ein besonderer Gewinn ist es, sich mit anderen Betrieben auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Verbesserung von Prozessen zu entwickeln.'

Gemeinwohlökonomie als Baustein der Unternehmensführung

Die Konzept-e Netzwerk führt Kinderhäuser und Schulen. Das Unternehmen bildet Erzieherinnen und Erzieher aus und berät Unternehmen, Kommunen sowie soziale Einrichtungen.

"Zu Beginn des Projekts hat uns interessiert, wie nachhaltig wir sind, wie solidarisch wir unser Unternehmen führen und inwieweit wir zum guten Leben für alle beitragen', sagt Pia Hesselschwerdt, Leitung Netzwerke & Kooperationen. "Wir haben festgestellt, dass es auch in einem Sozialunternehmen, das sich per se mit Nachhaltigkeit, gesellschaftlichen Werten und Verantwortung auseinandersetzt, Verbesserungspotenziale gibt. Die Gemeinwohlökonomie bleibt für uns daher ein wichtiger Baustein in der Unternehmensführung.'

Mehr Transparenz und Nachhaltigkeit

Als Dachverband für das organisierte Amateurtheater in Baden-Württemberg vertritt der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. (LABW) die Interessen seiner Mitgliedsbühnen. Seit 1920 bietet er Theaterbühnen ein vielfältiges Angebot mit Fortbildungen und anderen Dienstleistungen an. Mehr als 40.000 Aktive bilden ein dichtes, infrastrukturelles und kulturell diverses Netzwerk in Baden-Württemberg.

"Der LABW möchte als Vorbild der Aufforderung des Deutschen Kulturrates folgen, die europäischen Nachhaltigkeitsziele umzusetzen. Der Gemeinwohl-Kompakt-Bericht hilft uns dabei, uns mit unseren Werten zu beschäftigen und ein Leitbild für unsere künftige Entwicklung zu erstellen', erläutert die Präsidentin Naemi Zoe Keuler. "Bei der Reflektion über unsere Prozesse haben wir festgestellt, dass wir schon einiges tun. Wir beziehen beispielsweise alternative Energien. Aber wir können in der Lieferkette noch mehr bewegen und unsere Nachhaltigkeitsziele nach außen transparent machen. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus anderen Branchen fördert die Kreativität und öffnet neue Perspektiven. Die Berichterstellung ist zwar aufwändig, aber es lohnt sich. Wir sind daher sehr dankbar für das Förderprogramm.'

Instrument für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Wohnanlage Fasanenhof gGmbH ist ein Träger der Behindertenhilfe in Stuttgart. Sie erbringt vollstationäre und teilstationäre Leistungen für Kinder, Jugendliche und erwachsene Menschen mit Behinderung sowie ambulante Pflege- und Betreuungsleistungen für eigenständig lebende Menschen mit Körperbehinderung.

"Wir nehmen teil, um die Leistungen für die von uns betreuten Menschen transparent zu machen. Zudem möchten wir den Prozess der Dienstleistungserstellung mit Blick auf Nachhaltigkeit weiter verbessern', erklärt Geschäftsführerin Brigitte Göltz. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessieren sich sehr für diese Form der Bilanzierung, da sie handhabbar, praxisnah und beeinflussbar ist. In Arbeitsgruppen sammeln sie beispielsweise Verbesserungsvorschläge für Kaufentscheidungsprozesse.'