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Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart macht auf Weltnichtrauchertag am 31. Mai aufmerksam

21.05.2019 Gesundheit
Der Weltnichtrauchertag wurde erstmals am 31. Mai 1987 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Seitdem wird der letzte Tag im Mai jedes Jahr weltweit genutzt, um verstärkt auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Heutige und zukünftige Generationen sollen vor den Schäden des Tabakkonsums bewahrt werden, wobei Aufklärung und Prävention eine entscheidende Rolle spielen. Dazu informiert das Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart über mögliche Risiken, die Entwicklung des Tabakkonsums und hilfreiche Rauch-Stopp-Tricks.

Diesjähriges Schwerpunktthema "Tabakkonsum und Lungengesundheit"

Aktiv- und Passivrauchen erhöhen das Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten und haben vielfältige Auswirkungen auf die Lungengesundheit von Menschen. Rauchen ist weltweit für über zwei Drittel aller durch Lungenkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich, und Passivrauchen erhöht auch bei Nichtrauchern das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Lungenkrebs ist in den meisten Ländern der Europäischen Region der WHO die häufigste krebsbedingte Todesursache. 2018 starben in der Europäischen Region etwa 430.000 Menschen an Lungenkrebs, und es wurden mehr als eine halbe Million neue Fälle diagnostiziert. Durch Rauchverzicht verringert sich das Lungenkrebsrisiko: Zehn Jahre nach der letzten Zigarette ist das Risiko nur noch halb so hoch wie das eines Rauchers.

Rauchen ist außerdem die häufigste Ursache von COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), einer Erkrankung, die sich in schmerzhaftem Husten und quälenden Atembeschwerden äußert. Sie verschärft auch Asthmaleiden, die den Aktionsradius von Menschen einschränken und zu Behinderung beitragen. Ein früher Rauchverzicht ist der wirksamste Weg zur Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung und zur Verbesserung von Asthmasymptomen. Auch Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko in Bezug auf Infektionen der unteren Atemwege sowie auf Ausbruch und Verschlimmerung von Asthmabeschwerden, Lungenentzündung und Bronchitis.

Tabakkonsum geht zurück

Wie der aktuelle Drogenbericht der Bundesregierung zeigt, ist der Tabakkonsum in Deutschland besonders bei Kindern und Jugendlichen unpopulärer als früher. Demnach rauchen nur noch zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen; 2001 waren es noch 28 Prozent. Dieser Trend zum Nichtrauchen setzt sich bei Erwachsenen jedoch nicht in gleichem Maße fort. In Deutschland ist jeder dritter Erwachsene nikotinsüchtig. Der tägliche Griff zur Zigarette gehört für viele Bundesbürger zum Leben dazu.

25 000 Stuttgarterinnen und Stuttgarter im Alter von 50 Jahren und älter rauchen täglich. In der Altersgruppe 65 Jahre und älter sind es noch mehr als 6000, etwa gleich viele Frauen wie Männer. Diese Zahlen basieren auf einer Hochrechnung anhand der Ergebnisse des Stuttgarter Alterssurveys 2012. Etwa zwölf Prozent der Befragten im Alter von 50 Jahren und älter, zehn Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer, rauchen täglich. Der größte Anteil der täglichen Raucher findet sich mit 21 Prozent in der Gruppe der Männer im Alter von 50 bis unter 65 Jahren, 16 Prozent der Frauen in diesem Alter rauchen täglich. In der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre rauchen noch neun Prozent der Männer und sieben Prozent der Frauen.

Warnung vor E-Zigaretten und neuen Tabakvaporizern

Gute Präventionsarbeit und die gesetzlichen Rauchverbote haben zu einem Rückgang der Zahl jugendlicher Tabakraucher auch hier in Stuttgart geführt. Mit diesem Rückgang des Konsums von Tabakzigaretten gewinnt jedoch der Konsum von E-Zigaretten und sogenannten "rauchfreien Zigaretten" unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Bedeutung, warnt Dr. Christian Denne, Abteilungsleiter für Kinder- und Jugendgesundheit am Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart. Mit Aromen wie "Cherry Crush" oder "Vanilla Dreams" sprechen auch die sogenannten E-Shishas die jugendliche Zielgruppe an. Die Attraktivität dieser Produkte ist einer Vielzahl von Einflüssen geschuldet, wie beispielsweise Neugierde, positives Image, dem attraktiven Geruch und der falschen Annahme, diese seien gesundheitlich unbedenklich. Kinder- und Jugendärzte warnen ausdrücklich vor E-Zigaretten und neuen Tabakvaporizern, denn auch der Konsum dieser Produkte enthält gesundheitsschädigende Stoffe. Im Rauch von Wasserpfeifen finden sich Teer und Kohlenmonoxid, der von E-Zigaretten, Vaporizern und E-Shishas enthält Formaldehyde. Insbesondere beim "Verdampfen" mit Tabak und/oder Nikotin besteht auch bei diesen Produkten die Gefahr, dass vermeintlich harmloses Ausprobieren in eine Abhängigkeit mündet. E-Zigaretten und neuere Tabakverdampfer sind somit keineswegs frei von gesundheitlichen Risiken, sondern stellen eine ernst zu nehmende Gefahr gerade für Kinder und Jugendliche dar. Sie können ein vermeintlich "harmloser" Einstieg in den Konsum konventioneller Tabakprodukte sein. Neben der entsprechenden Aufklärung der Zielgruppen müssen die zuständigen Aufsichtsbehörden durch Kontrollen sicherstellen, dass die vom Gesetzgeber geforderte jugendschützende Altersgrenze von 18 Jahren für die Abgabe von Tabakprodukten beziehungsweise deren Gebrauch in der Öffentlichkeit auch bei diesen Produkten eingehalten wird.

Schritte in ein rauchfreies Leben

Für die Einwohnerinnen und Einwohner Stuttgarts gibt es viele Informations- und Hilfsmaßnahmen, um den Tabakkonsum zu reduzieren. Dazu gehören Aufklärungsmaßnahmen in Schulen und Hilfe bei der Tabakentwöhnung. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass gesetzliche Regelungen zum Nichtraucherschutz, etwa ein Rauchverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Gebäuden, in Gaststätten oder an vielen Arbeitsplätzen eingehalten werden. Auch ein Rauchverbot zum Schutz von Kindern auf Spielplätzen wurde umgesetzt. Wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, hat beste Voraussetzungen für ein gesünderes Leben. Ein Rauchstopp senkt eindeutig die Gesundheitsrisiken gerade für Lungenkrebs und chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Daneben gibt es viele weitere positive Gründe, so Annette Faust-Mackensen, Beauftragte für Suchtprophylaxe am Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart. Dazu gehören beispielsweise besser Riechen, sich freier Fühlen, schönere Haut, weißere Zähne, Durchatmen ohne Husten sowie ein fitteres und gesünderes Leben. Neben einer Vorbildfunktion für Kinder kann zusätzlich viel Geld und Zeit gespart werden.

Die folgenden Tipps und Fragen von ihrer Kollegin Luisa Winter können dabei helfen, den Weg in ein rauchfreies Leben zu beschreiten:

  • Wollen Sie wirklich aufhören?
  • Warum wird das Aufhören schwierig? Welche Vorteile bringt es mir?
  • Machen Sie sich bewusst, dass das Rauchen ein Teufelskreis ist, der nur durchbrochen werden kann, wenn Sie die nächste Zigarette trotz Verlangen weglassen.
  • Erzählen Sie davon, dass Sie mit dem Rauchen aufhören möchten, um den Entschluss zu festigen. Dann können Freunde und Familie besser mögliche Verhaltensänderungen verstehen, zum Beispiel, wenn der Kontakt mit anderen Rauchern vermieden wird.
  • Sorgen Sie für Ablenkung, trinken Sie zum Beispiel mehr Wasser. Alte Gewohnheiten müssen überwunden werden, da das Rauchen neben dem körperlichen Verlangen nach Nikotin auch eine psychische Komponente hat.
  • Das eigene Zuhause sollte generell eine rauchfreie Zone sein.
  • Gemeinsam mit dem Rauchen aufzuhören, hat viele Vorteile. Die gegenseitige Motivation und der Austausch bei Problemen kann helfen.
  • Machen Sie sich die Vorteile des Nichtrauchens immer wieder bewusst.
  • Suchen Sie nach anderen Wegen, sich zu entspannen. Sport beispielsweise steigert das Wohlbefinden und hilft beim Stressabbau.
  • Belohnen Sie sich, wenn Sie schon etwas "Kleines' erreicht haben.
  • Planen Sie Ihren Rauchstopp gut durch und machen Sie sich Gefahrensituationen bewusst.

Die Klinik für Suchtmedizin und Abhängiges Verhalten des Klinikums Stuttgart bietet mit ihrem verhaltenstherapeutischen Entwöhnungsprogramm den Einstieg in ein rauchfreies Leben. Während des Programms finden sechs Gruppensitzungen im wöchentlichen Abstand sowie nach Absprache Einzelgespräche statt. Nach einem halben Jahr werden die Erfahrungen in einer Nachbesprechung in der Gruppe ausgetauscht. Das Programm ist mit dem Prüfsiegel "Deutscher Standard Prävention" zertifiziert und wird von vielen Krankenkassen anteilig übernommen.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite www.klinikum-stuttgart.de unter dem Suchbegriff "rauchfrei".

Kontaktdaten: Suchtberatungsstelle im Behandlungszentrum Mitte, Türlenstraße 22, Telefon 278-29300, E-Mail suchtberatung@klinikum-stuttgart.de.

Mit Nichtraucherhelden.de dauerhaft rauchfrei werden

Das Stuttgarter Startup "Nichtraucherhelden.de" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Raucher beim Rauchstopp zu unterstützen. Das Online-Programm arbeitet mit Coaching-Filmen und interaktiven Aufgaben, um Raucher auf den Ausstieg vorzubereiten und zu begleiten. Rauchende werden nach dem Rauchstopp weitere drei Monate begleitet und motiviert, um einen Rückfall zu verhindern. Beide Programme der Nichtraucherhelden sind als Gesundheitskurse zertifiziert. Teilnehmern werden die Kosten nach dem Kurs von ihrer Krankenkasse anteilig oder komplett zurückerstattet. Anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertags wird die Nichtraucherhelden-App herausgebracht. Diese kann kostenfrei im Apple App-Store sowie im Google Play-Store heruntergeladen werden. Bereits die kostenfreie Version der App bietet zahlreiche Videos, Übungen und Selbsttests zur Vorbereitung sowie motivierende Trackingfunktionen für die Zeit nach dem Rauchstopp.