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Sanierung der Sandfilteranlage im Klärwerk Plieningen

22.05.2019 Entsorgung
In diesem Frühjahr ist mit der technischen Modernisierung und Sanierung der Sandfilteranlage im Klärwerk Plieningen begonnen worden. Folgende Maßnahmen sind eingeplant: die verfahrenstechnische Optimierung zur gezielten Fällmittelzugabe mit einer Zwei-Punkt-Fällung, wodurch der Sandfilter an das vorhandene Leitsystem angebunden wird und eine effizientere Prozesssteuerung möglich ist, die Erneuerung der klärtechnischen Einrichtungen, Betonsanierung, Erneuerung des Filtermaterials und der Filterdüsen, die Abdeckung des Zulaufgerinnes und der Filterkammern, um diese zu schützen, sowie der Austausch und die Verbesserung der gesamten Mess-, Steuer- und Regeltechnik.
Die Filteranlage im Klärwerk besteht aus zwölf Kammern, in denen das Abwasser durch ein Sandbett fließt und dabei gereinigt wird. Nachdem die Schmutzstoffe im Filter zurückgehalten werden, müssen die Filterkammern mit speziellen Spülprogrammen mit Luft und Wasser regeneriert werden. Freiwerdende Schmutzpartikel werden zurück in die Kläranlage geführt. Damit zusätzlich Phosphate aus dem Abwasser entnommen werden können, werden spezielle Chemikalien wie Fällmittel in der biologischen Reinigungsstufe und im Zulauf des Sandfilters zugegeben.

Der Sandfilter wurde auch zur höheren Entnahme von Phosphaten eingesetzt, was zu einer weiteren Verbesserung der Gewässerqualität der Körsch führte. Allerdings ist eine zusätzliche Reduzierung der Phosphate notwendig. Daher wurde aufgrund der mittlerweile verbrauchten Technik und der gestiegenen Anforderungen im Jahr 2012 der Beschluss gefasst, die Sandfilteranlage im Klärwerk von Grund auf zu sanieren.

Bereits 1995 wurde das von der Stadtentwässerung Stuttgart betriebene Klärwerk Plieningen mit einem Sandfilter ausgerüstet. Das war zur damaligen Zeit ein Novum für Klärwerke mittlerer Größe, aber es gab einen guten Grund. Nach einer zwischen den Städten Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen getroffenen Vereinbarung sollte das Klärwerk nicht nur die Abwässer der südlichen Stadtteile von Stuttgart, Echterdingen und Ostfildern-Kemnat reinigen, sondern künftig im Winter auch das Enteisungsabwasser des Stuttgarter Flughafens aufnehmen. Die zur Enteisung von Flugzeugen und Bodenflächen eingesetzten chemischen Mittel dürfen nicht unbehandelt in Gewässer eingeleitet werden. Bei der Abwasserreinigung können sie allerdings zu negativen Veränderungen in der biologischen Reinigungsstufe führen. Um die gesetzlich geforderte Reinigungsleistung sicherzustellen und die Körsch zu schützen, war deshalb der Bau einer Sandfilteranlage für das Klärwerk Plieningen erforderlich.

Die Sanierung kostet sechs Millionen Euro. Den Hauptanteil finanziert die Stadtentwässerung Stuttgart (SES). Die Flughafen GmbH Stuttgart, die Städte Leinfelden-Echterdingen und Ostfildern sind beteiligt. Die ertüchtigte Sandfilteranlage wird voraussichtlich im Sommer 2021 in Betrieb gehen.

Weitere Informationen über die SES finden Sie hier: www.stuttgart-stadtentwaesserung.de.