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Stuttgarter Armutskonferenz 2019 - Vernetzt gegen Armut

23.05.2019 Soziales
In Politik und Forschung gibt es sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wer als arm bezeichnet werden kann und welche Auswirkungen Armut für eine Gesellschaft hat. Trotz der Vielfalt der verschiedenen Auffassungen sind sich alle gängigen Armutsdefinitionen in einem Punkt einig: Armut hat immer etwas mit Ausgrenzung zu tun. Wer arm ist, für den stehen viele Dinge in Frage, die für alle anderen selbstverständlich sind. Oberbürgermeister, Gemeinderat und  Verwaltung der Landeshauptstadt Stuttgart ist es ein wichtiges Anliegen, diese Menschen nicht nur mit dem rechtlich Möglichen zu unterstützen, sondern auch neue Lösungen zu finden, wie Armut begegnet werden kann. Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat dazu am Freitag, 24. Mai, im Großen Sitzungssaal des Rathauses die Stuttgarter Armutskonferenz 2019 - Vernetzt gegen Armut eröffnet.
Armutskonferenz 2019Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat am Freitag, 24. Mai, die Armutskonferenz im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses eröffnet. Foto: Leif Piechowski
"Auch in einer wohlhabenden Stadt wie Stuttgart gibt es Menschen, die von alltäglichen Dingen ausgeschlossen sind, weil sie nicht die nötigen Mittel haben und auf Unterstützung anderer angewiesen sind", so OB Kuhn. "Dies können alltägliche Dinge sein, wie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, der Besuch eines Kinos oder eines Schwimmbads. Armut kann aber auch sehr viel grundlegendere Formen der Benachteiligung mit sich bringen. Sie kann ganz elementar Auswirkung auf den Zugang zu Bildung, Arbeit oder einer eigenen Wohnung haben." Oberbürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung der Landeshauptstadt Stuttgart stellen sich den Auftrag, Menschen in Armut zu helfen. Sie tun dies nicht nur im Rahmen ihrer Verpflichtung im Kontext der Sozialgesetzbücher, sondern auch durch zahlreiche freiwillige Leistungen in Form finanzieller Unterstützung für soziale Projekte und Angebote.

Bei der Stuttgarter Armutskonferenz 2019 - Vernetzt gegen Armut sollen die vielfältigen Perspektiven und Erfahrungen zusammengebracht werden, um gemeinsam neue Wege in der Bekämpfung von Armut und ihren Auswirkungen zu erarbeiten. Dazu ging der Veranstaltung ein umfangreicher Vorbereitungsprozess voraus. Vier fachliche Arbeitsgruppen hatten unter Mitwirkung vieler Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung sowie sozialer Einrichtungen den Auftrag, bis zur Konferenz konkrete Handlungsbedarfe in den vier Themenfeldern "Wohnraumversorgung", "Arbeit und Beschäftigung", "Bildungschancen" sowie "soziale und kulturelle Teilhabe" zu identifizieren und erste  Handlungsansätze zu entwickeln.

Ergänzend zur Arbeit in den vier Arbeitsgruppen fanden im Januar und Februar dieses Jahres drei "Nachmittagsgespräche - Soziales Stuttgart" statt. Ziel dieser Gespräche war, die Nutzerinnen und Nutzer der Stuttgarter Bonuscard + Kultur zu ihren Erfahrungen zu befragen sowie Verbesserungsvorschläge und Rückmeldungen zu erhalten, was die Landeshauptstadt Stuttgart tun kann, um den Lebensalltag der Nutzerinnen und Nutzer der Bonuscard + Kultur zu verbessern.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und der Nachmittagsgespräche werden in die Stuttgarter Armutskonferenz 2019 - Vernetzt gegen Armut eingebracht, um sie mit vier externen Fachexperten und den Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern gemeinsam zu diskutieren, zu ergänzen und zu konkreten Handlungsansätzen für Stuttgart weiterzuentwickeln.