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Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen (LESS) lohnt sich

29.05.2019 Umwelt
Im Rahmen der Jahresveranstaltung des Projekts "Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen (LESS)" am 29. Mai haben 25 erfolgreich teilnehmende Schulen Urkunden sowie Prämien und Sonderpreise für besondere Projekte oder besonders hohe Energieeinsparungen in Höhe von knapp 17.000 Euro erhalten.

Das Engagement der Schülerinnen und Schüler wird damit besonders gewürdigt und dient anderen Schulen als Anregung. Die Schulen können frei über die Mittel verfügen. Die Projektteilnahme ist eine Möglichkeit, die "Fridays-for-future"-Bewegung aufzunehmen mit dem Wunsch, deren Forderungen in den Schulen in konkretes Handeln überzuführen. Alle städtischen Schulen sind aufgerufen, sich an dem Projekt aktiv zu beteiligen.

Energiesparen ist dreifach lukrativ

Das Projekt LESS, das seit zehn Jahren in Kooperation mit dem Schulverwaltungsamt vom Amt für Umweltschutz für alle Stuttgarter  Schulen angeboten wird, ist in dreifacher Hinsicht lukrativ: Zum einen verankern die Schulen die Themen Energieeinsparung,  Ressourcen- und Klimaschutz fest in den Schulalltag. Die Energieabteilung im Amt für Umweltschutz begleitet den Prozess, und je nach Umsetzungsgrad werden die Schulen dafür finanziell honoriert. Sei es durch die Bildung eines LESS-Teams, das sich aus der Schulleitung, den Lehrkräften und dem technischen Dienst zusammensetzt oder durch die Etablierung der Energiemanager, die im  Klassenzimmer darauf achten, dass die Fenster geschlossen und die Lichter abgeschaltet sind. Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler einzubinden und zu sensibilisieren, bieten zudem Arbeitsgemeinschaften sowie die Integrierung der Themen in den Unterricht.  Neun Schulen haben mit der maximal erreichbaren Punktzahl einen Zuschuss von 350 Euro bekommen. Durchschnittlich erhält jede Schule 282 Euro.

Eine weitere Möglichkeit, von der Projektteilnahme zu profitieren, ist die Bewerbung um einen Sonderpreis. Drei Schulen erhalten in  diesem Jahr den Sonderpreis zu je 500 Euro. In der Maria-Montessori-Schule Grundschule Hausen ist das Projekt umfassend in den Schulalltag eingebettet. Dies schließt auch die Nachmittagsbetreuung mit ein. Es wurden Solar- und Salzwasserfahrzeuge erklärt, gebastelt und künstlerisch aufgewertet.

Die Birken-Realschule und die Realschule Feuerbach teilen sich einen Sonderpreis, denn in beiden Schulen wurde eine Messkampagne durchgeführt. Dabei wurden Messungen an elektrischen Geräten sowie Raumtemperaturmessungen vorgenommen, die Ergebnisse diskutiert und Handlungsempfehlungen für die Zukunft gegeben. Das Ferdinand-Porsche-Gymnasium Zuffenhausen hat neben dem kontinuierlichen Engagement durch die Klima AG und dem Verleih der Klimaausstellung in diesem Schuljahr eine Klima-Podiumsdiskussion mit Politikern verschiedener Parteien in der Schule organisiert. So haben sich die Schülerinnen und Schüler im gewohnten Umfeld für die bevorstehende Kommunalwahl informiert.

Die dritte Möglichkeit, von LESS zu profitieren, ist die Reduktion des tatsächlichen Energieverbrauchs in der Schule. Dazu wird der  Energieverbrauch des zurückliegenden Kalenderjahrs mit dem Basiswert der jeweiligen Schule verglichen. Schulen, denen es gelungen war, im vorliegenden Abrechnungszeitraum die Energiekosten um mindestens ein Prozent oder mehr zu senken, erhalten einen Anteil an den eingesparten Energiekosten zur freien Verfügung. Dies gelang folgenden Schulen: Birken-Realschule, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Helene-Fernau-Horn-Schule, Maria-Montessori-Schule, Neues Gymnasium Leibniz, Rilke Realschule, Robert-Mayer-Schule, Wilhelmsschule und Wirtschaftsgymnasium West. Folgende Schulen haben zehn Prozent und mehr eingespart und somit den maximal möglichen Bonus von 1.000 Euro erhalten: Albschule, Ferdinand-Porsche-Gymnasium, Königin Olga-Stift, Robert-Bosch-Schule und Wolfbuschschule. Insgesamt wurden im Jahr 2018 in den 14 Schulen Energiekosten in Höhe von 67.500 Euro eingespart. Der mittlere Bonus liegt bei 589 Euro.

Im zurückliegenden Auswertungsjahr wurden in den Schulen gegenüber den Basiswerten 569.900 Kilowattstunden im Jahr Heizenergie eingespart. Dieser Wert entspricht rund sieben Prozent des Heizenergieverbrauchs der erfolgreich teilgenommenen Schulen in diesem Zeitraum. Die Stromeinsparung beträgt 101.000 Kilowattstunden im Jahr (rund sechs Prozent des Verbrauchs der erfolgreich teilgenommenen Schulen) und die CO2-Reduktion insgesamt 214 Tonnen im Jahr. Dies entspricht einem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 36 Einfamilienhäusern. Die über die gesamte Projektlaufzeit eingesparten Energiemengen entsprechen dem jährlichen CO2-Ausstoß von 280 Einfamilienhäusern.

Über LESS und das Forschungsprojekt energy@school

Mit dem Projekt LESS soll erreicht werden, dass das in den Schulen eingeübte Alltagsverhalten auch auf das private Umfeld der  Schülerinnen und Schüler übertragen wird. Gleichzeitig soll das Bewusstsein geweckt werden, dass die auf der Erde vorhandenen  Rohstoffe und Energiequellen endlich sind. Dadurch leistet LESS innerhalb und außerhalb der Schulen einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Parallel zum Projekt LESS sind 2016 fünf der Stuttgarter Schulen dem europäischen Forschungsprojekt energy@school beigetreten. Bis Mitte 2019 soll an 41 Schulen aus sieben mitteleuropäischen Ländern analog zu LESS das energiesparende Alltagsverhalten  eingeübt werden. Mit Hilfe von Fördermitteln aus dem EU-Projekt wurden in den Jahren 2017 und 2018 das Energiedatenerfassungssystem in den Teilnehmerschulen ausgebaut, Energiemessgeräte beschafft und einige Beleuchtungen auf LED umgestellt. Erkenntnisse aus dem Forschungsvorhaben, das von zwölf europäischen Partnern entwickelt und während der Umsetzung  begleitet wird, sollen in das städtische Projekt einfließen.

Im Vorfeld der LESS-Jahresveranstaltung fand am 29. Mai im Projekt energy@school ein "Barcamp" statt, in dem die zur Energiewende notwendigen Maßnahmen anhand von Leitfragen von Schülerinnen und Schüler diskutiert wurden. Die Ergebnisse wurden in der LESS-Veranstaltung präsentiert.

Für Rückfragen steht Dr. Jürgen Görres unter der Telefonnummer 216-88668, E-Mail Juergen.Goerres@stuttgart.de zur Verfügung.