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Mahd sichert Artenreichtum von Blumenwiesen

05.06.2019 Umwelt
Überlässt man Wiesen sich selbst, verwildern sie. Regelmäßiges Mähen sichert die Artenvielfalt und sorgt dafür, dass konkurrenzstarke Gräser zurückgedrängt und empfindlichere Blumen und Kräuter eine Chance aufs Wachstum erhalten.

Blumenwiesen bleiben am artenreichsten durch eine ein- bis dreimalige Mahd pro Jahr. Werden Wiesen seltener gemäht, geht Vielfalt ebenso verloren wie durch Düngung und höhere Schnitthäufigkeit. Innerhalb weniger Jahre können dann Wiesen mit ursprünglich 40 bis 50 Arten auf nur noch 10 bis 20 Arten reduziert werden.

Früher erster Schnitt Ende Mai und Mitte Juni

Ein früher Schnitt ist umso wichtiger, je nährstoffreicher der Standort ist. Gräserbetonte Wiesen an nährstoffreichen Standorten wie Frischwiesen bilden mit den Wasser- und Nährstoffvorräten des Winters im Frühsommer einen Massenwuchs. Dieser Effekt wird durch die zunehmende Erwärmung des Klimas noch verstärkt. Der frühe Schnitt zwischen Ende Mai und Mitte Juni einschließlich der Entfernung des Mahdguts verhindert das unkontrollierte Wachstum der Gräser und sorgt gleichzeitig für ausreichend Licht auch für konkurrenzschwächere Blumen in der Wiese. Der zweite Schnitt folgt Anfang bis Mitte September. Auf diese Weise können jene Arten, die bei einer frühen Mahd ihre Samenbildung noch nicht abgeschlossen haben, da ihr Blütenstand oft erst im Spätsommer reift, im Laufe des Sommers einen neuen Blütenstand bilden. Die Samen dieser späten Blüten reichen aus, um die Arten der Wiese zu erhalten, da es sich um ausdauernde Gräser- und Staudengesellschaften handelt, die sich nicht jedes Jahr erneut aus Samen entwickeln müssen.

Differenziertes Mähprogramm

Zur Förderung und zum Erhalt des Artenreichtums hat das Garten-, Friedhofs- und Forstamt ein differenziertes Mähprogramm aufgestellt. Darin enthalten sind unter anderem Blumenwiesen, die ein-, zwei- oder dreimal im Jahr gemäht werden. Einmal gemäht werden zum Beispiel Teilflächen der Blumenwiese im Tapachtal. Während die Heublumen am Grottenloch des Wartberggeländes zweimal gemäht werden, wird die Blumenwiese auf der Karlshöhe bei der Milchbar dreimal gemäht.

Blumenwiesen als Begleitgrün an Straßen, Verkehrsinseln oder am Waldrand entlang von Straßen und Radwegen müssen öfter geschnitten werden. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der Verkehrssicherheit. Sind die Gräser zu hochgewachsen, steigt die Unfallgefahr für Fußgänger, insbesondere Kinder, Radfahrer und übrige Verkehrsteilnehmer.