Presse
  •  

Zum 75. Geburtstag des Literaturpreisträgers Hermann Kinder

05.06.2019 Kultur
Hermann Kinder feiert am Dienstag, 18. Juni, seinen 75. Geburtstag. 1998 wurde er mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet.
"Mit großer Wertschätzung", so Oberbürgermeister Fritz Kuhn, "verfolge ich die nimmermüde Regsamkeit des Autors Hermann Kinder. Sein Vermögen, gegenwärtige gesellschaftliche Tendenzen aufzugreifen, zu hinterfragen und kritisch zu reflektieren, verführt auch seine Leserschaft zum Perspektivwechsel.

1944 in Thorn geboren, studierte Hermann Kinder Kunstgeschichte, Deutsche und Niederländische Philologie in Münster, Amsterdam und Konstanz. 1972 folgte die Promotion über den Poetischen Realismus. Von 1974 bis 2008 war er als Akademischer Rat für Germanistik und Literatursoziologie an der Universität Konstanz tätig. 1986 nahm er Lehraufträge in Klagenfurt und Shanghai an.

1977 debütierte Kinder mit dem Roman "Der Schleiftrog". Seitdem bereichert er in einem fast jährlichen Rhythmus die Bücherwelt mit einem neuen herausragenden Werk. Zu seinen Veröffentlichungen zählen "Der helle Wahn" (1981), "Kina, Kina" (1988), "Mein Melaten" (2006), "Der Weg allen Fleisches" (2014). Seine kreative Schaffenskraft begleitet ihn bis heute. Das zeigen sein vielbeachteter Roman "Porträt eines jungen Mannes aus alter Zeit" (2016), der in einer eindrucksvollen Vielstimmigkeit die Leserschaft mit vergangenen wie auch gegenwärtigen Realitäten konfrontiert, und das 2018 erschienene Buch "Die Herzen hoch und hoch den Mut. Das Familienalbum meines lutherischen Vaters 1942-1949", in dem er es ebenfalls versteht, Historisches mit aktuellen Reflexionen zu verbinden.

Kinders Werke wurden vielfach ausgezeichnet. 1977 erhielt er den Hungertuch-Preis, 1981 den Bodensee-Literaturpreis, 1996 den Alemannischen Literaturpreis und 1998 den Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart. 2014 folgte der Maria-Ensle-Preis und 2017 der Berthold-Auerbach-Literaturpreis.