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Extremes Klima schwächt Bäume im Stuttgarter Wald

01.07.2019 Aktuelles
Der heiße Sommer 2018 und die aktuelle Hitzewelle machen trotz reichlichen Niederschlägen im Mai und Juni den Waldbäumen im Stuttgarter Wald zu schaffen.
"Die extrem hohen Temperaturen und der ausbleibende Niederschlag setzen unsere heimischen Baumarten unter Stress, jeder Niederschlag ist wichtig, um die vielen Funktionen des Waldes zu erhalten", sagt Hagen Dilling, Leiter der Abteilung "Forsten und Servicebetriebe" des Garten-, Friedhofs- und Forstamts. Die Borkenkäfer an den Fichten profitieren von diesen Bedingungen, absterbende Bäume und freie Flächen sind die Folgen. Durch die Hitze und Trockenheit leiden auch andere Baumarten unter der extremen Witterung. "Bei den Buchen ist die Situation aktuell sehr schlimm", erläutert Dilling. Auf Kuppenlagen und an Südhängen haben die Buchen besonders mit der Trockenheit zu kämpfen, es fehlt ihnen Wasser aus den Waldböden. Deshalb sind bei geschwächten Bäumen die Baumkronen nicht mehr ganz belaubt oder die Blätter vertrocknet. Vermehrt besiedeln Pilze die Bäume, diese verlieren ihre Standsicherheit und sterben ab.

Neben Buchen sind auch Eichen betroffen. So wurde im Forstdistrikt "Weidach" beim Fasanenhof Ost ein Befall mit dem Eichenprachtkäfer festgestellt. Milde Winter und warme Sommer sind ideale Voraussetzungen für die Vermehrung dieses Käfers, der nicht nur geschwächte Bäume, sondern auch gesunde Eichen befallen und zum Absterben bringen kann.

Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt reagiert mit verstärkten Kontrollen auf diese Situation. An kritischen Standorten, wie zum Beispiel an Straßen und Bebauungen, müssen abgestorbene Bäume aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden, um Baumstürze zu vermeiden. Bei der Arbeitsplanung wird auf Naturschutz, Erholungssuchende und Verkehr weitestgehend Rücksicht genommen - Beeinträchtigungen durch Sperrungen werden aber auch in den kommenden Sommermonaten nicht ausbleiben.