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Wiedereröffnung Bienengarten auf dem Stuttgarter Wartberg

18.07.2019 Umwelt
Vor genau 26 Jahren ist der erste Bienengarten mit belebten Skulpturen von Jeanette Zippel anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung IGA 1993 auf dem Wartberg angelegt worden. Zusammen mit der Künstlerin hat Volker Schirner, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, am Donnerstag, 18. Juli, nach einer umfassenden Sanierung den Bienengarten auf dem Wartberg wiedereröffnet.
Wiedereröffnung Bienengarten auf dem Stuttgarter WartbergVergrößernVolker Schirner, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, hat am 18. Juli zusammen mit der Künstlerin Jeanette Zippel den Bienengarten auf dem Wartberg wiedereröffnet. Foto: KraufmannVolker Schirner, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, hat am 18. Juli zusammen mit der Künstlerin Jeanette Zippel den Bienengarten auf dem Wartberg wiedereröffnet. Foto: KraufmannBei der Sanierung wurden die Wege komplett erneuert und das Skulpturenensemble des Bienengartens in seine ursprüngliche Form mit sechs intakten Bienenskulpturen gebracht. Dafür wurde bei einer Wildbienenskulptur das Eichenholz durch roten Heilbronner Sandstein ersetzt. Dies schafft eine ästhetisch ansprechende Ergänzung zu den bereits vorhandenen Skulpturen. Ursprünglich waren auch Skulpturen für Honigbienenvölker vorhanden. Da zum Schutz und Erhalt von Wildbienen jedoch nach wie vor ein sehr hoher Bedarf an künstlichen Nistgelegenheiten besteht, wurden diese nach ihrem Verfall durch Skulpturen für Wildbienen ersetzt. "Es freut mich besonders, dass es Dank der behutsamen Instandsetzung gelungen ist, das über die Jahrzehnte durch die Nisträume in den Skulpturen entstandene Wildbienenhabitat und die Pflanzenvielfalt im angelegten Garten zu erhalten", so Volker Schirner.

Die Bienengärten mit den belebten Skulpturen sind ein wichtiger Schwerpunkt im künstlerischen Schaffen von Jeanette Zippel. Die Form des Weges im
Bienengarten des Wartberggeländes ist dem Schwänzeltanz der Honigbiene nachempfunden.

Die Gestaltung der Skulpturen ist inspiriert von einer Darstellung der griechischen Göttin Artemis. Eine antike Münze zeigt sie mit weiblichem Oberkörper und einem Bienenhinterleib. Mittels starker Abstrahierung entstand die eigenständige Form der Skulptur. Sie erinnert an eine menschliche Gestalt und zugleich an den Körper einer Biene. Die Skulpturen dienen als Nistplatz und Lebensraum für Wildbienen. Durch das Bienenleben im Inneren werden sie zu belebten  Skulpturen. Wildbienen leben größtenteils einzeln, und die meisten Arten benötigen für ihre Nistzellen zwei bis acht Millimeter breite und fünf bis zehn  Zentimeter tiefe Röhren aus natürlichen Materialien. Die Wildbienenskulpturen sind deshalb aus Sandstein, Lehm, Ziegel und Eiche gebaut und an die Nistbedürfnisse angepasst. Weil sie scheu sind und sehr schnell fliegen, sind Wildbienen in der Natur schwer zu erkennen.  Durch die Skulpturen können sie beim Nestbau beobachtet werden.

Die Gartenanlagen ergänzen die vorhandene Flora, um den Wildbienen neben den zahlreichen Nistgelegenheiten ein erweitertes Futterangebot zu bieten. So entstehen durch die Bienengärten dauerhafte Kleinbiotope und Rückzugsgebiete.

Die Bienenwiese selbst enthält ausschließlich gebietsheimisches Saatgut und setzt sich aus vielen Blumenarten, wie zum Beispiel Gewöhnliche Schafgarbe, Wiesen-Glockenblume, Kornblume, Klatschmohn, Spitzwegerich, Wiesen- Salbei und Steinklee, zusammen.

Die Kosten für die Instandsetzung des Bienengartens belaufen sich auf rund 30.000 Euro.