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Bürgermeister Thürnau hat Neubaugebiet Langenäcker/Wiesert eingeweiht

22.07.2019 Bauen
Bürgermeister Dirk Thürnau, Technisches Referat, hat am Montag, 22. Juli, zum Ende der Erschließungsarbeiten der ersten beiden Bauabschnitte das Neubaugebiet Langenäcker/Wiesert in Stammheim eingeweiht.
BM Thürnau weiht Neubaugebiet Langenäcker/Wiesert einDer Technische Bürgermeister Dirk Thürnau hat am 22. Juli mit Bezirksvorsteherin Susanne Korge das Neubaugebiet Langenäcker/Wiesert in Stammheim eingeweiht. Foto: Thomas HörnerNachdem er im vergangen Jahr mit einem Baggerbiss die Baumaßnahmen gestartet hatte, enthüllte er jetzt symbolisch das erste Straßennamensschild mit dem Namen von Tony Schumacher. Tony Schumacher lebte von 1848 bis 1931 und war Autorin von mehr als 40 Kinder- und Jugendbüchern. Auch alle anderen Straßen im Neubaugebiet sollen Namen von Frauen tragen, deren Lebensgeschichte mit Stuttgart verwoben ist.

"Mit Hochdruck wurde das letzte Jahr gearbeitet, um das Projekt in der geplanten Bauzeit schnellstmöglich umzusetzen", sagte Thürnau. Im Grünanger laufen derzeit die Landschaftsbauarbeiten. Mit den ersten privaten Bauvorhaben im Bauabschnitt 2 kann nach Bauende und Freigabe der Straßen begonnen werden. Dies soll nach aktuellem Stand voraussichtlich ab Ende August der Fall sein. "Die ersten Häuslebauer stehen schon in den Startlöchern", so Thürnau. Die Erschließungsarbeiten im letzten Bauabschnitt sollen im November dieses Jahres ebenfalls abgeschlossen werden, so dass Ende 2019 die übrigen privaten Bauherren mit der Realisierung ihrer Hochbauten beginnen können.

Der Bauablauf teilt sich in drei Bauabschnitte auf. Dies ist unter anderem aufgrund des Schutzes der Wildbienenvorkommen erforderlich. Das Mulden-Rigolen-System im Grünanger (Bauabschnitt 1) und die Erschließungsmaßnahmen im Süden sowie im Westen (Bauabschnitt 2), die 2018 begonnen wurden, können planmäßig Ende Juli fertiggestellt werden.

Die Gesamtfläche des Baugebiets beträgt 8,8 Hektar. Hier sollen zirka 320 Wohneinheiten für rund 800 Einwohner entstehen sowie rund 70 neue Bäume gepflanzt und 8.400 Quadratmeter Grünfläche angelegt werden. Das Tiefbauamt hat die öffentlichen Straßen, Wege und Plätze auf Grundlage des Bebauungsplans mit dem Ingenieurbüro Dr.-Ing. Heinrich aus Waiblingen geplant. Die Erschließungsstraßen werden mit Asphaltbelägen und in verkehrsberuhigten Bereichen mit Pflasterbelägen ausgeführt. Zur Straßenbeleuchtung dienen LED-Lampen. Diese ermöglichen eine Reduzierung der Lichtstärke in der Nacht.

Die Gebietsentwässerung im Neubaugebiet ist ökologisch naturverträglich angelegt. Sie erfolgt in einem Trennsystem, welches das Niederschlagswasser der Baugrundstücke und der Verkehrsflächen in einem separaten Regenwasserleitungsnetz sammelt und durch ein sogenanntes Mulden-Rigolensystem vor Ort in eine belebte Bodenschicht im zentral angelegten Grünanger versickern lässt. Mit diesem System können vor allem bei starken Regenereignissen die Kanäle und das Klärwerk entlastet werden.

Für die mehr als 70 vorkommenden Wildbienenarten, die vor Baubeginn im Planungsbereich des Neubaugebiets vorgefunden wurden, mussten Maßnahmen zur Sicherstellung eines günstigen Entwicklungszustandes der lokalen Bienenpopulation festgelegt werden. In intensiver Abstimmung mit den Wildbienen-Experten wurden in den letzten Jahren auch wichtige Ausgleichsflächen im unmittelbaren Umfeld angelegt. Wildbienen benötigen ein reichhaltiges Blütenangebot als Nahrungsquelle und geeignete Nistplätze in räumlicher Nähe. In den bereits fertiggestellten Bereichen des Grünzugs sind inzwischen Nistplätze für Wildbienen gebaut sowie spezielle Blühmischungen ausgesät worden.

Ein Großteil dieser Einsaaten muss jetzt aufwachsen. Anfang Juni konnten die blühenden Wiesen der Mulden-Rigolen-Flächen und die ersten Wildbienen beim Bezug des frisch fertiggestellten Erdhügels beobachtet werden. Jetzt gilt es die weitere Entwicklung der Flächen zu überwachen und eine geeignete Pflege zu etablieren. Das Ingenieurbüro Bischoff aus Stuttgart wurde mit der ökologischen Baubegleitung beauftragt und stimmt auch weiterhin zusammen mit dem Amt für Umweltschutz sowie dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt die erforderlichen Pflege- und Ausgleichsmaßnahmen im Neubaugebiet Langenäcker/Wiesert ab.

Die Kosten der Erschließungsmaßnahme einschließlich der Anlage des Grünangers und eines Spielplatzes in der Mitte des Neubaugebiets belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro.