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Aus dem Stuttgarter Stadtwald: Fumihiko Ito verlässt das Garten-, Friedhofs-, und Forstamt

13.08.2019 Umwelt
Fast dreieinhalb Jahre hat der 35-jährige Fumihiko Ito nun schon in Deutschland als Mitarbeiter des Garten-, Friedhofs-, und Forstamts verbracht. Doch als Deutschlands erster Forstwirt aus Japan plant er jetzt seine Rückkehr ins Heimatland. Seine Beziehung zum Wald habe er vor allem durch seine Familie bekommen, die selbst drei Hektar Wald besitzt, sagt Fumihiko Ito. Sein Heimatland Japan ist zu knapp
70 Prozent bewaldet, weshalb dort auch viele gut ausgebildete Forstwirte benötigt werden.

Stadtwald: Fumihiko ItoFumihiko Ito bei der Kontrolle von Weihnachtsbäumen. Foto: Torsten Lehmann
Seinen Master-Abschluss in Forstwissenschaften hat Ito in Japan an der Universität Tottori gemacht. Nach dem Studium arbeitete er acht Jahre im Bereich der Luftbildmessung für ein Forsteinrichtungsbüro, wo es jedoch viel um Theorie gegangen sei. Die Praxis habe ihm gefehlt. Er hatte gehört, dass es in Deutschland eine lange forstwirtschaftliche Tradition und damit gut ausgebildete Forstwirte gibt. Deshalb entschloss er sich, nach Deutschland zu gehen, um hier die Ausbildung zum Forstwirt zu machen und anschließend mit seinen Erfahrungen die japanische Forstwirtschaft zu verbessern. So kam er letztendlich in die Landeshauptstadt, die für ihren naturnahen Waldbau bekannt ist. Außerdem weist der Stuttgarter Wald viele Laubbäume auf, wohingegen in den japanischen Wäldern hauptsächlich Nadelbäume vorkommen.


Nun zieht es Ito nach fast dreieinhalb Jahren Ausbildung und Arbeit wieder zurück in die Heimat. Grund dafür sind seine Familie und sein Ziel, mit dem neuen Wissen die Forstwirtschaft in Japan voranzubringen. An seiner neuen Arbeitsstelle wird er mit weiteren Förstern einen knapp 44.000 Hektar großen Wald betreuen. Dort möchte er die naturnahe Forstwirtschaft fördern und die Arbeitssicherheit verbessern.

Rückblickend ist Ito sehr dankbar für die gute Ausbildungsstelle im Bruderhaus und den Arbeitsplatz, den er hier geboten bekommen hat, sowie für seine netten Kollegen die ihm trotz der anfänglichen Sprachbarriere - "vor allem beim Schwäbisch" - immer unterstützt haben.

Während seiner Arbeit im Stuttgarter Stadtwald habe er auch viele neue Bäume gepflanzt und er freue sich schon darauf, die gewachsenen Bäume bewundern zu können, wenn er das nächste Mal wieder nach Deutschland kommt.