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OB Kuhn verabschiedet Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle

26.09.2019 Stadtbezirke
15 Jahre war Reinhard Möhrle ehrenamtlicher Bezirksvorsteher im Westen. Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat ihn jetzt bei einem Empfang am 25. September im Bürgerzentrum West verabschiedet. Der OB würdigte ihn als "bürgernahen, immer ansprechbaren, höchst engagierten und erfolgreichen Bezirksvorsteher".
OB Kuhn verabschiedet Bezirksvorsteher Reinhard MöhrleOberbürgermeister Fritz Kuhn (r.) hat Reinhard Möhrle nach fünfzehnjähriger Amtszeit als Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Stuttgart-West bei einem Empfang am 25. September verabschiedet. Foto: Leif Piechowski/Stadt StuttgartOB Kuhn sagte: "Mit Reinhard Möhrle verabschieden wir einen der erfahrensten Kollegen aus dem Kreis der Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorsteher. Ihm ist in seinem langjährigen Wirken als Bezirksvorsteher vorbildlich gelungen, ein 'Ansprechpartner für Alle' zu sein. Reinhard Möhrle hatte stets ein offenes Ohr für Anliegen aus allen Teilen der Gesellschaft. Er war offen für Argumente und hat es verstanden, bei gegensätzlichen Standpunkten zu vermitteln und eine konstruktive Lösung zu finden. Besonders hervorzuheben ist die Beharrlichkeit, mit der er sich für den Stadtbezirk stark gemacht hat, ohne sich dabei in Vordergrund zu drängen. Die Sache war ihm immer das Wichtigste."

Reinhard Möhrle ist ein "Westler" von Geburt an. Er wurde 1952 geboren, besuchte die Schwabschule sowie das Dillmann-Gymnasium im Stadtbezirk. Nach dem Studium der Sozialpädagogik in Reutlingen arbeitete er beim Internationalen Bund für Sozialarbeit in Stuttgart. Sein Berufsweg führte ihn anschließend über die Sozialberatung in Ludwigsburg an das Stuttgarter Gesundheitsamt. Im Jahr 2015 beendete er seine berufliche Laufbahn als Sozialpädagoge am Klinikum Stuttgart.

Während der Amtszeit von Reinhard Möhrle wurde der Rahmenplan Halbhöhenlagen beschlossen, der die Freihaltung beziehungsweise maßvolle Bebauung von Frischluftschneisen zum Ziel hatte. Zudem wurden einige Rahmenpläne wie der "Talgrund West", die Empfehlungen zur Innen- und Blockrandbebauung, zu Entsiegelungen und Begrünungen beinhalten, und die Sanierung Stuttgart 28 auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Projekts wurden bereits der Park am Gesundheitsamt neu gestaltet.

Die Planungen für die Erneuerung der Elisabethenanlage, die Flächen im Umfeld des Olga-Areals und für den Bismarckplatz werden derzeit ausgearbeitet. Eine umfangreiche Bürgerbeteiligung begleitet dieses Projekt bis heute. Im Olga-Areal entstand auf der Fläche des ehemaligen Kinderkrankenhauses ein Vorzeigeprojekt mit 220 Wohneinheiten. Ein intensives Zusammenwirken zwischen Bezirksvorsteher, Bezirksbeirat, der Projektgruppe und deren Baugemeinschaften sowie der Bauträger und der Verwaltung war ein wesentlicher Beitrag für das Gelingen dieses Vorhabens. Im Zuge des 2011 erstmals in Stuttgart eingeführten Parkraummanagements hatte Bezirksvorsteher Möhrle unzählige Bürgeranfragen zu beantworten. Aber auch der bis dahin benachteiligte Fußgängerverkehr war ihm ein Anliegen. Er stellte den öffentlichen Raum in den Focus und beteiligte seinen Bezirk am ersten Fußverkehrs-Check, in dessen Folge die Flanierrouten und Hauptfußwegerouten entwickelt wurden. Es entstanden Broschüren zum Panoramaweg und "Zu Fuß aus dem Westen ins Grüne".

Ein weiteres Augenmerk legte er darauf, im Westen mehr Grün, insbesondere angesichts der klimatischen Veränderungen unterzubringen. Die Suche nach zusätzlichen Baumstandorten war ihm dabei ebenso wichtig, wie der Ende Umzug der Jugendverkehrsschule in den hinteren Vogelsang, um den Diakonissenplatz als Parkfläche öffentlich zugänglich zu machen. Weiterhin konnte am Hölderlinplatz gemeinsam mit den NaturFreunden eine Grünfläche zu einer "Kinderwildnis" umgestaltet werden.

Möhrle war stets Ansprechpartner für die großen und kleinen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in seinem Bezirk. Er war viel zu Fuß unterwegs und mit allen Ecken vertraut. Auch beim jährlichen Bürgerfest am Bürgerzentrum mit den dort tätigen Vereinen traf er mit den Menschen "seines Westens" zusammen. Seit 2012 hat er sich mit weiteren Akteuren für den Fairen Handel mit jährlichen Informationsveranstaltungen engagiert.

Die Umbrüche in der Schullandschaft konnten durch eine enge Kooperation mit den betroffenen Schulen zu einer guten Entwicklung geführt werden. Um den Kindern in dem eng bebauten Bezirk pädagogisch begleitete Spielmöglichkeiten zu bieten, hat er auch die Arbeit des Abenteuerspielplatzes West unterstützt. Möhrle hat außerdem die vor zehn Jahren im Westen ins Leben gerufene Demenzinitiative begleitet.

Nachfolger von Reinhard Möhrle ist Bernhard Mellert. Der Berufsschullehrer war einige Jahre Mitglied des Bezirksbeirats und wohnt seit 25 Jahren im Westen. Mellert hat sein Amt am 17. September angetreten.