Presse
  •  

Stadt schließt regionales Aktionsbündnis "Sehen im Alter"

22.10.2019 Gesundheit
"Wenn die Augen schwächer werden", so lautete die Überschrift des Fachtags, den der Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg (BSV) gemeinsam mit dem Referat für Soziales und gesellschaftliche Integration am 22. Oktober im Stuttgarter Rathaus veranstaltet hat. Zentraler Bestandteil war der Abschluss eines neuen regionalen Netzwerks. Dieses orientiert sich an einem bundesweiten Aktionsbündnis "Sehen im Alter", das im Jahr 2014 in Bonn ins Leben gerufen wurde. In Stuttgart wurde das deutschlandweit erste regionale Aktionsbündnis unterzeichnet.
Stadt schließt regionales Aktionsbündnis 'Sehen im Alter'VergrößernBürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann und Angelika Moser (Vorsitzende des BSVW) unterzeichnen das regionale Aktionsbündnis 'Sehen im Alter'. Ebenfalls anwesend: Simone Fischer, Beauftragte der Stadt für die Belange von Menschen mit Behinderung und Stefan Spatz, Leiter des Sozialamts der Stadt Stuttgart sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter des regionalen Aktionsbündnisses. Foto: Thomas Hörner.Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann und Angelika Moser (Vorsitzende des BSVW) unterzeichnen das regionale Aktionsbündnis 'Sehen im Alter'. Ebenfalls anwesend: Simone Fischer, Beauftragte der Stadt für die Belange von Menschen mit Behinderung und Stefan Spatz, Leiter des Sozialamts der Stadt Stuttgart sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter des regionalen Aktionsbündnisses. Foto: Thomas Hörner.Mit dem Stuttgarter Aktionsbündnis "Sehen im Alter" will die Stadtverwaltung einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Verbesserung des Lebensalltags von sehbehinderten und blinden älteren Menschen leisten. Die Stadt will bestmögliche Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben mit Behinderung und im Alter vorhalten. Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, unterschrieb das Aktionsbündnis im Namen der Stadtverwaltung. Sie sagte: "Das Thema Sehverlust im Alter kann jeden treffen. Das frühzeitige Erkennen von Augenerkrankungen ist essenziell und kann häufig helfen, das Sehvermögen zu bewahren. Es ist mir sehr wichtig, mit der Unterschrift ein Zeichen zu setzen."

Christian Seuß, Koordinator des bundesweiten Aktionsbündnisses "Sehen im Alter", hob das Anliegen der Vernetzung zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen, beispielsweise der Beratungsangebote und den Augenärzten, hervor. Er wies auf die Rolle der Selbsthilfe sowie die Bedeutung der regionalen Aktionsbündnisse hin: "Die steigende Lebenserwartung wird dazu führen, dass in den nächsten Jahren immer mehr ältere Menschen von Sehverlust betroffen sind."

Prof. Dr. Focke Ziemssen von der Augenklinik des Universitätsklinikums Tübingen und Sprecher des bundesweiten Aktionsbündnisses, erläuterte die augenmedizinischen "Gründe, Konsequenzen und Möglichkeiten bei Sehverlust im Alter". Sabine Backmund vom BSV Württemberg zeigte Wege zum Erhalt der selbstständigen Lebensweise, trotz Sehverlust, auf.

Simone Fischer, Beauftragte der Stadt für die Belange von Menschen mit Behinderung, erläuterte die Bedeutung einer inklusiven und barrierefreien Gestaltung öffentlicher Angebote und Verkehrsräume. Ein durchdachtes, übersichtliches Beratungsnetz und verlässliche Unterstützungsangebote könnten helfen, mit Behinderung selbstbestimmt alt zu werden.

Begleitend fand im Rathaus eine Hilfsmittel-Ausstellung statt. Vertreter des BSV Württemberg, der Augenklinik im Katharinenhospital, der Villa Seckendorff, der Charlottenklinik Stuttgart, der Nikolauspflege und der Bayerischen Hörbücherei für Blinde, Seh- und Lesebeeinträchtigte, die auch Betroffene aus Baden-Württemberg mit Hörbüchern versorgt, informierten über ihre Angebote.