Presse
  •  

September-Monatsheft des Statistischen Amts erschienen

23.10.2019 Aktuelles
Das Monatsheft 9/2019 des Statistischen Amts hat die Schwerpunktthemen "Das Stimmabgabeverhalten bei der letzten Gemeinderatswahl" sowie eine Untersuchung über die "Einflussfaktoren nachbarschaftlichen Vertrauens".
Bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 nutzten die Stuttgarter Wählerinnen und Wähler die weitreichenden Stimmgebungsmöglichkeiten des baden-württembergischen Kommunalwahlrechts. Rund 60 Prozent veränderten ihren Stimmzettel durch Kumulieren und Panaschieren.

Dabei zeigten sich größere Unterschiede zwischen den einzelnen Wahlvorschlägen. Bei den Panaschierungen, also dem Übertragen von Stimmen auf den Stimmzettel eines anderen Wahlvorschlags, profitierten in erster Linie die kleineren Listen. Negative Panaschierstimmenbilanzen hatten nur Bündnis 90/Die Grünen und die CDU.

Beim Kumulieren und Panaschieren wurde mit großem Abstand am häufigsten die höchstmöglichste Zahl von drei Stimmen vergeben. Allerdings schöpften mitunter die Wählerinnen und Wähler nicht ihr ganzes Stimmenpotenzial von 60 Stimmen aus. Im Schnitt wurden 54 von 60 möglichen Stimmen vergeben.

Der zweite Hauptbeitrag des Monatshefts befasst sich auf der Basis der Daten aus der Bürgerumfrage 2017 mit der Frage, welche Einflussfaktoren das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Nachbarschaft im Wohnquartier bestimmen. Es zeigte sich, dass Frauen grundsätzlich ein höheres Nachbarschaftsvertrauen als Männer haben und dass mit zunehmender Bildung und mit höherem Einkommen ebenfalls das Vertrauen in die Nachbarschaft wächst.

Ein weiterer Faktor ist die Wohndauer. Je länger man im Quartier wohnt, desto höher ist das Nachbarschaftsvertrauen. Haushalte mit Kindern entwickeln kein höheres Vertrauen in die Nachbarschaft. Förderlich für ein hohes Nachbarschaftsvertrauen ist die Wahrnehmung der Wohngegend als sicheren Ort und eine große Zufriedenheit mit der Wohngegend insgesamt.

Auch steigt das Nachbarschaftsvertrauen, je ethnisch homogener das Wohnumfeld ist, und je mehr die Einwohner gemeinsame Werte und Normen teilen. Die mit Abstand größte Erklärung für hohes Nachbarschaftsvertrauen ist eine verbreitete Bereitschaft zu nachbarschaftlicher Hilfe und Unterstützung.

In der Stadt Stuttgart ist das Vertrauen in die Nachbarschaft sehr hoch ausgeprägt. 78 Prozent der befragten Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger, das sind rund 4000 Befragungsteilnehmer, stimmten der Aussage zu, dass sie den meisten Nachbarn in ihrer Wohngegend vertrauen können.

Das Monatsheft Nr. 9/2019 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, Telefon +49 711 216-98587, Fax +49 711 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de sowie unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem erhältlich. Es kostet vier Euro.