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Weihnachtsmärkte im Stadtgebiet sollen barrierefreier werden

29.11.2019 Aktuelles
Jetzt ist es wieder soweit: Zahlreiche Weihnachtsmärkte in Stuttgart öffnen ihre Tore. Die Besucher erwarten viele Leckereien, wärmende Tassen Punsch und Glühwein, Plätzchenduft und Budenzauber sowie ein reichhaltiges Angebot für die letzten Weihnachtsgeschenke. Für mobilitätseingeschränkte Menschen, Rollator-Nutzer, Rollstuhlfahrer, blinde und sehbehinderte Menschen ist ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oft nur mit großen Einschränkungen oder gar nicht möglich. Hohe Theken, unerreichbare Lebkuchenherzen und Glühweinstände, enge Gassen, fehlende Rampen, unbezwingbare Kabelkanäle. Jede Kante ist ein Stopp für Rollator, Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen.
Simone Fischer, Beauftragte der Stadt Stuttgart für die Belange von Menschen mit Behinderung, sagt: "Für viele Menschen kann der Weihnachtsmarkt deshalb schnell zum unüberwindbaren Hürdenlauf werden. Barrierefreiheit ist ein Qualitätsmerkmal. Sie schadet niemandem und hilft sehr vielen."

Für die anstehende Weihnachtsmarktsaison wirbt die Stadtverwaltung bei den Veranstaltern der Weihnachtsmärkte in der Innenstadt und in den Stadtbezirken dafür, ein besonderes Augenmerk auf die Barrierefreiheit zu richten. Die Stadtverwaltung bittet, darauf zu achten, dass vorhandene Blindenleitlinien frei bleiben und nicht mit Buden zugestellt werden. Die kontrastreiche Markierung von Stufen und Kanten ist wichtig, damit sie kein Hindernis und Stolperfallen für sehbehinderte Menschen darstellen.

Bewährt haben sich flache Kabelbrücken, wie sie beim Autofreien Sonntag im September dieses Jahres zum Einsatz kamen und sofort eine positive Resonanz auslösten. Wo möglich, sollten zudem Stufen oder Kanten abgeflacht sein, beispielsweise mit Rampen. An absenkbaren oder höhenverstellbaren Stehtischen finden viele Menschen Platz und fühlen sich willkommen.

Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, sagt: "Wir wollen, dass alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter sowie die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern die Weihnachtsmärkte genießen können. Für die Erfordernisse der mobilitätseingeschränkten Menschen müssen wir ein größeres Bewusstsein schaffen. Die bereits gestartete Zusammenarbeit zwischen der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung und dem Amt für öffentliche Ordnung wird verstetigt. So sind beispielsweise für das kommende Jahr gemeinsame Informationsveranstaltungen für die Veranstalter geplant."