Presse
  •  

Seilschwebebahnen: Stadt stellt Zwischenbericht zur Machbarkeitsstudie vor - Bürgerbeteiligung geplant

03.12.2019 Aktuelles
Die Landeshauptstadt Stuttgart hat dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik am Dienstag, 3. Dezember, erste Erkenntnisse zu einem möglichen Einsatz von Seilschwebebahnen in Stuttgart präsentiert. Die Machbarkeitsstudie hat zunächst den Schwerpunkt auf den Bereich Vaihingen/Möhringen gelegt, da hier hinsichtlich des Verkehrs der größte Handlungsbedarf besteht. Daher wurde der Trassenvorschlag vom Bahnhof Vaihingen über den Synergiepark Vaihingen-Möhringen bis zum Flughafen beziehungsweise vom Bahnhof Vaihingen zum Eiermann-Campus vertieft untersucht.

Folgende Ergebnisse liegen dazu nun vor: Eine Seilbahn für diese Trasse ist machbar und für die Fahrgäste durch die sehr gute Anbindung an den Bahnhof Vaihingen entsprechend attraktiv. Die angenommene Zahl der transportierten Personen liegt bei einem Gesamtausbau der Trasse vom Eiermann-Campus bis zu einem Parkhaus an der A8 bei über 10.000 Fahrgästen am Tag. Da die meisten Fahrgäste die Seilbahn wohl in Kombination mit dem bereits bestehenden öffentlichen Nahverkehr nutzen werden und nur wenige vom Auto umsteigen, werden die verkehrlichen Auswirkungen aber wahrscheinlich geringer ausfallen als es die Fahrgastzahlen erwarten lassen. Durch das in der Planung hinterlegte Parkhaus an der A8 kann es aber wiederum spürbare Verbesserungen bei der Verkehrssituation geben, wenn damit eine strikte Parkraumbewirtschaftung im Synergiepark einhergeht.

Die Stadt empfiehlt, die Machbarkeitsstudie auf Grundlage des Trassenvorschlags Vaihingen-Möhringen fortzuführen und in eine detaillierte Planungsstufe überzugehen (bezüglich Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Finanzierung). Dabei sollen die Planrechtsbehörden sowie die Zuschussgeber (Land und Bund) einbezogen werden. Zudem ist vorgesehen, mit den vorliegenden Ergebnissen in den Stadtbezirken Vaihingen und Möhringen eine erste Bürgerbeteiligung zu organisieren.

Zum Hintergrund

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat Ende 2018 die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie vergeben, die Möglichkeiten eines Einsatzes von Seilschwebebahnen im urbanen Raum untersucht. Die Studie sollte die Frage erörtern, wie Seilschwebebahnen als Teil des öffentlichen Nahverkehrsangebots zur Lösung verkehrlicher Aufgaben in stark verdichteten Räumen beitragen können. Dabei standen grundsätzliche Fragen zum baulichen und technischen System von Seilschwebebahnen (Leistungsfähigkeit, Betriebsmerkmale, Seiltechnik, Gestaltungsbeispiele, Kabinenausstattung und -gestaltung, etc.) ebenso im Fokus wie deren eventuelle Einbindung in das ÖPNV-Netz der Region Stuttgart.

Darüber hinaus sind konkrete Trassenvorschläge überprüft worden und inwiefern sich Seilschwebebahnen dort realisieren lassen. Neben dem Trassenvorschlag A, der Verbindung vom Eiermann-Campus über den Vaihinger Bahnhof und den Synergiepark Vaihingen-Möhringen bis zum Flughafen, waren dies: Trassenvorschlag B von Peregrinastraße über Degerloch-Süd/Tränke, Hoffeld, Asemwald, Birkach, Universität Hohenheim bis nach Plieningen, Trassenvorschlag C vom Pragsattel über S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße und Mineralbäder bis zum Ostendplatz sowie Trassenvorschlag D vom Daimler Tor 1 über Cannstatter Wasen und Mineralbäder bis zur Stadtmitte.

Der Trassenvorschlag A wurde aufgrund des erhöhten Bedarfs priorisiert. Die Untersuchungsergebnisse zeigen hier Möglichkeiten für einen Trassenverlauf, Vorschläge für Haltestationen, Standortvorschläge für die Masten sowie einen Systemvorschlag für den Mobilitätsschwerpunkt Vaihingen-Bahnhof.

Die weiteren Trassenvorschläge B bis D wurden zunächst nur grob trassiert. Die weitere Untersuchung soll hierzu gegebenenfalls auf Basis der detaillierten Betrachtung des Trassenvorschlags A weitergeführt werden.